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Armin Mueller-Stahl

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In der DDR wurde er zum gefeierten Publikumsliebling und in der Bundesrepublik überschüttete man ihn mit lukrativen Angeboten: Doch Armin Mueller-Stahl wagte immer wieder das Abenteuer. Schließlich startete er in Hollywood durch und wurde dort zu einem der wenigen deutschen Schauspieler von Weltrang.

Über den Lebensweg eines Ausnahmekünstlers.

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Armin Mueller-Stahl wurde 1930 im ostpreußischen Tilsit geboren. 1938 siedelte die Familie nach Prenzlau über. Seine Kindheit beschreibt Mueller-Stahl als unbeschwert. In seinem Elternhaus spielte Musik und Malerei eine große Rolle. Sein Vater Alfred war Bankkaufmann, hatte aber immer den Wunsch Schauspieler zu werden. Doch er hatte fünf Kinder, musste die Familie ernähren und schließlich in den Krieg ziehen.

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Die Schatten des Zweiten Weltkriegs legten sich mit Beginn des Krieges auch über die Familie Mueller-Stahl. Vater Alfred sollte den Krieg nicht überleben.

Mit seiner Mutter und anderen Familienangehörigen flüchtete Armin Mueller-Stahl kurz vor Kriegsende vor der russischen Armee aus Prenzlau in Richtung Norddeutschland.

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Nach Kriegsende ging die Familie zurück nach Prenzlau. Armin Mueller-Stahl blieb noch drei Jahre in der Stadt. Nach seiner Schulzeit ging er schließlich nach Berlin - "mit dem Geigenkasten", wie er sagt. Er studierte Violine, wurde Musiklehrer und wollte Dirigent werden.

Andererseits zog es ihn auch zur Schauspielerei. Zwar wurde Mueller-Stahl "mangels Begabung" von der Schauspielschule geworfen. Am Theater am Schiffbauerndamm fand er trotzdem eine Anstellung. Von dort wechselte er später an die Volksbühne, wo er eine große Bühnenkarriere machte.

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Ab 1960 nahm Armin Mueller-Stahls Filmkarriere Fahrt auf. In dem Jahr spielte er im Vierteiler "Flucht aus der Hölle" und drehte unter der Regie von Frank Beyer das Kriegsdrama "Fünf Patronenhülsen".

Während der Dreharbeiten des Films "Königskinder" wurde die Mauer gebaut. Armin Mueller-Stahl musste sich entscheiden.

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Hinter dem Eisernen Vorhang wurde Armin Mueller-Stahl zum gefeierten Star. In den 70er-Jahren wurde er fünfmal in Folge zum beliebtesten Schauspieler des Landes gewählt. Ein Kassenschlager mit knapp 10 Millionen Zuschauern war der DEFA-Indianerfilm "Tödlicher Irrtum", in dem Armin Mueller-Stahl seine in der Kindheit erworbene Reitkunst unter Beweis stellen konnte.

Gedreht wurde "Tödlicher Irrtum" übrigens in Bulgarien. Wo auch sonst?

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"Geschlossene Gesellschaft" war der letzte Spielfilm, den Armin Mueller-Stahl in der DDR drehte. Der subtile Gegenwartsfilm von Frank Beyer wurde von den Zensoren des Landes zwar genehmigt, 1978 schließlich aber auf einem Sendeplatz mitten in der Nacht versteckt und danach bis zur Wende nicht mehr gezeigt.

Zu diesem Zeitpunkt wurden Mueller-Stahl immer weniger Rollen angeboten. Die Gründe dafür waren vielfältig: Unter anderem unterzeichnete er 1976 einen offenen Brief gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns, kurz zuvor stieg er aus der Erfolgsserie "Das unsichtbare Visier" aus, weil die Serie politischer werden sollte. Schließlich stellte er einen Ausreiseantrag.

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Nach erfolglosen Versuchen, Mueller-Stahl zum Zurückziehen seines Ausreiseantrags zu bewegen, wurde diesem 1980 schließlich stattgegeben.

Mueller-Stahl ging mit seiner Familie nach West-Berlin. Nach anfänglichen Schwierigkeiten - es dauerte ein Jahr bis der erste Film mit ihm fertig wurde - kam seine Karriere in der Bundesrepublik in Gang.

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In der BRD traf Armin Mueller-Stahl alsbald auf renommierte Schauspieler-Kollegen. Aber auch von einem wie Mario Adorf, mit dem er zusammen in Fassbinders "Lola" spielte, ließ sich Mueller-Stahl nicht ins Bockshorn jagen ...

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Regelmäßig für den großen deutschen Autorenfilmer der 80er-Jahre zu spielen - für viele deutsche Schauspieler hätte dies die Krönung bedeutet. Und Rainer Werner Fassbinder wollte Mueller-Stahl tatsächlich "eingemeinden". Doch dessen Pläne sahen anders aus.

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Angebote bekam Mueller-Stahl nicht nur von Fassbinder. Er hätte auch eine Serienkarriere starten können - und zwar eine, die über Gastauftritte in "Derrick" und Co. weit hinausgegangen wäre.

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Und so zog es Mueller-Stahl wiederum in ein neues Abenteuer. Knapp zehn Jahre, nachdem er den Schritt in den Westen wagte, wollte er es nun in den USA versuchen.

Aber was heißt "es zog ihn". Für ihn lautete die Frage vielmehr, WER ihn zog. Denn beide Schritte wären ohne seine Ehefrau Gabriele Mueller-Stahl kaum denkbar gewesen.

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Für seine erste Rolle in Hollywood arbeitete Mueller-Stahl gleich mit einem Großen des politischen Kinos zusammen: Constantin Costa-Gavras.

In "Music Box" spielte er den ungarischen Auswanderer Mike Laszlo, der plötzlich schwerer Kriegsverbrechen beschuldigt wird. Die Darstellung der Figur, deren Schuld Mueller-Stahl im Film lange offen hält, brachte ihm große Anerkennung. Der Film wurde ein internationaler Erfolg - und das, obwohl Mueller-Stahl zu diesem Zeitpunkt noch nicht richtig Englisch sprach. Bei dem Schritt in die USA musste er andere Tugenden in die Waagschaale werfen.

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Nach "Music Box" folgten weitere, ganz unterschiedliche international erfolgreiche Filme mit Armin Mueller-Stahl. Mit "Avalon" (1990), "Das Geisterhaus" (1993) und "Shine - der Weg ins Licht" (1996) seien nur drei genannt. Für letzteren wurde Mueller-Stahl 1997 für den Oscar als bester Nebendarsteller nominiert.

Jim Jarmuschs Episodenfilm "Night on Earth" von 1991, in dem Mueller-Stahl den taxifahrenden, ostdeutschen Auswanderer Helmut Grokenberger spielt, wurde in Europa zum Kultfilm. Wäre es nach Mueller-Stahls Agent gegangen, hätte er in dem Film aber überhaupt nicht mitgespielt.

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Mit der Titelrolle in Heinrich Breloers TV-Produktion "Die Manns" (2001) kehrte Armin Mueller-Stahl gewissermaßen nach Europa zurück. Für seine Darstellung des Thomas Mann verneigte sich die Kritik weltweit vor Mueller-Stahl. "Die Manns" erhielten 2002 den Grimme-Preis, außerdem wurde die Koproduktion zwischen dem deutschen, österreichischen und Schweizer Fernsehen mit dem begehrten US-Serienpreis "Emmy" ausgezeichnet.

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Immer schon füllte Armin Mueller-Stahl seine Drehpausen mit der Musik sowie mit Malen und Zeichnen. Diesen Ausdrucksformen widmet er sich verstärkt seit 2006, als er seinen teilweisen Rückzug aus dem Filmgeschäft ankündigte.

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Aktuell ist Armin Mueller-Stahl mit seinem Programm "Es gibt Tage ..." als Violinist, Sänger und Rezitator unterwegs. Gemeinsam mit Saxofon, Klavier und Akkordeon (Günther Fischer, Tobias Morgenstern und Tom Götze) spielt Mueller-Stahl autobiografisch inspirierte Lieder, die zum großen Teil zu DDR-Zeiten entstanden sind.

Am 26. November ist das Programm in Großenhain und am 29. November in Leipzig zu erleben.

Das MDR FERNSEHEN ehrt Armin Mueller-Stahl, der im Dezember 86 Jahre alt wird, mit einem Fernsehabend:

27. November 2016 | 20:15 Uhr
"Ein Abend für Armin Mueller-Stahl" - ein Film von Heike Sittner

27. November 2016 | 23:05 Uhr
"Nackt unter Wölfen"

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Kapitel 1 Vorspann

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Kapitel 2 Die Anfänge

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Kapitel 3 Karriere in der Bundesrepublik

Westen leuchtet

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Kapitel 4 Durchbruch in Hollywood

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Kapitel 5 Die Entdeckung alter Talente

Buddenbrooks

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