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Amiga

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In den Studios von AMIGA entstand ein ganz eigener Sound: Der Ostrock. Das Plattenlabel war die Heimat der Puhdys, Karat, City und Silly und begründete den Erfolg von Frank Schöbel und anderen Musikern. Nebenbei vertrieb der Monopolist aber auch astreine Westware.

Auch aus Mangel an bestimmten Instrumenten und Produktionstechnik entwickelten die Bands eine eigene Kreativität.

Zum 70. Jubiläum der Gründung schauen wir auf die Geschichte des wohl bekanntesten Volkseigenen Betriebs der DDR.

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Seit Gründung im Jahr 1947 erschienen auf AMIGA 2.000 Alben und 5.000 Singles. Die Bandbreite reichte von den Beatles bis Silly. Insgesamt sind mehr als 30.000 Lieder auf AMIGA-Platten veröffentlicht worden.

Neben den großen Ostrock-Bands veröffentlichte AMIGA auch Lizenzplatten aus dem kapitalistischen Ausland - oft spezielle nur in der DDR verfügbare Compilations.

In sieben herausragenden Alben wollen wir einen Teil der Geschichte des legendären Labels betrachten ...

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1965 war die Beatlemania weltweit schon längst in vollem Gange. Auch an der DDR ging der Hype um die vier Pilzköpfe aus Liverpool nicht vorbei. 1965 erschien hier eine Platte mit Beatles-Songs, die in dieser Form nie ein offizielles Album war. AMIGA nannte die Platte schlicht "The Beatles".

Manch einen späteren DDR-Star inspirierte die Musik von Paul McCartney, John Lennon und Co. erst zum Musizieren - so wie Karat-Mitglied Bernd Römer - oder gar zum Kauf eines Plattenspielers, wie Dieter "Quaster" Hertrampf von den Puhdys.

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Die AMIGA-Platte der Beatles aus dem Jahr 1965 hat bis heute Kultstatus. Sie wurde in einer geringen Stückzahl gedruckt und hatte deshalb Seltenheitswert. Heute wird eine gut erhaltene Ausgabe für bis zu 300 Euro gehandelt.

Doch warum ließ die Führung der DDR zu dieser Zeit eine Beatles-Veröffentlichung auf dem staatlichen Label AMIGA zu?

Bernd Römer von Karat glaubt, dass Walter Ulbricht die DDR Mitte der Sechziger popkulturell öffnen wollte - und dann vom Großen Bruder Sowjetunion zurückgepfiffen wurde.

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Auf dem AMIGA-Album "The Beatles" befand sich eine wilde Mischung der Songs aus der ersten Hälfte der Sechziger Jahre. Darunter unter anderem "She Loves You" und "We Can Work it Out".

Später erschienen bei AMIGA auch Lizenzplatten von regulären Alben, wie dem legendären "blauen Album".

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Nachdem der Versuch Beat und andere musikalische Einflüsse aus dem kapitalistischen Ausland zu verbieten grandios gescheitert war, entdeckt AMIGA die Lizenzplatten mit Westmusik als Goldesel für sich. 

Platten mit Bands von drüben wurden spätestens ab Ende der Siebziger zum absoluten Verkaufsrenner - sogenannte "Bückware", die meist unterm Ladentisch verkauft wurde. Entsprechend wurde in hohen Auflagen gepresst. Ex-AMIGA-Chef Jörg Stempel erinnert sich.

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Der Legende nach produzierte AMIGA allerdings regelmäßig mehr Platten, als vertraglich mit Bands und Labels im Westen vereinbart.

Die Geschichte um das 1982er Album der Kölner Band BAP, "Vun drinne noh drusse", ist ein besonders krasses Beispiel, wie Jörg Stempel erzählt.

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1972 gründet sich in Berlin um Fritz Puppel und Klaus Selmke die City Band Berlin. Als 1975 der Sänger Toni Krahl dazu kam, stand die Besetzung einer der erfolgreichsten Ostrock-Bands fest.

Im selben Jahr erschien die erste AMIGA-Single, damals schon nur noch unter dem Bandnamen City. 1978 folgte das erste Album "Am Fenster" und startete voll durch.

Allein die Leadsingle "Am Fenster" verkaufte sich bis heute weltweit 10 Millionen Mal. Was kaum einer weiß: Der Song wurde heimlich und mitten in der Nacht im AMIGA-Studio in der Berliner Brunnenstraße live eingespielt.

AMIGA-Toningenieur und Musikproduzent Helmar Federowski erinnert sich.

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Das gleichnamige Album ging hunderttausendfach über den Tresen, im Westen wurden bis heute 500.000 Exemplare verkauft. Noch vor der Wende gab es in der Bundesrepublik und Griechenland Goldene Schallplatten. City wurden in Ost und West zum Kult.

1983 durfte die DDR-Musikshow die Band zu Aufnahmen ins AMIGA-Studio begleiten.

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1,1 Millionen Mal wurde "Der Blaue Planet" von Karat in der DDR verkauft - nach "Weihnachten in Familie" von Frank Schöbel und "Rock'n'Roll Music" von Puhdys ist es damit das erfolgreichste Album in der Geschichte von AMIGA.

Ihren Durchbruch hatte die Band aber schon ein paar Jahre zuvor mit "Über sieben Brücken". Das Album aus dem Jahr 1979 und der gleichnamige Titelsong brachte Karat Ruhm weit über die Grenzen der DDR ein. Und das, obwohl Karat selbst das Lied gar nicht als so einen großen Hit eingeschätzt hatte, wie sich Gitarrist Bernd Römer erinnert.

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Nach dem Erfolg von "Über Sieben Brücken" erscheint noch im selben Jahr das nächste Album "Albatros" und ein Jahr später "Schwanenkönig". Die Plattenproduktion der AMIGA brummte.

Und dann kam "Der Blaue Planet".

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Auch im Westen wurde Karat ein Verkaufsschlager. Für "Der Blaue Planet" erhielt die Band schon 1982 eine Goldene Schallplatte in der Bundesrepublik. Spätestens mit diesem Erfolg startete die Band drüben durch und wurden zu einer der Ostrock-Bands mit den meisten Auftritten im Westen.

Für die Band waren die Fahrten in den Westen natürlich toll, für die DDR-Führung auch, denn damit ließen sich Devisen verdienen.

Doch zuhause gab es durchaus auch Musiker, die neidisch auf Bands wie Karat, Puhdys oder City blickten, erinnert sich Angelika Mann.

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1976 waren die Puhdys in der DDR bereits echte Stars. Ursprünglich tourte die Band durch das ganze Land und spielte ausschließlich Coversongs, vor allem englisch-sprachigen Rock'n'Roll. Dadurch wurden sie so bekannt, dass sie irgendwann in der Fernsehsendung "Basar" landeten - es brauchte eigene, deutsche Musik.

Mit Hits wie "Geh zu ihr" und "Wenn ein Mensch lebt" gelang den Puhdys 1973 der Durchbruch. 1976 kehrten sie mit ihrem Album "Rock'n'Roll Music" zu ihren Wurzeln zurück - eine komplette Schallplatte nur mit englischen Coversongs.

Im Interview erzählen Dieter "Quaster" Hertrampf und Dieter "Maschine" Birr, wie es zu dem Album kam.

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AMIGA-Toningenieur Helmar Federowski erklärt, wie der Sound vom "Rock'n'Roll Music" zustande kam.

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Das Album "Rock'n'Roll Music" wurde ein Riesenerfolg und verkaufte sich hunderttausendfach. Plötzlich waren die Puhdys echte Stars in der DDR und das Aushängeschild schlechthin für Ostrock.

Das wurde auch im Westen wahrgenommen. Im November 1976 spielten die Puhdys ihren ersten Gig in der Hamburger Fabrik. In den Folgejahren tourte wohl kaum eine Ostband so ausgiebig im Westen, wie die Band um Maschine und Quaster.

Doch mit dem Erfolg im Westen kamen auch die Diskussionen über die politische Haltung der Band.

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Kein Album hat sich in der Geschichte von AMIGA - und damit in der Geschichte der DDR - so häufig verkauft, wie "Weihnachten in Familie" von Frank Schöbel & Aurora Lacasa.

1,6 Millionen Platten waren es bis 1989. Bis heute kennt fast jeder den zugehörigen Film, der am 24.12.1985 seine Premiere im Fernsehen der DDR hatte und bis heute zu Weihnachten im MDR ausgestrahlt wird.

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Auch nach der Wende verkaufte sich Frank Schöbels Weihnachtsalbum gigantisch - bis heute sind die jährlichen Absatzzahlen fünfstellig. Die Marke von zwei Millionen verkauften Alben hat Frank Schöbel inzwischen längst hinter sich gelassen.

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Ursprünglich unter dem Namen "Familie Silly" gründete sich 1978 in Ostberlin die Band um die legendäre Sängerin Tamara Danz. Der schon damals feststehende, eigentliche Wunschname Silly wurde von den DDR-Behörden wegen des Anglizismus nicht zugelassen. Erst 1982 wurde Silly als Name akzeptiert.

1980 erschien das erste Album "Silly", 1983 folgte mit "Mont Klamott" der erste große Publikumserfolg.

Gitarrist Uwe Hassbecker und Keyboarder Rüdiger Ritchie Barton beschreiben den Sound von Silly und anderen Ostrock-Bands.

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Sillys Frontfrau Tamara Danz ist bis heute legendär. Sie fiel einfach auch, noch dazu in "dem kleinen Dorf DDR", wie es Frank Schöbel bezeichnet hat.

Laut ihren Mitmusikern Uwe Hassbecker und Ritchie Barton machte die Sängerin einen großen Teil des raketenhaften Aufstiegs von Silly aus.

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Die Alben "Mont Klamott" und vor allem "Bataillon d'Amour" waren nicht nur kommerziell sehr erfolgreich, sie entwickelten auch einen zu der Zeit für die DDR extrem innovativen Sound.

Das lag insbesondere am Zusammentreffen der Band mit einem Mann: dem Tontechniker und Produzenten Helmar Federowski.

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