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Los geht's

Orte der Arbeit I

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In Halle, Zeitz und Leipzig werden Produkte hergestellt, die sich bereits zu DDR-Zeiten großer Beliebtheit erfreuten. 

Kommen Sie mit auf eine multimediale Reise zu den vergessenen Orten der Arbeit.

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... sind nur drei der beliebtesten Süßwaren-Klassiker der DDR. Das Besondere: Sie werden bis heute erfolgreich produziert.

Längst sind die gegenwärtigen  Produktionsstätten aber nicht mehr die Orte, an denen ihre Erfolgsgeschichte einst begann.

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Die Entwicklung der ersten Hallenser Pralinen reicht über 200 Jahre in die Vergangenheit. Der Name "Halloren" wird allerdings erst seit 1952 geführt und geht auf die silbernen Knöpfe der Salzsieder-Bruderschaft zurück. Die in Folie verpackten Pralinen erinnern daran.

Es brauchte nur Butter, Kakao, Milchpulver, Sirup und Sahnearoma: Fertig war die Halloren Kugel.

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Andreas Patzenhauer, heute Chef für den Einkauf bei Halloren, über die Halloren Kugel

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Bis 1960 rollten Mitarbeiter die Halloren Kugeln noch per Hand, danach erleichterten Maschinen die Produktion.

Die Begeisterung der DDR-Bürger für die süßen Schokokugeln war enorm, die Nachfrage stieg rasant.

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Als langjähriger Mitarbeiter bei Halloren erinnert sich Andreas Patzenhauer an Schwierigkeiten bei der Produktion zu DDR-Zeiten. So hatte der Betrieb ab 1980 mit Engpässen bei der Beschaffung von Zutaten zu kämpfen.    


„Da gab es so eine Art Notrezeptur, da mussten wir dann teilweise eine bessere Margarine einsetzen."
                                             - Andreas Patzenhauer -

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... sollten die Halloren weiter produziert werden und auch im Westen Deutschlands einen Absatzmarkt finden. Stattdessen brach der Absatz zunächst ein.

Von einst 500 Mitarbeitern hatten nach der Wiedervereinigung nur noch 70 eine Anstellung.

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1992 verkaufte die Treuhand den Betrieb an einen Investor aus den alten Bundesländern. Der neue Besitzer sanierte die Betriebsstätte mit viel Geld und ermöglichte so den Neubau der Produktionshalle.

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Andreas Patzenhauer über eine wechselvolle Zeit

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Die Schokoladenfabrik Zetti wurde 1955 gegründet und setzt sich aus dem Ortsnamen Zeitz und dem Markennamen Sarotti zusammen.

Denn eines der Produktionsziele war es - so die Legende - Süßwaren herzustellen, die den erfolgreichen Produkten der Schokoladenfabrik Stollwerck im westdeutschen Köln ähneln sollten, wo unter anderem die Sarotti-Schokolade produziert wird.

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Zetti war bereits nach kurzer Zeit so erfolgreich, dass in dem Betrieb rund 1.000 Beschäftigte arbeiteten, um mit der Produktion von Knusperflocken, Bambina-Schokolade oder Naschi-Aufstrich hinterherzukommen.

Der VEB Zetti Schokoladen und Zuckerwaren Zeitz wurde zu einem der wichtigsten Schokoladen-produzenten der DDR.

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Dennoch versuchte man den Mitarbeitern manche Dinge zu erleichtern. So wurde in den 1970er-Jahren von Zetti eigens für die Angestellten ein Sozialgebäude errichtet, das vielfältig genutzt wurde.

Daran erinnert sich auch Stefanie Scholle noch gut:



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Stefanie Scholle über die einstige Nutzung des Sozialgebäudes

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Nach der Wiedervereinigung erwarb die Leipziger Goldeck Süßwaren GmbH im Jahr 1994 die Rechte an Zetti. Das 25.000 Quadratmeter große Industriegebäude in Zeitz wurde stillgelegt.

Die Produktion jedoch wurde aufrecht erhalten und an einen anderen Ort verlegt.

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Heute arbeiten knapp 100 Angestellte in einer 18.000 m² großen Fabrik unweit des alten Geländes. 

Zetti stellt neben den noch immer beliebten Knusperflocken mittlerweile über 40 verschiedene
Süßwaren her: von Edelnougat bis Schokoplätzchen.

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Vor über 200 Jahren gründete der adlige Gutsherr  Maximilian Freiherr Speck von Sternburg die einstige Sternburg-Brauerei in Lützschena, das mittlerweile ein Ortsteil von Leipzig ist. 1991 wurde der Standort in den Stadtteil Reudnitz verlegt, wo das Sternburg-Bier noch heute gebraut wird.

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Horst Dunger arbeitete seit seinem 17. Lebensjahr in der Sternburg-Brauerei, zuletzt als Qualitätsleiter Bierproduktion. Noch heute schätzt er den Geschmack des Gerstensafts.




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Wie schmeckt's denn?

Horst Dunger – ehemaliger Qualitätsmanager von Sternburg – beschreibt den Geschmack "seines" Bieres

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Neben Brot und Buletten war auch Bier bei den DDR-Bürgern sehr gefragt. Jeder DDR-Bürger trank im Schnitt 145 Liter Bier im Jahr. Das Bier aus dem VEB Getränkekombinat Leipzig war sehr beliebt.

Allerdings hatte man auch hier immer wieder mit Ressourcenknappheit zu kämpfen. 

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Herr Dunger, was tat man in Zeiten knapper Ressourcen?

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... hatte auch Sternburg mit der westdeutschen Konkurrenz zu kämpfen, die ihre Biersorten auf dem neuen Markt der ehemaligen DDR anpries.

Aufgrund der plötzlich großen Auswahl sank die Nachfrage nach dem regionalen Sternburg-Bier.

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Nach der Wende versuchte man, die Marke Sternburg zu retten.

1991 verkaufte die Treuhand die Sternburg-Brauerei an die Dortmunder Brau- und Brunnen AG.

Seit 2006 gehört das Sternburg Bier zur Radeberger Gruppe.

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Sternburg Bier wird heute in Leipzig-Reudnitz produziert. Das Sortiment hat sich um verschiedene Geschmacksrichtungen erweitert, und das "Sterni" kommt auch bei jungen Konsumenten gut an.

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Die Orte der Arbeit verändern sich.
Was geblieben ist von den ehemaligen DDR Betrieben, sind oftmals verfallene Gebäude und leerstehende Räume. Andere Fabrikgelände jedoch werden bis heute aktiv genutzt.

Gemeinsam zeugen sie von der wechselvollen Industriegeschichte der DDR.

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