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Los geht's

Mit dem Trabi zum Nordkap

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Der Plan ist simpel, aber ehrgeizig: 7.300 Kilometer in 10 Tagen im Trabant.

Von Karlsruhe zum nördlichsten Zipfel Europas und zurück zum Trabi-Fantreffen nach Nossen in Sachsen.

Der Preis für die weiteste Anreise im Jahr 2014 ist Tino und Siggi mit dem Trip durch Deutschland, Dänemark, Schweden und Finnland sicher.

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Tino Brechel, Kfz-Mechaniker, 31 Jahre alt. 
Siggi, Trabant , 27 Jahre, 5000 gefahrene Kilometer. 

Warmer Kaffee macht den Fahrer im klammen Morgennebel munter. Vor allen Dingen, nachdem die Kühlbox lauter kühlt als geplant. Fortan schläft Tino mit Ohrenstöpseln. 

(Äh, und an alle Socken-in-Sandalen-Auspfeifer: Kalte Füße am Morgen nach einer Nacht im Zelt oder auch im Auto sind ganz ganz fies!)

- Malmö 15.07.2014, 08.00 Uhr -


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Unterwegs Essen kaufen ... muss man mögen.

Wer sich daheim gut ausrüstet, spart auf Reisen Zeit, Nerven und Geld.

Lebensmittel sind in Skandinavien weit teurer als in Deutschland.

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Sollte es unter der Motorhaube knirschen oder qualmen, muss sich Trabant Siggi keine Sorgen machen. Schließlich ist Fahrer Tino Kfz-Mechaniker. Hier ein Blick ins Erste-Hilfe-Set für den Oldtimer:

Seit Sommer 2013 hat Tino Siggi komplett saniert, mit Original-Ersatzteilen. Außerdem hat er Nützliches für unterwegs eingebaut:
Vorhänge - machen Sinn bei nordischen Nächten, wo die Sonne im Sommer keinen Schlaf kennt.
Eine Liegefläche - falls kein Outdoor-Wetter ist.

Und für den schlimmsten Fall - sollte der Motor aufgeben - liegen daheim Rumpfmotor mit neuer Kurbelwelle und Drehschiebern parat und könnten per Post nachreisen.

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Apropos Plan - ein gutes halbes Jahr vorher hat Tino Brechel angefangen, die Route auszutüfteln: Erst am Rechner und dann ins Navi eingespielt. Danach auf Landkarten der einzelnen Länder die Route eingezeichnet, die Karten laminiert.

Wasserfest und unterwegs gut zu handhaben - wenn man sie dann nicht Zuhause vergisst.

Gut, dass beim ersten Zwischenstopp ein Freund mit einen Reserveatlas aushilft. Und die mühevoll ausgearbeiteten Routen hatte Tino vom Nachzeichnen auf den Karten schon im Kopf.  

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Ab 13. Juli 2014, 06:30 Uhr, fahren Siggi und Tino. Ab jetzt geht's erst mal immer nur gen Norden.

Am ersten Tag legen die beiden 650 Kilometer zurück in elf Stunden Fahrt.

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... vorbei an spektakulären Landschaften. Zu schön, um einfach durchzufahren.

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Das ist die Krux an einer Reise, die durch sagenhafte Landschaften führt:

Jeder Augenblick ist unvergleichlich schön und man weiß nicht, ob jetzt gerade nicht der schönste Ausblick überhaupt vor einem liegt ...

Am Ende der Tour ist man dann Pixel-und Daten-Millionär.

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Alle nordischen Ordnungshüter
jetzt bitte mal weggucken.

(Reisende machen manchmal eben Blödsinn. Aber sonst könnten sie ja auch Zuhause bleiben.)


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Zu schön, um nur um ein einziges Mal drüberzufahren ...

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... kommt sich Siggi manchmal ganz schön klein vor, wie hier auf einer Fähre, zwischen anderen großen Skandinavien-Touristen.

Dabei hat Siggi Durst wie ein Großer: Auf der Tour schluckt er fast 562 Liter Benzin und 12 Liter Mischöl. Das sind knapp 13 Liter auf 100 Kilometer.

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Keine Sorge - auch auf Seen besteht keine Gefahr, sich zu verfahren. Wegweiser zeigen auch im Wasser die richtige Richtung.

Denn trotz Tinos Superwartung ist Trabant Siggi kein Amphibienfahrzeug ...

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Und dann noch die Begegnung mit einem Mann auf dem Weg zum Geirangerfjord, inmitten Norwegens. Sechs Kilometer im ersten Gang bei ca. 20 Prozent Steigung. Der Auspuff macht seltsame Geräusche.

Aber seltsamer ist der Mann, der in der traumhaften Landschaft beim Anblick von Siggi und Tino kopfschüttelnd murmelt: "Der is doch bekloppt, mit'n Trabi hier hoch." Tino: "Dafür winken uns die hübschen Mädels."

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... und das Schiff, das meint, man könnte es übersehen.

Warum der Kreuzer so laut hupt? Wir tippen: Vielleicht wegen des imposanten Echos. Vielleicht auch, weil es noch nie einen Trabi gesehen hat.

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Die trollstigen "Trolltreppen", machen ihrem Namen alle Ehre - schon ein bisschen gruselig, wie hier Fahrzeuge im Nebel auftauchen und wieder verschwinden. Eigentlich ist die Strecke bekannt für ihre atemberaubenden Aussichtspunkte.

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Jeder Kilometer weiter nach Norden belohnt Tino und Siggi mit tollen Landschaften.

Wobei Siggi meist vor der Kamera posiert.

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Manchmal ist Siggi aber auch ganz altmodisch Abstellfläche für die Kamera – für Old-School-"Selfies" mit Selbstauslöser.

Wobei Fahrer Tino noch nicht ganz so gelassen wirkt wie Siggi der Trabant.

Ist ja auch komisch, allein vor einem Auto zu posieren. :-)

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Ein echter Hingucker für Siggi, der ja für andere Touristen selbst ein Hingucker ist. 

Lom liegt etwa 200 Kilometer nordöstlich von Oslo. Die Lomer Stabkirche stammt aus dem 12. Jahrhundert. Der Weg zu ihr führt über eine alte Holzbrücke an einem Wasserfall vorbei.  

Zwischen dem 12. und 13. Jahrhundert wurden in Norwegen etwa 1000 solcher Kirchen gebaut - nur 30 davon sind bis heute erhalten.

Was macht Stabkirchen so besonders?
Senkrechte Stäbe tragen das Gebäude und handgeschnitzte Holzschindeln decken das Dach. Anderswo in Europa werden zeitgleich steinerne Kathedralen errichtet ...

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Die erste Warnung vor dem Elch – natürlich nicht, weil Trabi Siggi den Elchtest fürchten müsste.

Wobei ein Zusammenstoß mit einem dieser 600 bis 800 Kilo schweren Vierbeiner nicht unbedingt zugunsten eines Trabis ausgehen würde.

Generell ist es jedoch der Elch, der Autos fürchten muss: Allein in Schweden werden jährlich bis zu 10.000 Unfälle mit den langbeinigen Waldbewohnern registriert. 

Sei's drum - Trabi Siggi wartet trotzdem kurz für ein Foto: Vielleicht kreuzt tatsächlich ein Elch die Straße.

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Nur noch 129 Kilometer bis zum Nordkap. Da tritt man doch gern mal auf die Bremse
und tauscht Lenkrad gegen Kamera.

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Nur gut, dass Siggi und Tino zwischendurch immer mal Fähre fahren müssen. 

Da können dann beide zusammen den Norden genießen:

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Schön, wenn Siggi mal still steht.

Ein Trabi-Motor fräst sich ganz
schön penetrant in die Ohren auf
einer so langen Reise.

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Im "Tal der Riesen" kommt sich jeder klein vor, Trabant wie Mensch. Die Berge verstecken ihre Gipfel in den Wolken, es regnet dermaßen, dass die Sicht unter fünf Metern liegt. Und dann fliegt auch noch der Scheibenwischer davon!

Also raus aus Siggi, rein in den Sturm, den Wischer suchen bei Sichtweiten gleich null. Tino findet ihn zwar - sieht aber Siggi nicht mehr und sucht jetzt sein Auto ...

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Kein Wunder, dass der rüstige Siggi bei extremen Steigungen oder nach Bergabfahrten verschnaufen muss ...

Das hat den Vorteil, dass Tino die Landschaft genießen kann, während sich Bremsflüssigkeit und Co. wieder runter kühlen.

Zum Glück weiß sich Mechaniker Tino stets zu helfen. Und manchmal bekommt er nach vollbrachter Reparatur sogar Applaus von anderen Touristen, für die der Trabifahrer ein unverhoffter Blickfang ist.

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Schließlich erreichen Siggi und Tino das Nordkap!

Nach so vielen Kilometern, etlichen Fährfahrten und Tunneln schaut man dann auch großzügig darüber hinweg, dass der (fast) nördlichste Zipfel Europas auch das wohl teuerste Pflaster des Kontinents ist:

160 Kronen (umgerechnet etwa 17 Euro) zahlte Tino für den Eintritt zum Nordkap - und: Ein Museum, die Weltkugel, ein Restaurant und einen großen, großen Parkplatz.

Und mit etwas Glück hat man vom Felsen, auf dem die Weltkugel steht, eine tolle Aussicht.

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Es ist 5:10 Uhr - und Tino stellt fest:

1. Schlafen kann man auch Zuhause.

2. Zuhause geht im Sommer die Sonne unter.
Hier nicht.

3. Und mal ernsthaft - wer kann schon im Trabi schlafen, wenn sogar die Spreewälder Gurken in ihrem Glas vom Sturm durchgeschüttelt werden?! 



 

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Jawoll, der Elch klebt jetzt zu Recht auf Siggis Hinterteil. Danke für die spannende Reise, Timo Brechel!

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Trabant Siggi, Baujahr 1987, hätte sich in seiner Jugend wohl auch nicht träumen lassen, dass er im stolzen Alter von 27 Jahren mal bis zum Nordkap kommt.

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3.031 Kilometer sind es jetzt noch nach Nossen zum Trabitreffen.

Der Online-Routenplaner berechnet dafür 33 Stunden reine Fahrzeit.  

Er liefert auch gleich den Vergleich - die Flugzeit nach Dresden: 11 Sunden 15 Minuten - mit vier oder mehr Stopps ... 

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... sagt Tino später über seine Reise ans Nordkap.


Und Sie, liebe Mitreisende, wo haben Sie sich mit Ihren Trabis schon überall herum getrieben?

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Übersicht

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Kapitel 1 Das Ziel und das Team

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Tinos Lebensmittelvorrat

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Die einzelnen ersazteile
Kapitel 2 Unterwegs

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Kapitel 3 Exotische Begegnungen

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Kapitel 4 Den Trabi vor der Linse

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Kapitel 5 Den Elch vor der Linse

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Kapitel 6 Freiwillige und unfreiwillige Pausen

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Kapitel 7 Am Ziel: Mit dem Trabi am Nordkap!

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Kapitel 8 Auch die schönste Zeit geht einmal zu Ende

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