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25 Jahre MDR - #Kultur leben

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25 Jahre MDR - das sind auch 25 Jahre Kulturgeschehen in Mitteldeutschland - mit großen und dramatischen Momenten: Weimar als Europäische Kulturstadt, Rudolstadt als Tanz- und Folk-Metropole und MDR MUSIKSOMMER; die Anna-Amalia-Bibliothek in Flammen und die "Jahrhundertflut". Kultur wurde gefeiert und gerettet, darum gestritten wurde auch.

Der Wiederaufbau der Frauenkirche in Dresden fand bald viele Befürworter, ihren Welterbetitel gab die Stadt dann allerdings für den Bau der Waldschlößchenbrücke her. Nicht minder umkämpft war das Paulinum, der Kirche-Aula-Bau in Leipzig ...

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Weimar startet im Februar 1999 mit großem Feuerwerk ins Europäische Kulturstadt-Jahr. Noch stehen die Klassiker auf ihrem Sockel. Doch Bernd Kauffmann, bislang Chef der Stiftung Weimarer Klassik und nun Generalbeauftragter, tritt an, die Stadt vom Goethe-und-Schiller-Komplex zu befreien. Er holt die zeitgenössische Avantgarde nach Weimar und rückt die ambivalente Geschichte der Stadt in den Blick.

Fünf Millionen Besucher werden erwartet. Mehr als eine Milliarde Mark sind zuvor in die Sanierung der maroden Altstadt,  Flächendenkmal der Klassik und inzwischen Welterbe, geflossen.

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Als erstes Projekt im Kulturstadt-Jahr wird die "Zeitschneise" auf dem Ettersberg eröffnet. Der 1.300 Meter lange Weg verbindet extreme Gegensätze: Schloss Ettersburg, den Musenhof von Herzogin Anna Amalia, wo Goethe, Schiller und Herder weilten, und Buchenwald, das KZ auf der anderen Seite des Ettersberges, am Rande des ehemaligen Schlossparks. Dafür hat man eine alte Jagdschneise der Weimarer Herzöge wieder freigelegt.

Das Spannungsfeld zwischen Hochkultur und Barbarei loten - nicht unumstritten in Weimar - auch andere Kulturstadt-Projekte aus.



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Goethes Gartenhaus in Kopie gleich neben dem Original. Wo wohnt er nun der Geist des Dichterfürsten? Was helfen Gemäuer, um ihn zu wecken? Was heißt überhaupt original oder echt? Manch Weimarer möchte sich das nicht fragen und hält das konzeptuelle Kunstwerk für einen elitären Scherz - so wie später das vermeintliche "Bratwurst-Verbot" an Stätten der Hochkultur.

Sogar tätliche Angriffe gibt es auf das Goethe-Double. Zur Eröffnung kommen dann doch viele, um die 120.000 Besucher verzeichnen Original und Kopie jeweils im Kulturstadt-Jahr. Doch nach dessen Ende wird die Kopie umgehend aus dem Park an der Ilm entfernt. Nun steht sie im nahen Bad Sulza unterhalb einer Wellness-Therme. 

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Man kann Menschen nicht zwingen, einander lieb zu haben, weiß Dirigent Daniel Barenboim. Dennoch lädt er gemeinsam mit dem Cellisten Yo-Yo Ma und dem Kulturwissenschaftler Edward Said  junge Musiker aus Israel und arabischen Ländern zum "West-Östlichen Divan" nach Weimar. 200 Bewerbungen gibt es! 40 junge Musiker werden ausgewählt, um zu proben: Klassik und den Dialog.

Goethes Alterswerk "West-östlicher Divan" gilt als wunderbare Dichtung über die Annäherung von Orient und Okzident. Der Workshop im Musikgymnasium Belvedere folgt dieser Idee und setzt sich über die politischen Realitäten in Nahost optimistisch hinweg. Das West-Eastern Divan-Orchestra, begründet mit einem furiosen Konzert in der Weimarhalle, tourt heute weltweit.

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Furore macht ein dreiteiliges Ausstellungsprojekt: Neben Werken der klassischen Moderne und NS-Kunst wird auch DDR-Kunst präsentiert - auf Plastikfahnen und wie Hitlers Schätze in der so genannten Mehrzweckhalle, einst als Repräsentationsbau der "Gauhauptstadt" Weimar gedacht, aber nicht vollendet .

Der DDR-Teil stützt sich auf ein Konvolut von 16.000 Bildern, die der Treuhand bei der Abwicklung staatlicher und parteieigener Vermögen zufielen und weitere Exponate aus Museen. Die Art der Präsentation und scheinbare Gleichsetzung mit der NS-Kunst sorgen für heftige Kontroversen und zu einem seit der Wende nie dagewesenen  "Bilderstreit". Einige Künstler hängen ihre Werke ab. Allein den DDR-Teil der Schau besichtigen am Ende 110.000 Menschen.

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Tatsächlich bringt Weimar '99 neues Leben in die einstige Residenz - mit unerwarteten Begegnungen zwischen Künstlern und Passanten, zwischen europäischer Hochkultur und freier Szene, zwischen lichtem und dunklem Erbe. Sogar sieben statt der erwarteten fünf Millionen Besucher kommen.

Dennoch herrscht nach dem Fest eher Katerstimmung in der nun trefflich sanierten Stadt. Denn zu Buche schlägt ein Defizit von rund 13 Millionen DM. Der streitbare Kulturstadt-Chef Bernd Kaufffmann wird angegriffen, das jährliche Kunstfest zur Disposition gestellt. Dennoch scheint der "Geist von Weimar" in Bewegung gekommen: "als wären die Fenster aufgegangen", sagt Kauffmann, der Weimar zwei Jahre später aber verlässt.

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MDR MUSIKSOMMER - das ist: Wenn Musik zu Heimat und Heimat zu Musik wird, ob mit London Brass beim 5-Uhr-Tee im Wörlitzer Park, mit der norwegischen Sirene Rebekka Bakken in der Freyburger Sektkellerei, mit Justus Frantz, der die Alte Talsperre in Tambach-Dietharz sinfonisch zum Überlaufen bringt.

Mitten in den Wald lud er mit Beethoven und dem 75. Konzert der Philharmonie der Nationen. Das Jubiläumskonzert par excellence im 25. Jahr des MDR MUSIKSOMMERS. Bei tollem Wetter! Das klappt natürlich nicht immer so in einem Vierteljahrhundert.

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Seit 25 Jahren macht das Drei-Länder-Klassikfestival auch Klöster und Kirchen wie den Magdeburger Dom zum Klangraum, im Sommer 2016 führt MDR Chor-Chef Risto Joost dort "Russische Chromusik" auf.

So wie der Magdeburger Dom ist auch die Frauenkirche in Dresden, das Kloster in Jerichow oder der Schneeberger Bergmannsdom mit dem größten Altar der Reformation Spielort für das Klassik-Festival in den drei Ländern.

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Der MDR MUSIKSOMMER hat sich etabliert als ein Festival für alle, die außergewöhnliche Konzerte an besonderen Orten erleben wollen: ob Klassik - wie hier mit Ausnahme-Cellistin Sol Gabetta und Neeme Järvi diesen Sommer in Weimar -, Jazz oder Weltmusik.

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Knapp 1.500 Konzerte sind seit Gründung des MDR MUSIKSOMMERS 1992 in mehr als 300 Spielstätten in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen "über die Bühne" gegangen. Meist leger und entspannt, auch Eltern mit ihren Sprösslingen sind willkommen. 

2016 ist "Familientag" auf Weesenstein. Die "heimliche Residenz" des sächsischen Königshauses im 19. Jahrhundert wird zum Märchenschloss. Jungs und Mädchen verwandeln sich in kleine Ritter und Burgfräulein ...

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... und musiziert werden kann auf selbstgebastelten Instrumenten natürlich auch.

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Volles Programm statt kultureller Flaute:  Die musikalische Sommerfrische hat ihren Reiz. Leider sind die vier Jahreszeiten inzwischen oft aus dem Rhythmus und auch zur Eröffnung nicht immer eitel Sonnenschein. 

Zu Mendelssohns "Sommernachtstraum"  2002 in Gotha ist Herbst im Juni, das Technische Hilfswerk rettet die Musiker mit Decken. Zur Eröffnung 2015 in Magdeburg bricht das "Balkanfieber" samt Gewitter aus. Musiker und Publikum stürmen das Podium: "Plötzlich waren wir alle zusammen", erinnert sich Waltraut Wächter, Konzertmeisterin des MDR SINFONIEORCHESTERS.

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Am Ende hat sich noch jedes Unwetter verzogen. MDR-Chefdirigent Kristjan Järvi feiert die Kraft der Musik und den glücklichen Ausgang des Abends im Elbauenpark.  

Übrigens: Das Programm für den MDR MUSIKSOMMER 2017 steht bereits. Im Jahr des Reformationsjubiläums mit der Konzertreihe "Lutherorte", mit Annett Louisan in der Freyburger Sektkellerei, dem Familientag auf der Burg Querfurt oder neuen Spielstätten wie der Klosterkirche Ilsenburg und der Chemnitzer Villa Esche, einem Meisterwerk der Moderne.

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Ausnahmezustand in Rudolstadt. Alljährlich am ersten Juli-Wochenende. Seit 1991 ist das schon so. Die thüringische Kleinstadt klingt an allen Ecken und Enden. Die, die kommen, wissen damit umzugehen:

"Es gibt Leistungslauscher und Flaneure, Gucker und Tänzer, Einzel- und Gruppenpilger. Selten sieht man Säufer, Randalierer nie. Rudolstadts Publikum ist herzlich und rücksichtsvoll. Man gönnt einander das Paradies", lobt Beobachter Christoph Dieckmann das Ambiente.

Doch wie kam es eigentlich dazu?

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Das erste Tanz- & Folkfest in Rudolstadt wird von einem deutsch-deutschen Organisationsteam in nur sechs Monaten aus dem Boden gestampft. 5.000 Besucher werden im ersten Jahr gezählt. 90.000 sind es zum 25. Gründungsjubiläum.

Gefeiert werden fortan nicht nur die Künstler oben auf den Bühnen.

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Einer der vielen namhaften Gäste: Sitar-Spielerin Anoushka Shankar kommt 2016 zum Rudolstadt-Festival.

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Neben dem Länderschwerpunkt und dem Konzert mit dem magischen Instrument fiebern die Fans jedes Jahr der Verleihung des Deutschen Weltmusikpreises RUTH entgegen. Der Name hat einen Anklang an "Root", zu Deutsch "Wurzel".

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Am 2. September 2004 bricht in der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar - einer Institution, die auf der Welterbeliste der UNESCO steht - ein verheerender Brand Haus aus.

50.000 Bücher gehen in Flammen auf, rund weitere 120.000 werden durch Hitze, Feuer oder Löschwasser schwer beschädigt. Der Brand hinterlässt die größte Zerstörung von Kulturgut nach 1945. Eine nationale Katastrophe und ein Schock für die Kulturstadt Weimar.

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In der Nacht vom 2. zum 3. September 2004 verbrennen fast vollständig: die Musikaliensammlung der Herzogin Anna Amalia (1739-1807) - sowohl Handschriften als auch seltene Drucke wie etwa ein Stimmbuch von Orlando di Lasso, aber auch wertvolle Dokumente aus dem 16. und 17. Jahrhundert, darunter die meisten Druckwerke der Fruchtbringenden Gesellschaft, der ersten Gesellschaft für deutsche Sprache, die 1617 in Weimar gegründet worden war.

Dagegen kann die Bibelsammlung, die im Rokokosaal (Bild) aufbewahrt wurde, gerettet werden.

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Aufwendig restauriert wird der Rokokosaal der Herzogin Anna Amalia Bibliothek, aber auch der größte Teil der vom Brand beschädigten Bücher. Von den 50.000 gänzlich zerstörten Ausgaben können bis heute etwa 10.000 ersetzt werden. 39 Millionen Euro kostet die Rettungsmission.

Wozu der Aufwand im digitalen Zeitalter? Immerhin kommen jährlich 80.000 Menschen in die Herzogin Anna Amalia Bibliothek. Offenbar ersetzen digitale Abbilder nicht das Original - wie lange sie überleben, wissen wir auch noch nicht. Pergament und Papyrus halten schon seit ein paar tausend Jahren, doch auch der Erhalt unseres kulturellen Gedächtnisses auf Papier fordert heraus. 

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Die Welle der Spendenbereitschaft nach dem Brand ist enorm - ebenso der Erfindungsreichtum, nahezu zerstörte Bücher doch zu retten. So entwickelt sich Weimar nach dem Brand auch zu einem Expertenstandort für die Buch- und Papierrestaurierung - angetrieben von der Überzeugung, dass digitale Kopien ein Original nicht ersetzen können.

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Im August 2002 versinkt Dresden in den Fluten der Elbe. Kulturelle Leuchttürme wie Semperoper und Kunstsammlungen sind akut bedroht. Mitarbeiter starten unterstützt von Helfern der Feuer- und Bundeswehr eine beeindruckende Aktion.

4.000 Gemälde werden allein aus dem Depot der Alten Meister evakuiert, die Retter waten am Ende bereits durch knietiefes Wasser. Insgesamt werden 20.000 Kunstwerke der Sammlungen geborgen. Im Zwinger aber geht die Restaurierungswerkstatt komplett unter, überhaupt ist die technische Infrastruktur des Semperbaus, der in den zehn Jahren davor für 100 Millionen Mark saniert wurde, dahin.

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Wohin mit all den Bildern und Skulpturen, die zu tausenden in der Gemälde-Abteilung oder der Antikenhalle des Albertinums lagern? Fest steht für den Chef der Kunstsammlungen, Martin Roth, eins: nicht mehr ins unterirdische Depot. Er setzt sich durch.

Bis 2010 wird das Albertinum komplett umgebaut, danach befindet sich das Depot hochwassersicher in 17 Meter Höhe über dem vormals offenen Innenhof, in einer "Arche der Kunst". Zur Eröffnung geladen sind auch Künstler wie Markus Lüpertz oder Andreas Gursky, die Werke für eine Benefizauktion gespendet hatten. 3,4 Millionen Euro kamen zusammen, die Generalsanierung verschlingt insgesamt 51 Millionen.

Doch nun beherbergt das Albertinum die Skulpturensammlung, Kunst des Klassizismus und des Fin des Siécle, aber auch die Galerie Neue Meister und bietet ein Panorama bis die Gegenwart.

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Dass sich Menschen einen Tag vor Heiligabend vor die Tür locken lassen, um zu singen und zu beten, glaubten auch die Väter der Idee selbst nicht so recht. Als der Trompeter Ludwig Güttler dem damaligen Landesbischof Johannes Hempel seinen Plan von der musikalischen Spendensammelaktion für den Wiederaufbau am 23.12. erläutert, ist der zunächst skeptisch.

Doch: 50.000 versammeln sich 1993 zur Weihnachtlichen Vesper - damals noch vor der Ruine der Frauenkirche in Dresden. Mittlerweile ist sie eine Tradition.

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Es ist ein Ereignis, das sich in die DNA der Stadt einbrennt: In der Nacht vom 13. auf den 14. Februar 1945 erlebt Dresden einen der schwersten Luftangriffe des Zweiten Weltkriegs.Tausende Menschen kommen um. Die Altstadt versinkt in Schutt und Asche. Als Wahrzeichen bleibt zunächst nur die Frauenkirche stehen, bis ein Feuer die Innenpfeiler ausglühen lässt, am Vormittag des 15. Februar stürzt die Sandsteinkuppel herab.

In der DDR soll die Kirche nicht wieder aufgebaut werden. Die Ruine wird 1966 zum Mahnmal gegen den Krieg erklärt - und später auch zum Gedenkort der christlichen Friedensbewegung in der DDR.

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Mit der Wende gründet sich eine "Bürgerinitiative für den Wiederaufbau", der u.a. der Trompeter Ludwig Güttler (Bild) oder der Wissenschaftler Manfred von Ardenne angehören.

Mit ihrem "Ruf aus Dresden" wirbt die Initiative am 13. Februar 1990 weltweit um Hilfe für den Wiederaufbau der Kirche als "europäisches Haus des Friedens", löst damit ein ungeahntes Echo und eine enorme Spendenwelle aus.

Auch die Originalkirche nach den Plänen George Bährs war einst größtenteils aus den Spenden Dresdner Bürger finanziert worden.

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Am 13. Februar 1995, dem 50. Jahrestag der Zerstörung Dresdens, sagt der Herzog von Kent als Vertreter der britischen Krone Dresden als Geste der Versöhnung ein neues Turmkreuz für die Frauenkirche zu.

Geschmiedet wird es von Alan Smith, der Sohn eines britischen Bomber-Piloten will es als ein Symbol der Hoffnung und des Friedens verstanden wissen. Am 10. Februar 2000 trifft das vergoldete Kreuz in Dresden ein.

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Knapp drei Jahre nach dem "Ruf aus Dresden" wird 1993 mit der archäologischen Enttrümmerung der Ruine begonnen. Nach nur zwölf Jahren Bauzeit wird das Gotteshaus im Herbst 2005 vollendet. Mehr als 100.000 Besucher sind bei der feierlichen Einweihung der Frauenkirche am 30. Oktober dabei.

Tausende der einst vom Feuersturm schwarz gebrannten Trümmerstücke sind in den 180 Millionen Euro teuren Wiederaufbau einbezogen worden. Auch einstige Gegner - wie der ehemalige Probst der Kathedrale von Coventry, Paul Oestreicher - ließen sich am Ende vom Wiederaufbau überzeugen, auch wenn sie vorher meinten, Trümmer seien überzeugender als eine neue Kirche, um vor Krieg zu warnen.

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Die Dresdner Frauenkirche versteht sich als offene Kirche für alle. Gottesdienste, Andachten, Konzerte, Vorträge und Literaturabende - die Liste der kulturellen Veranstaltungen ist lang. Für fast alle Touristen der Stadt gehört ein Besuch dazu.

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Otto der Große (912-973) macht Magdeburg im 10. Jahrhundert zu einem Machtzentrum, das sich mit Rom oder Konstantinopel messen kann. Wehrhafte Burgen, Dome, Klöster und Kirchen, die bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts entstehen, zeugen von der Dynastie der Ottonen und einer Zeit der Christianisierung mit Kreuz und Schwert in einst slawisch besiedelten Gebieten.

Die Stadt ergründet das historische Erbe der Ottonen in einer groß angelegten  Landesausstellung 2012 und bewirbt sich derzeit um den Titel der Europäischen Kulturhauptstadt 2025.

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Entlang der Straße der Romanik lassen sich die Zeugnisse der Epoche der Ottonen erkunden, seit 1997 übrigens auch in einer Konzertreihe des MDR MUSIKSOMMERS, mit Spielorten vom Magdeburger Dom bis zum Kloster Jerichow.

Die Straße der Romanik verbindet auf 1.000 Kilometern historische Bauwerke der Zeit. Rund 80 Klöster, Dome, Kirchen und Burgen liegen an der Route, die jährlich tausende Touristen anzieht. Der Erfolg ist auch bürgerschaftlichem Engagement zu verdanken. Mit dem Romanikpreis wurde dafür zuletzt die Stiftung Kloster Jerichow ausgezeichnet.

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Nach einem schweren Fieber stirbt Otto der Große am 7. Mai 973 in der Kaiserpfalz Memleben. Sein Sohn stiftet dort ihm zu Ehren ein Kloster, das binnen kürzester Zeit zu den wohlhabendsten und bedeutendsten im Reich wird. Die Maße der Klosterkirche sind immens. Mit 82 Meter Länge und 39,5 Metern Breite ist sie eine der größten und modernsten ihrer Zeit.

Die noch erhaltene Krypta der Klosteranlage (Bild) aus dem 13. Jahrhundert zeugt heute von der großen Zeit Memlebens. Seine letzte Ruhe findet Otto allerdings im Magdeburger Dom.

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Mit Heinrich I., Ottos Vater, beginnt das Jahrhundert der Ottonen. Quedlinburg gilt als seine Lieblingspfalz. Durch den Erwerb von Reliquien macht er den Ort im Harzvorland zum religiösen Zentrum seiner Herrschaft. Davon zeugt der Domschatz - oder ein über 1.000 Jahre alter Krug. In ihm soll Jesus einst Wasser in Wein verwandelt haben.

Auch sonst gibt es an der Straße der Romanik Sensationelles zu bestaunen: In Gernrode steht das älteste Heilige Grab Deutschlands - eine 1.000 Jahre alte Kopie. In Halberstadt sind die ältesten Bildteppiche Europas und ein goldumfasster abgeschnittener Finger des Heiligen Nikolaus zu sehen.

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Das Paulinum ist für Leipzig das, was die Elbphilharmonie für Hamburg oder der Wiederaufbau des Stadtschlosses für Berlin ist - vor allem ein Objekt des Streites um die Kosten, der Diskussion um den Sinn und um Deutungshoheit.

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Die Kirche, in der einst Luther predigte und Bach oder Mendelssohn musizierten, übersteht die Bombardierung der Stadt 1943. Auf Befehl von DDR-Staats- und Parteichef Walter Ulbricht wird sie am 30. Mai 1968 gesprengt.

Auch das Augusteum, das Hauptgebäude der Alma mater lipsiensis, wird den Plänen zur sozialistischen Neugestaltung des Platzes geopfert, der in der neuen Ära wie die Universität nach Karl Marx benannt wird.

Nach der Wende beginnt der Streit um den Neubau von St. Pauli, der aus Sicht der Universität Kirche und Aula vereinen soll. Das sorgt für Streit mit dem Paulinerverein.

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Das Paulinum erinnert in seiner äußeren Erscheinung an die Universitätskirche St. Pauli. Im Nachfolgebau aber sind Aula und Andachtsraum integriert. Um die Glaswand, die beide Bereiche  - auch aus konservatorischen Gründen - trennen soll, wird lange gestritten.

Ursprünglich soll das Paulinum mit dem neu gestalteten Campus zur 600-Jahr-Feier der Universität Leipzig 2009 eröffnet werden. Differenzen mit dem Architekten Erik van Egeraat, die sich um den Innenausbau drehen, führen zu neuen Verzögerungen und lassen die Kosten weiter explodieren.

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Im Mai 2016 teilt der Freistaat als Bauherr mit, endlich sei eine Firma gefunden, die die hochwertigen Teile für die 16 speziell verglasten und beleuchteten Säulen im Paulinum fertigen könne. "Möglicherweise" öffne das Paulinum noch 2016. Daraus wird dann doch nichts - abgesehen von einigen Besucher-Rundgängen außer der Reihe.

Nun ist der Freistaat zuversichtlich, dass die verglasten Säulen im Februar 2017 montiert werden können. Architekt Erik van Egeraat lässt keinen Zweifel daran, dass er auf jedes Detail achten wird, damit das Paulinum im Inneren am Ende nicht "wie eine Disco" aussieht. Inzwischen kursieren das Reformationsjubiläum oder der Uni-Geburtstag im Dezember 2017 als neue Wunschtermine für die Eröffnung.

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In einem Bürgerentscheid Anfang Februar 2005 - an dem sich etwa die Hälfe der Dresdner beteiligt - stimmen knapp 68 Prozent für den Bau der Waldschlößchenbrücke. Damit droht die Aberkennung des UNESCO-Titels für das Elbtal. Ministerpräsident Georg Milbradt hält ihn sowieso für verzichtbar.

Doch es gibt auch heftigen Widerstand. Am Ende können weder Naturschutzverbände noch UNESCO das Projekt stoppen. Der Vorschlag, alternativ einen Tunnel zu bauen, kommt nicht durch. Erstmalig entzieht die UNESCO einen Welterbetitel. Seit dem 25. Juni 2009 steht das Elbtal nicht mehr auf der Liste.

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Am 26. August 2013 wird die Waldschlößchenbrücke eröffnet. Damit ist die Kontroverse rund um den Bau nicht beendet.

Im Juli 2016 wird vor dem Bundesverwaltungsgericht zuletzt verhandelt, ob das Erteilen der Baugenehmigung für die Brücke über das Elbtal europäisches Naturschutzrecht missachtet hat. Die Grüne Liga bekommt Recht, die Baugenehmigung hätte so nie erteilt werden dürfen, heißt es.

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