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Glaubenssache

Logo http://reportage.mdr.de/glaubenssache

von Jessica Brautzsch und Charlotte Schulze

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Religion hat in meiner Familie keine Rolle gespielt. Trotzdem haben meine Eltern mir die wichtigsten Storys aus der Bibel erzählt. Gehört ja zur Allgemeinbildung und so.

Und wie jede mögliche Fantasiewelt hab ich auch die als Kind mal ausprobiert. Gut, so ganz hatte ich die Nummer mit Gott nicht verstanden. Für mich war das mehr so 'ne Handelsbeziehung.

"Lass mich morgen beim Schwimmunterricht nicht ertrinken, dann bekommt mein erstes Kind auch einen biblischen Namen."

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Als ich klein war, hab ich Gott gesagt:
"Lieber Gott, hilf mir morgen beim Diktat!"
Und das "Gott" war damals noch ein Mann mit Bart.
Er hat mir geholfen beim Diktat
und er wohnte in der Lampe über'm Bett.
Der Teufel im Heizungskeller, der war rot und fett
und ich sprach mit der Lampe sehr vertraut,
die Lampe hat zugehört,
ich hab's halt geglaubt.


Aus dem Lied "Loch im Himmel"
von Rainald Grebe & Das Orchester der Versöhnung, erschienen 2014 auf dem Album Berliner Republik.

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... ich lass das Anna mal selbst erzählen.

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Meine Freundin Anna ist gläubig und
zusammen mit Freunden feierten wir
Ostern2015 im sachsen-anhaltischen
Kemberg. Abends Absturz beim Osterfeuer
und trotzdem wollte sie da früh morgens 
in die Kirche.

Und dann ...

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Und die Message der Ostergeschichte: “Es gibt ein Wiedersehen.” Sicherlich weil ich gerade ein Familienmitglied verloren hatte, hat mich das wirklich im Innersten - fast schmerzhaft - getroffen. Und damit hat mich diese Predigt auch total beflügelt. Es hat mich getröstet. Zwar glaubte ich trotzdem nicht wirklich an Gott, aber ich fühlte mich einfach besser.

Danach habe ich beschlossen, mich mit dem Christentum ernsthaft auseinanderzusetzen. Zwar fand ich Kirche, Jesus und diese ganze Liebes- und Gnadegeschichte im besten Fall kitschig und seicht. Aber ich wollte der Sache eine Chance geben.

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Von Adam bis Noah in nur 1056 Jahren.

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Christen glauben, dass die Bibel das Wort Gottes ist - eine bessere Primärquelle, um sich mit dem Christentum zu beschäftigen, gibt es also nicht.  

Aber Leute: Gott hatte ja mal echt viel zu erzählen ... Und die 66 Bücher der Bibel sind jetzt leider
auch von der Story her nicht wie
Harry Potter, sondern vollgepackt mit
Gesetzestexten, Verhaltensregeln und
Stammbäumen. Beispiel gefällig?

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Bibelgeschichten
Ein paar Bibelgeschichten kennt jeder. Erratet ihr welche hier dargestellt sind?
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Annähernd jede Geschichte aus der westlichen Welt, die ihr je gelesen habt, basiert in irgendeiner Art und Weise auf der Bibel. Gut, bei so einem fetten Buch möchte das sein.

Aber in der Bibel stecken tatsächlich die Grundzüge der wichtigsten Geschichten: Romanzen, unerlaubte Liebe, epische Schlachten um Freiheit und natürlich Weltuntergangsszenarien noch und nöcher.

Kurz: Sex, Tod, Babys.
Alles, was zur guten Unterhaltung gehört!

Bibelgeschichten
Ein paar Bibelgeschichten kennt jeder. Erratet ihr welche hier dargestellt sind?
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Jesus ist der Sohn Gottes. Klingt erst mal nach griechischer Mythologie - als hätte Zeus einen Halbgott mit einer menschlichen Frau gezeugt. Aber so logisch ist "Sohn Gottes" leider nicht gemeint.
Jesus ist der menschgewordene Gott: Gott ist als Mensch auf die Erde gekommen. Jesus ist also sowohl Gott als auch Mensch. 
Wenn euer Kopf hier nicht mehr hinterher kommt, ist das normal.

Es gibt aber noch andere Bezeichnungen für ihn.

Der Messias
Die Messias-Figur kommt sowohl in den Schriften des Judentums als auch im muslimischen Glauben vor. Der Messias soll von Gott gesandt sein, die Menschen retten und Frieden bringen. Viele Propheten haben ihn angekündigt, auch schon lange vor Jesus.
Aber eben nur die Christen glauben, dass allein Jesus der Retter und Friedensbringer ist.

Sohn Davids
Ähm, Moment. Ich denke, Jesus war der Sohn von Gott? Jaaa, aber in manchen Texten wurde prophezeit, dass der Messias ein direkter Nachkomme des israelitischen Königs David ist. Und damit wir uns auch alle einig sein können, dass Jesus jetzt so krass ist, wie wir alle glauben, muss der eben der Sohn Davids sein. Und wenn wir 14 Generationen zurückgehen und dann nochmal 14 Generationen und dann nochmal 14 ... ach egal.

Und was ist das jetzt mit dem Schaf?
Als Jesus lebte, war es noch angesagt, Tiere (z. B. Lämmer) zu opfern, um Gott um die Vergebung der Sünden zu bitten. Da jetzt Jesus nicht nur getötet wurde, sondern sich auch null gegen seine Peiniger gewehrt hat und dann auch noch im weitesten Sinne für die Sünden der Menschen bestraft wurde, hat sich das Bild von Gottes
(Opfer-)Lamm einfach sehr erfolgreich durchgesetzt.

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Ihr kennt ihn jetzt als Sohn Gottes mit unregelmäßigen Friseurbesuchen und der weißesten Teflon-Weste der Welt. Die perfektere Version eines perfekten Schwiegersohns. Aber so eindimensional ist er nicht.

Klick auf der nächsten Seite die verschiedenen Gottessöhne an, um mehr zu erfahren!

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*WTF?

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Heruntergebrochen ist er so etwas wie eine göttliche Eingebung beziehungsweise der Moment, in dem wir endlich Gottes Wort begreifen und spüren. Und diese Erkenntnis kommt natürlich direkt von Gott, also vom Himmel.

Und was kommt noch vom Himmel? Richtig, Tauben! Deshalb wird der Heilige Geist als Taube dargestellt. Logisch.
Oder als brennende Haare. Als zündende Idee. Glühbirnen gab es halt noch nicht.

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Für Christen gibt es nur einen einzigen Gott!
Er heißt: Gott. Oder der HERR. Oder der HERR HERR. Nur wenige haben ihn bisher gesehen. Und die konnten und durften nicht weitersagen, wie er denn jetzt eigentlich so ist, der Gott. Denn eines der Zehn Gebote sagt: Du sollst dir kein Bild von Gott machen. Einfach auch, damit die Menschen nicht ein Kunstwerk anbeten, sondern wirklich den HERRN.

Vielleicht aber auch, weil Gott verschiedene Gesichter hat. Mindestens zwei. Ein mildes, liebevolles und ein grausames, rachsüchtiges.

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Der Herr ist mein Hirte,
mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf grüner Aue
und führet mich zum frischen Wasser.

- David

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Die Rache ist mein.

- Gott

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Martin Henker

Superintendent des Evangelisch-Lutherischen Kirchenbezirks Leipzig

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Ich weiß auch nicht, warum, aber
nach und nach wurde diese ganze
Gott-Jesus-Heiliger-Geist-Sache
für mich echt real.

Und das löste eine ganze Menge in mir aus: Zermürbenden Zweifel, fast körperliche Erleichterung und schließlich ... 

Na, werdet ihr schon sehen.

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Wo soll ich hingehen vor deinem Geist,
wo soll ich hinfliehen vor deinem Angesicht?
Führe ich zum Himmel, so bist du da;
bettete ich mich im Totenreich, siehe,
so bist du auch da!

Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde auch daselbst deine Hand mich führen und deine Rechte mich halten!
Spräche ich: «Finsternis möge mich überfallen und das Licht zur Nacht werden um mich her!»,
so ist auch die Finsternis nicht finster für dich,
und die Nacht leuchtet wie der Tag;
Finsternis ist wie das Licht.

- Psalm 139

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Das muss natürlich jeder selber erfahren.
Für mich ist Glaube vor allem entlastend,
als würde ich etwas abgeben können.


Btw: Christen lieben Metaphern.

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Schuldig kann man sich wegen vielen Dingen fühlen.
Umso mehr, wenn man Christ ist. Und da geht es nicht nur um Mord oder Gotteslästerung:

Hast du über deine Kollegin gelästert? SÜNDE!
Warst du überheblich? SÜNDE!
Du hast gelogen? SÜNDE!

Ganz im Ernst: Ich will wirklich nicht, dass Jesus für mich gelitten hat, nur weil ich über die Klamotten von jemandem gelästert habe. Das ist doch unverhältnismäßig!

Aber Sünde ist ja nicht gleich Sünde. Wenn jemand fremdgeht, kann das ja durchaus mit Liebe zusammen hängen. Also man verletzt 
damit garantiert jemanden, aber es ist ja dennoch nicht ausschließlich böse. Und trotzdem fühlen wir uns in so einer Situation schlecht.

Es gibt einfach Dinge, die kann uns kein Mensch verzeihen. In solchen Fällen ist es tatsächlich erleichternd, daran zu glauben, dass Jesus uns diese Schuld abnimmt.

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Kennt ihr das, wenn ihr mit einem richtig fiesen Problem ins Bett geht? So ein Problem, das euch einfach nicht aus dem Kopf geht.
So eins, das euch die ganze Nacht wach hält. Mein Problem war lange Zeit Gott! 

Ich rang förmlich mit Gott, fragte und beleidigte ihn, bettelte ihn an. Einfach weil manches nicht so lief, wie ich es wollte - in der Welt und bei mir. Nächtelang wälzte ich mich schlaflos im Bett.

In der Bibel gibt es die Geschichte von Jakob. Der wird eines Nachts, als er an einem Fluss lagert von einem Mann angegriffen. Die beiden ringen die ganze Nacht miteinander. Am Morgen lassen sie voneinander ab und es stellt sich heraus: Der Mann war ein Engel Gottes. Jakob humpelt nach diesem Kampf zwar, weil ihn der Engel an der Hüfte verletzt hat, aber er geht auch gestärkt und gesegnet aus der Geschichte hervor.

Manche Theologen sehen in der Geschichte das Ringen oder Zweifeln mit Gott. Das kann schmerzhaft und qualvoll sein. Aber am Ende, wenn die Nacht und der Kampf überstanden sind, sind wir vielleicht stärker als zuvor.

Mir hat am Ende ein Satz von Jesus geholfen, Frieden mit Gott zu machen. Kurz bevor Jesus gefangen genommen wird, sagt er: 
"Vater, dir ist alles möglich. Lass diesen bitteren Kelch an mir vorübergehen! Aber nicht, wie ich will, sondern wie du willst."

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Er ist der Werbebotschafter des Christentums und seine Message ist einfach: Liebe! Liebt euch! Liebt euren Nächsten! Und liebt eure … Feinde.
Okay, ganz so einfach, wie die Botschaft klingt, ist sie also leider doch nicht. Aber wer das so in seinem Leben umsetzen kann, hat bestimmt einen ganzen Sack weniger Probleme.

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Es ist vielleicht nicht die Mega-Überraschung, dass Jesus so etwas wie erleuchtet war. Immerhin war er ja der Sohn Gottes. Dementsprechend war er mit einigen göttlichen Fähigkeiten ausgestattet:
Dämonen austreiben, Wasser in Wein verwandeln, unheilbar Kranke heilen. You know … God stuff.

Und natürlich blieb der Typ (fast) immer mega-ruhig und milde. Ach ja und zwischendurch fing er auch mal an zu leuchten.

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Ey, jeder hat mal einen schlechten Tag - sogar Jesus! Der konnte nämlich auch ganz anders, als Liebe und Vergebung. Zum Beispiel das Innere eines Tempels verwüsten. Seine Mutter ignorieren. Und seinen besten Freund anmotzen.

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Jesus kam ja eigentlich aus der unteren Bildungsschicht. Schwer zu sagen, ob er überhaupt lesen und schreiben konnte. Trotzdem wusste er, was die alten religiösen Schriften angeht, alles! (Gott weiß, warum – höhö) Und als wäre das nicht schräg genug, hing er als Kind auch am liebsten in Tempeln rum und unterrichtete (!) die Priester.

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Am siebten Tag der Woche arbeiten? Menschen ihre Fehler und Verbrechen vergeben? Skandal! Gut, würde heute keinen mehr wirklich schockieren. Aber zu Jesus Zeiten war das wirklich eine revolutionäre Nummer. Deswegen konnte ihn halt auch nicht jeder leiden.

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