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Wer beherrscht den Osten

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87 Prozent der Wohnbevölkerung in den neuen Bundesländern sind heute Ostdeutsche, d.h. sie sind in dieser Region aufgewachsen.

Doch sind sie auch gleichermaßen in den Machtzentralen des Ostens vertreten?

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Ist der Anteil der Ostdeutschen in den Chefetagen der neuen Länder inzwischen gestiegen?

Eine Studie der Universität Leipzig im Auftrag des MDR hat genau das untersucht. Die Ergebnisse präsentieren wir in dieser Multimedia-Reportage.

Doch schätzen Sie zunächst selbst: Wie stark sind die Ostdeutschen heute in Spitzenpositionen vertreten - angefangen bei den Medien?



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Zwei von 23 Verlagsleitern und Geschäftsführern sind Ostdeutsche, das sind gerade einmal 9 Prozent.

Ein möglicher Grund: Vier im Westen ansässige Verlage teilen sich den ostdeutschen Zeitungsmarkt auf. Die Macht über Personal und Inhalte liegen so in ihrer Hand.

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Eines dieser Unternehmen ist die Funke Mediengruppe. Ihr gehören fast alle thüringischen Tageszeitungen. Der Hauptsitz liegt in Essen in Nordrhein-Westfalen, die Zentralredaktion befindet sich in Berlin.

Zeitungen wie die Thüringer Allgemeine bekommen die Artikel für überregionale Themen von hier zugeliefert. Der regionale Teil entsteht anschließend in den thüringischen Lokalredaktionen.

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Sergej Lochthofen war fast 20 Jahre lang Chefredakteur der Thüringer Allgemeinen. Als die Mauer fiel, arbeitete er hier als Zeitungsredakteur und wurde von der Belegschaft in die leitende Funktion gewählt.

2009 war Schluss: Lochthofen protestierte gegen geplante Budgetkürzungen und wurde kurzerhand entlassen.















Noch heute kritisiert er die Umstrukturierung und Zentralisierung der Regionalzeitungen...

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Inzwischen rücken die ostdeutschen Chefredakteure in die Zeitungsverlage nach.
Ihr Anteil ist in den neuen Bundesländern von 42 Prozent im Jahr 2004 auf heute 62 Prozent gestiegen.


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Johannes Beermann kam aus Bonn nach Dresden. Sein Bonner Ministerium schickte den jungen Juristen 1990 in den Osten. Er war einer von zehntausenden Aufbauhelfern.

Beermann konnte seine Erfahrung aus dem Ministerium für Gesundheit nutzen und half eine neue Verwaltung im Gesundheitswesen aufzubauen.

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Den Höhepunkt seiner Karriere hat Beermann dem Osten zu verdanken: 2008 berief ihn der sächsische Ministerpräsident Stanislav Tillich zum Chef der Staatskanzlei.

Inzwischen ist Beermann weitergezogen und auf Vorschlag der Länder Thüringen und Sachsen Bundesbank-Vorstand geworden.

Wie viele der Westdeutschen sind bis heute in der ostdeutschen Politik geblieben? Wie viele Ostdeutsche rückten in die Spitzenpositionen nach?

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Mit 70 Prozent ist die Repräsentanz der Ostdeutschen in den Ministerien der Länder relativ hoch, bleibt aber noch immer deutlich hinter dem ostdeutschen Anteil derer, die sie vertreten sollen.

An den Schnittstellen zwischen Politikern und den Beamten der Ministerien sind die Ostdeutschen sogar in der Minderheit. Nur 46 Prozent der Staatssekretäre sind ostdeutsch.

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Das fühlt sich teilweise von der Politik nicht repräsentiert - zumindest der Wahlbeteiligung nach zu urteilen:

Auf der kommunalen Ebene liegt diese mit 6 Prozentpunkten deutlich unterhalb der westdeutschen Wahlbeteiligung. Bei den Landtagswahlen gehen durchschnittlich 5 Prozent weniger Menschen wählen als im Westen.







Was sind die Motive der Menschen, wählen zu gehen oder sich dagegen zu entscheiden?

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Heute sind 49 der 100 größten Unternehmen in Ostdeutschland in ostdeutscher Hand. 21 haben einen ausländischen, 30 einen westdeutschen Eigentümer.









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Nur 25 Prozent der Unternehmen werden von Ostdeutschen geführt. Häufiger sind die Ostdeutschen in den Stellvertreterpositionen zu finden - hier machen sie immerhin 45 Prozent aus.



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1992 übernahm der Westdeutsche Heinrich von Nathusius den Automobilzulieferer IFA Rotorion von der Treuhandanstalt.

Der erfahrene Mittelständler baute den einst volkseigenen Betrieb zum größten Unternehmen der Automobilbranche in Sachsen-Anhalt aus.

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Inzwischen hat der Sohn Felix von Nathusius die Nachfolge als geschäftsführender Gesellschafter übernommen. Unternehmensleiter bleibt damit ein Westdeutscher.

Ein Phänomen in Unternehmen mit westdeutschem Eigentümer? Keineswegs: Ostdeutsche Eigentümer stellen noch seltener ostdeutsche Manager ein.


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Mit der deutschen Einheit ging ein radikaler Umbau des wissenschaftlichen Systems einher - eine Zäsur für die meisten Akademiker.

Für die einen bedeutete der Umbau einen Karriereknick, andere verloren ihren Beruf - über die Hälfte der Wissenschaftler wurde entlassen.









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Drei von 22 - das sind gerade einmal 14 Prozent der Rektoren. Sie sind die akademischen Leiter einer Hochschule.

Deutlich häufiger sind die Ostdeutschen unter den Kanzlern mit 50 Prozent vertreten. Sie führen die Verwaltung der Hochschulen.


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Jan-Hendrik Olbertz ist eine Ausnahme: Mit seiner Ostbiografie hat er es an die Spitze einer wissenschaftlichen Institution geschafft.

Der zu DDR-Zeiten promovierte Erziehungswissenschaftler war Institutsleiter, Kultusminister und bis Mitte Mai 2016 Rektor der Humboldt-Universität zu Berlin.

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Mit seinem Abtritt als Präsident der Berliner Universität ist Olbertz wieder Professor für Erziehungswissenschaften. Seine Nachfolgerin ist eine Hochschullehrerin aus Schleswig-Holstein.



Entgegen der anfänglichen Erwartung ist die Dominanz von Amtsträgern aus dem Westen keine vorübergehende. Eine ostdeutsche Kanzlerin kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass bis heute Ostdeutsche kaum in gesellschaftliche Spitzenpositionen eingerückt sind.

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Wer beherrscht den Osten?
Eine zweiteilige Dokumentation

Die Dokumentation wirft einen gegenwärtigen Blick auf die Strukturen und Eliten in Ostdeutschland. Von wem werden die Ostdeutschen beherrscht und fühlen sie sich fremdbestimmt?

Eine Koproduktion der Hoferichter & Jacobs GmbH und des Mitteldeutschen Rundfunks.

Teil 1: Dienstag, 31.05. um 22:05 Uhr
Teil 2: Dienstag, 07.06. um 22:05 Uhr
jeweils im MDR Fernsehen

www.wer-beherrscht-den-osten.de
 

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