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Mythos Dresden - Der lange Schatten einer Bombennacht

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Dresden - eine europäische Metropole der Kunst und Kultur über Jahrhunderte. Zerstört in einer einzigen Nacht. Nur drei Monate vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

Bis heute wird in Internetforen und alljährlich auf Kundgebungen um die Interpretation der Bombennacht gestritten:

War der Angriff der Briten und Amerikaner strategisch notwendig in der letzten Phase des Krieges oder nur die sinnlose Zerstörung einer intakten "unschuldigen" Stadt mit tausenden zivilen Opfern? 

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"Dresden zerbombt" titelt die amerikanische Wochenschau "United News"und betont die strategische Bedeutung Dresdens als Verkehrsknotenpunkt für den Transport von Ost nach West und umgekehrt. Ganz anders der erste Bericht Nazideutschlands: Statt militärischer Details, die pathetische Klage über den Untergang einer friedlichen Kulturstadt".

Der britische Historiker Frederick Taylor meint, aus Sicht der Alliierten damals war die Bombardierung Dresdens "wie ein Meisterstück". 

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Doch Nazideutschland hat den Luftkrieg begonnen. Hitler erklärt am 4. September 1940, er werde die britischen Städte "ausradieren". Bombardiert werden Rüstungsanlagen aber auch Wohngebiete. Die im November 1940 zerstörte Kathedrale von Coventry (Bild) brennt sich als Symbol für die barbarische Kriegführung der Nazis ein.

Noch im Februar 1945 schlagen V2-Raketen in London ein. Jede einzelne ein Argument, weiter deutsche Städte zu zerstören.


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Mit seinen drei großen Bahnhöfen ist Dresden nicht nur ein strategisch wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Vor allem in der Albertstadt gibt es etliche große Kasernen. Militärische Ziele, die man zerstören könnte. Doch sie werden die Bombennacht so gut wie unbeschädigt überstehen.

Warum zum Ende des Krieges zivile Ziele ins Visier genommen werden?  "Die Idee war, ganz rücksichtslos Panik und Chaos in der Stadtmitte zu verursachen", sagt der Historiker Frederick Taylor über die Bombardierung Dresdens und sein Kollege Jörg Friedrich erklärt: "Die Infrastruktur einer Stadt zu vernichten, ist militärisch viel effektiver, als eine Kaserne zu zerstören."

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Seit Februar 1942 existiert eine Direktive des britischen Luftfahrtministeriums. Sie fordert, mit Flächenangriffen auf deutsche Städte die Moral der Zivilbevölkerung zu schwächen. Arthur Harris, der neue Chef des Bomber Command, ist oberster Verfechter dieser Strategie. "Eine Menge Leute sagen, mit Bomben kann man keinen Krieg gewinnen, ok, ich sage, man hat es nur noch nicht versucht. Und wir werden sehen, wer Recht hat."

Die alliierte Aufklärung hat das Dresdner Stadtgebiet schon am 17. April 1942 erfasst. Das belegen Luftaufnahmen aus dem Archiv der Royal Air Force. Der Neumarkt und die ihn flankierenden Straßen liegen im Zentrum des Zielgebiets. Hier gibt es unzählige Kunst- und Kulturdenkmäler.

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Nur wenige Tage vor der Dresdner Bombennacht treffen sich die Führer der Anti-Hitler-Koalition am 04. Februar 1945 in Jalta. Der britische Premier Churchill verspricht Stalin, den russischen Vormarsch durch verstärkte Luftschläge auf Mitteldeutschland zu unterstützen. So will man Chaos im feindlichen Hinterland stiften und den Widerstandswillen der Deutschen schwächen. Nun erscheint Dresden auf der Liste der "besonders lohnenden Ziele".
 
Das "Moral Bombing" zielt aber nicht nur auf die deutschen Städte, sondern soll Stalin auch zeigen, welche Zerstörungskraft die britische Bomberflotte besitzt. Eine Machtdemonstration, die schon verweist auf die Gefechte der Zukunft unter den Großmächten.

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Die Planungsoffiziere des Bomber Command greifen auf ihre Erfahrungen aus der "Operation Gomorrha" im Sommer 1943 gegen Hamburg zurück. Der genau ausgeklügelte Abwurf von Spreng- und Brandbomben entfacht einen Feuersturm. 35.000 Bewohner Hamburgs sterben innerhalb weniger Stunden. 

Wie eine deutsche Stadt brennt, dazu wurden regelrecht Experimente gemacht, erklärt Historiker Jörg Friedrich.

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Erst Ende 1943, mit den schweren Angriffen auf Leipzig und das nahe gelegene Freital beginnen auch die Dresdner Behörden, sich auf einen Angriff vorzubereiten. Viel zu spät. Wie Matthias Neutzner, Mitglied der Dresdner Historikerkommission und Autor von "Dresden im Luftkrieg" erklärt, wird "improvisiert".

Und gegen Ende des Krieges stellt auch die deutsche Luftabwehr keine Bedrohung mehr dar. Jagdflugzeuge der Wehrmacht stehen ohne Treibstoff auf dem Flugplatz Dresden-Klotzsche. Die Flakgeschütze sind an die nahe Ostfront verlegt.

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Als sich die erste Welle britischer Bomber am 13. Februar gegen 22:00 Uhr aus Nord-Westen kommend der sächsischen Kulturstadt nähert, sitzt Hitler schon seit Wochen im bombensicheren Führerbunker. Die Dresdner dagegen müssen in ihren Kellern Schutz suchen. Ihre Stadt liegt "nackt" da, ohne Mittel sich zu verteidigen, sagt der britische Historiker Frederick Taylor.

In der Nacht zum 14. Februar kommt gegen 1 Uhr die zweite riesige Bomberflotte und braucht keine Orientierungshilfen mehr. Der Cocktail aus Spreng- und Brandbomben hat seine Wirkung getan. Die lodernde Stadt ist bereits aus über 80 Kilometer Entfernung zu erkennen. Perfekt für den Angriff, "the Raid that went horribly right."

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Die vermeintliche Luftschutzmaßnahme, die Keller der Häuser untereinander als Fluchtweg zu verbinden, erweist sich als tödlich.

Der Feuersturm saugt den Sauerstoff aus den Kellern. Flammen und Rauch breiten sich mit rasender Geschwindigkeit in dem unterirdischen Labyrinth aus. Wer es nach draußen schafft, muss sich den Weg bahnen durch die Feuerhölle.

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Die Bestattungskräfte schaffen es nur langsam, die Leichen aus der zerstörten Innenstadt abzutransportieren. Die Seuchengefahr steigt mit jedem Tag.

Vier Wochen nach dem Angriff sind 18.375 Bombenopfer geborgen. Insgesamt, so meldet der Dresdner Polizeipräsident nach Berlin, ist mit bis zu 25.000 Toten zu rechnen.  

Propagandaminister Joseph Goebbels lässt wider besseren Wissens Angaben von 200.000 Toten und mehr in Umlauf bringen. Ausländische Zeitungen greifen die Fantasiezahlen auf und verbreiten sie weiter. Der Mythos Dresden entsteht.

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Nach Kriegsende hält sich dieser Mythos auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs. Weiter kursieren falsche Opferzahlen.

Im Westen wird vor allem der kulturelle Verlust beklagt. In der DDR prangert die Propaganda die vermeintlich verbrecherische Kriegsführung der Westalliierten an.

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Eine systematische Aufarbeitung der verheerenden Bombennacht beginnt erst im Jahr 2004. Die Stadt Dresden beruft eine Historikerkommission ein. Denn noch immer wird in- und außerhalb der Stadt über den Ablauf des Angriffs und seine tatsächlichen Opferzahlen gestritten.

Nach sechs Jahren Arbeit legen die Experten ihren Abschlussbericht vor. Zwischen 18.000 und 25.000 Menschen, so das Ergebnis, kamen in der Bombennacht um.

Doch damit gibt es noch längst keinen Schlussstrich unter die Debatte, wie jedes Jahr am 13. Februar  in Dresden zu sehen ist.

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Von einem 15-jährigen Jungen stammen einige der wenigen Fotos, die in der Bombennacht vom 13. Februar 1945 aufgenommen wurden. Zwischen den beiden Angriffswellen wagt sich Hans-Joachim Dietze aus dem Keller auf die Straße und sieht auf den brennenden Hauptbahnhof.

Über 600 Menschen sterben allein dort in diesen Stunden, sie ersticken oder verbrennen.

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Hans-Joachim Dietze wohnt damals mit seiner Familie in der Nähe des Hauptbahnhofes. Der ist eine Drehscheibe für die Versorgung der Front und Ankunftsort der vielen Flüchtlinge aus dem Osten.

Nur wenige Häuser weiter befindet sich die GESTAPO-Zentrale. Von der Bismarckstraße aus organisierte man die Deportation der Dresdner Juden.

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Schon beim ersten Angriff werden die umliegenden Gebäude getroffen. Hans-Joachim Dietze wird verschüttet, harrt aus über viele Stunden, umgeben von Toten.

Seine Kamera umklammert er fest, auch als er nach dem ersten Angriff wieder auf die Straße tritt und sein brennendes Wohnhaus sieht. Er hält den Moment fest.

 

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Weit weg vom Hauptbahnhof, nahe der Elbe, liegt der Neumarkt - das historische Zentrum der Stadt rund um die Frauenkirche.

Militärisch wichtige Objekte gibt es in Dresdens historischer Mitte nicht - nur viele ärmliche Wohnquartiere hinter prächtigen barocken Fassaden. Dennoch wird das Areal im Bombenhagel versinken.

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Gerhard Zimmermann ist 14 Jahre alt, als Dresdens Wahrzeichen in Flammen steht und später zusammenstürzt.

Ebenso wie das Wohnhaus seiner Familie mit Blick auf die Frauenkirche - Dritter Hinterhof, Wasser und Toilette außerhalb auf dem Gang, die Kohlen zum Heizen im Hängeboden über dem Flur: "Können Sie sich vorstellen, wie das gebrannt hat?

Nach der zweiten Angriffswelle bietet auch der Keller des Hauses keinen Schutz mehr.

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Wenn sich Gerhard Zimmermann an seine Freunde Wolfgang Tescht und Alfred Trautner erinnern wíll, geht er zur Frauenkirche auf dem Neumarkt, in der er einst getauft wurde. In den Sandstein der benachbarten Kunstakademie ritzten sie als Kinder einst ihre Initialen ein.

Von Gerhard Zimmermanns Klassenkameraden überlebten nur drei. Lakonisch sagt er, "ein Klassentreffen brauchten wir also nie zu machen".

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Der 13. Februar 1945 ist ein Faschingsdienstag. Viele Kinder ziehen am Nachmittag noch lachend durch die Dämmerung rund um den Dürerplatz in der Johannstadt, weit weg vom Zentrum und dem Hauptbahnhof. Dort wohnt die 12-jährige Anita John.

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Als in der Nacht die Sirene ertönt, folgt Anita John ihren Eltern in den Keller. Dort stehen Wasser- und Sandbehälter bereit - am Ende sind sie ebenso untauglich wie die untereinander verbundenen Keller der Häuser:

Gegen den Feuersturm, den die zweite Angriffswelle um 1 Uhr nachts erzeugt, gibt es kaum Schutz. Auch die Bewohner der Johannstadt werden von der Wucht überrascht. Sie sind in den Kellern gefangen. 

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Der Feuersturm saugt den Sauerstoff aus den Kellern. Flammen und Rauch breiten sich mit rasender Geschwindigkeit in dem unterirdischen Labyrinth aus.

Hans-Joachim Dietze kann entkommen. Danach muss er damals mitansehen, wie eine junge Mutter mit ihrem kleinen Kind einfach im Feuersturm verschwindet.

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Dass Anita John überlebt, verdankt sie einem nassen Bademantel, den sie sich im Keller vors Gesicht gelegt hatte. Sie befreit sich aus eigener Kraft aus den Trümmern. Nun muss sie die Leichen ihrer Eltern identifizieren. Alles, was der Zwölfjährigen bleibt, sind deren Eheringe.


Die Stadt war unfähig, ihre Bürger vor den Bomben zu schützen. Nach den Angriffen müssen Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter helfen, die Bombenopfer zu bergen.

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Zeugnis geben die Überlebenden - und die Funde der Archäologen: Viele Grundstücke am Neumarkt blieben lange Brachen. Archäologen wie Susanne Schöne vom Landesamt legen dort seit Jahren Fundamente und Keller frei.

Zu den Fundstücken aus der Bombennacht gehören Flaschen und Gläser. Deformiert von den hohen Temperaturen. Auch der Sandstein - bevorzugtes Baumaterial im barocken Dresden - verrät, welche Hitze in den Kellern herrschte. Erst bei 800 bis 1.000 Grad verfärbt sich gelber Sandstein ins Rote.

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Jahrzehntelang erinnerte die Ruine der Frauenkirche an die Bombardierung Dresdens. Erst 1994 beginnt ihr Wiederaufbau, der 2005 vollendet ist. Heute thront das Gotteshaus wieder über dem Neumarkt.

Für viele alte Dresdner scheint damit wenigstens jene Wunde geschlossen, die die Bombennacht in das Stadtbild riss.

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Fast täglich werden in den letzten Kriegsmonaten deutsche Städte bombardiert. Dass es die sächsische Gauhauptstadt trifft, hat zunächst technische Gründe. Während über dem östlichen Deutschland dicke Wolken liegen, werden für den Raum Leipzig - Dresden einzelne Auflockerungen prognostiziert. Perfekt für einen präzisen Luftschlag.

Bei den schwersten Luftangriffen auf Dresden in der Nacht vom 13. auf den 14. Februar werfen 772 englische Flugzeuge Typ Lancaster in zwei Wellen ihre Bomben ab. Am Mittag des 14. Februar tauchen 311 B-17-Bomber der Amerikaner über der brennenden Stadt auf.

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21:40 Uhr: Alarm. Noch glauben wohl die wenigsten Dresdner, dass es ihre Stadt trifft und nehmen an, dass eines der nahe gelegenen mitteldeutschen Industriezentren das Ziel ist.  

21:59 Uhr: Die Luftschutzleitung meldet "Feindliche Kampfverbände im Raum Dresden-Pirna". Dreimal wurde die Stadt bislang bombardiert, doch das waren Schläge gegen Bahnhöfe und Industrieanlagen.

22:03 Uhr: Angriff. An Fallschirmen gehen die "Christbäume" der Markierungsbomber nieder und reißen die alte Barockstadt aus dem nächtlichen Dunkel. In knapp 20 Minuten werfen die Männer der Royal Air Force hunderte Tonnen Minen-, Spreng- und Brandbomben über Dresden ab.

23:30 Uhr: Entwarnung


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Alarm: Gegen 1 Uhr nähert sich eine zweite Bomberflotte Dresden. Die brennende Stadt ist aus über 80 Kilometer Entfernung zu erkennen.  

Angriff: 01:23 bis 01:55 Uhr. Erneut fallen hunderte Spreng- und Brandbomben auf die bereits in Flammen stehende Altstadt, mittendrin das Wahrzeichen - die Frauenkirche.

Auch in der Dresdner Johannstadt - einem reinen Wohnviertel weit weg von Bahnhof und Altstadt - werden fast ganze Straßenzüge mit Brand- und Sprengbomben belegt, hunderte Anwohner werden vom nun entfachten Feuersturm überrascht.

Entwarnung: 02:15 Uhr


   

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Als der Morgen des 14. Februars graut, ist das Zentrum der Stadt in dichten Rauch gehüllt. Aus den von den Bomben verschonten Wehrmachtskasernen werden 2.000 Soldaten in die Innenstadt abkommandiert. Auch Zwangsarbeiter sollen die überforderten Rettungskräfte unterstützen.

Alarm: 12:00 Uhr. Mitten in die Bergungsarbeiten hinein, ertönen erneut Motorengeräusche. 311 B-17 Bomber sind über der Stadt. Offizielles Ziel: das Reichsbahn-Ausbesserungswerk und der Bahnhof Friedrichstadt im Westen.

Angriff: 12:17-12:30 Uhr. Noch einmal 775 Tonnen Bomben fallen auf das bislang unzerstörte Stadtgebiet.

Entwarnung: 12:45 Uhr 

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Alarm: 11:15 Uhr

Angriff: 11:51 bis 12:01 Uhr. Auch am 15. Februar kommt es zu einem weiteren Angriff von 210 B-17-Bombern der Amerikaner, die knapp 500 Tonnen Sprengbomben abwerfen. Die Ziele liegen verstreut, konzentrierte Abwürfe gibt es am Landgericht.

Entwarnung: 12:30 Uhr

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Nach Schätzungen der Dresdner Historikerkommission sterben damals 25.000 Menschen, 350.000 verlieren ihr Obdach. Ein 15 Quadratkilometer großes Stadtgebiet ist verwüstet. 14.000 Wohnhäuser, 22 Krankenhäuser, 72 Schulen, 19 Kirchen, 6 Kapellen, zwei Museen, 5 Theater, 18 Lichtspielhäuser, 24 Banken, 26 Versicherungsgebäude, 31 Waren- und Kaufhäuser, 31 größere Hotels, 25 Großgaststätten, 62 Verwaltungsgebäude und 647 Geschäftshäuser sind vernichtet.

Militärische und wirtschaftlich bedeutsame Anlagen der Stadt erleiden kaum Beschädigungen.

Um den Ausbruch von Seuchen zu verhindern, werden auf dem Altmarkt 6.865 Tote eingeäschert - auf Bahngleisen als Rost. Das Verfahren stammt aus dem Vernichtungslager Treblinka.

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Die deutschen Luftangriffe gegen Städte wie Guernica (Bild) im April 1937, Warschau im September 1939 oder Coventry im November 1940 setzen eine Gewaltspirale in Gang. Die Alliierten schlagen zurück. Als kriegswichtiger Industrie- und Ballungsraum wird Mitteldeutschland ein bevorzugtes Ziel.

Im September 1941 - wenige Monate nach dem Überfall auf die Sowjetunion - ändert sich die strategische Lage. Dem britischen Premier Winston Churchill wird ein Plan vorgelegt, 43 deutsche Großstädte aus der Luft zu vernichten. Er ist skeptisch, geht aber darauf ein.

Am Ende werden die Alliierten feststellen, dass der Bombenterror das Ende des NS-Regimes nicht unbedingt beschleunigt, sondern die so genannte Volksgemeinschaft - aus "gewitzten Schiebern" und "Habenichtsen" zunächst zusammenschweißt.

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Nazideutschland hat den Luftkrieg begonnen. Am 24. August wird London versehentlich getroffen. Die RAF antwortet mit fünf Angriffen auf Berlin. Am 4. September verkündet Hitler in einer Rede im Sportpalast, er werde die britischen Städte "ausradieren". Am 7. September startet die Luftoffensive, der "Blitz", mit einem Großangriff gegen London.

Am 14. November ist Coventry an der Reihe. Getroffen wird ein Flugzeug-Motorenwerk, vor allem aber große Teile der historischen Innenstadt. Die zerstörte Kathedrale wird zum Symbol für barbarische Kriegsführung.

Bis zum Kriegsende sterben über 43.000 Engländer bei den Bombardements. 

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Der britische Premier Winston Churchill befiehlt am 9. Juli das "moral bombing" mit dem Ziel, "die Moral der deutschen Zivilbevölkerung zu zerstören und die der Industriearbeiter im Besonderen".

Wenige Wochen zuvor hat mit der Operation "Barbarossa" am 22. Juni der Überfall auf die Sowjetunion begonnen. In den ersten Stunden hat die deutsche Luftwaffe rund 2.300 sowjetische Flugzeuge, die meisten am Boden, zerstört. Die bis dahin zahlenmäßig stärkste Luftmacht. 

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Am 14. Februar erlässt das britische Luftfahrtministerium die "Area Bombing Directive" für die Royal Air Force. Das Flächenbomben wird zur offiziellen Doktrin des britischen Bomber Command. Darin heißt es: "Es ist ganz klar, dass die Zielpunkte Siedlungsgebiete sein sollen."

Oberbefehlshaber des Bomber Command wird am 23. Februar mit Arthur Harris ein überzeugter Verfechter dieser Strategie. Hohe eigene Verluste sind einkalkuliert: 55.564 von insgesamt 110.000 RAF-Angehörigen kommen ums Leben - jeder Zweite.

Am 28./29. März erfolgt mit dem Angriff auf Lübeck der erste Test, eine Stadt abzubrennen. Städte mit mittelalterlichen Zentren gelten als besonders verwundbar durch Brandbomben und damit als bevorzugtes Ziel. "Baedeker-Bombing" nennt die RAF das Verfahren.

Die alliierte Aufklärung erfasst das Dresdner Stadtgebiet am 17. April 1942

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Am 21. Januar vereinbaren der britische Premier Winston Churchill und US-Präsident Franklin D. Roosevelt die Koordination ihrer Luftstreitkräfte.

Nach der Vernichtung der 6. Armee in der Schlacht um Stalingrad mobilisiert Goebbels in seiner Sportpalastrede vom 18. Februar zum Totalen Krieg.

Britische und US-Bomber fliegen zwischen dem 24./25. Juli und bis 3. August vier Nacht - und drei Tagesangriffe auf Hamburg. In der Nacht zum 28. Juli kommt es zum Feuersturm. Rund 35.000 Menschen sterben in der "Operation Gomorrha", 900.000 werden ausgebombt.

Selbst die Briten sind überrascht, nie zuvor hatten ihre Bomben eine derart zerstörerische Wirkung erzielt, wie auch eins der Bilder aus den Tagen danach zeigt.


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In der so genannten "Big Week" vom 20. bis 25. Februar wird bei fast 10.000 Einsätzen der alliierten Flieger die deutsche Luftindustrie - in Augsburg, Schweinfurt, Regensburg und Stuttgart - weitgehend ausgeschaltet. Die Westmächte sind nun in der Luft weit überlegen.

Am 17. Juni kommt  es zum Abschuss der ersten V1 gegen England, später folgen V2-Raketen, die vor allem gegen Antwerpen eingesetzt werden. 30.000 Menschen fallen diesen Angriffen zum Opfer.

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Nur wenige Tage vor der Dresdner Bombennacht treffen sich die Führer der Anti-Hitler-Koalition am 4. Februar in Jalta. Churchill verspricht Stalin, seinen Vormarsch durch Luftschläge auf Mitteldeutschland zu unterstützen.

13. / 14. Februar: Bei den alliierten Angriffen auf Dresden sterben nach heutigen Schätzungen 25.000 Menschen. 350.000 verlieren ihr Obdacht.

Nach dem großen Medienecho distanziert sich Premier Churchill vom Bomber Command-Chef Arthur Harris und mahnt einen Strategiewechsel an. Militärisch relevante Objekten sollen Ziel sein, "statt dass wir Terror und zügellose Zerstörung verbreiten, so eindrucksvoll dies auch immer sein mag."

23./ 24. Februar: Auch in Pforzheim entfachen die Angriffe einen Feuersturm, jeder dritte Bewohner der Stadt stirbt. insgesamt ist von 20.000 Toten die Rede. Als letzte bis dahin unversehrte Stadt wird am 14. April Potsdam schwer getroffen.

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