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WGDO

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Mit der deutschen Einheit begann einer der größten Umverteilungsprozesse im Nachkriegseuropa. 
Was in der DDR als "Volkseigentum" bezeichnet wurde, musste in neue Hände.

Ein Prozess voller Widersprüche - bis heute.



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Trailer – Wem gehört der Osten?

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Offiziell gehörten die Flächen, Wohnungen, Betriebe und Ländereien, die als "volkseigen" deklariert waren, allen DDR-Bürgern. 

Tatsächlich kontrollierte der Staat dieses "Volkseigentum". 





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Am Ende der DDR zählten 40% aller Wohnungen, rund 34% der landwirtschaftlichen Nutzflächen und 66% des Waldes zum "Volkseigentum". 

Um all das mit der Wiedervereinigung zu privatisieren, wurde eigens eine Behörde gegründet: die Treuhandanstalt.

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Aufgabe der Treuhand: Privatisierung

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Im Zuge der Privatisierung verkaufte die Treuhand von über 12.000 Betriebsteilen knapp 7.000 an Interessenten aus Westdeutschland oder dem Ausland und an das Management.

4.000 Betriebe wurden einfach geschlossen und nur 2.000 gingen an die Alteigentümer zurück.

Auch der einst staatliche Wohnungsbestand wurde privatisiert.

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1990 gehörten 40 % der Wohnungen in Ostdeutschland dem Staat, der Rest war genossenschaftliches und privates Eigentum, oft aber staatlich verwaltet. 

Heute sind nur noch 14 % der Wohnungen in kommunaler Hand. Den größeren Teil besitzen privatwirtschaftliche Wohnungsunternehmen, die Kirche und andere Organisationen.


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... kommunaler Wohnraum: Das ist die Situation in Dresden.

Die sächsische Landeshauptstadt verkaufte 2006 ihren gesamten Wohnungsbestand. 48.000 Wohneinheiten gingen an einen Investor. 
Dresden war auf einen Schlag schuldenfrei, hatte aber kaum noch Möglichkeiten, Wohnungspolitik zu gestalten.

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Der Verkauf des kommunalen Eigentums in Ostdeutschland

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Die Privatisierung der Landflächen in Ostdeutschland ist bis heute nicht ganz abgeschlossen.

Von ursprünglich vier Millionen Hektar stehen noch knapp 190.000 Hektar landwirtschaftliche Flächen und 19.000 Hektar Forst zum Verkauf.

Im Vergleich zu 1992 ist das nicht mehr viel. 


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Von 1992 bis 2014 wurden 815.000 Hektar Landwirtschafts- und 583.100 Hektar Waldfläche verkauft.

Verantwortlich für die Privatisierung ehemaliger DDR-Flächen ist seit 1992
eine Nachfolgegesellschaft der Treuhand:
die BVVG (Bodenverwertungs- und verwaltungsgesellschaft).










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Die BVVG verkauft die Flächen heute an den Höchstbietenden.

1991 verlangte die Treuhand rund 3.700 Euro für einen Hektar Land.

23 Jahre später kostete ein Hektar von der BVVG über 17.000 Euro - mehr als das Vierfache.

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Am Anfang war eine der großen Sorgen der Ostdeutschen, dass der alte Adel sein Land zurückfordern würde.

Doch der Einigungsvertrag besagt, dass die Ergebnisse der Bodenreform (1945-48) und die Enteignungen während der sowjetischen Besatzungszeit Bestand haben.



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...  ist Fürst Heinrich XIV. Reuß. Der Österreicher mit ostdeutschen Wurzeln gehört zum Adelsgeschlecht der Reußen.
  
Jahrhunderte lang besaß seine Familie Flächen in Sachsen und Thüringen.
Rückübertragen wurde ihnen nach 1990 nur wenig. Sie mussten die Flächen zunächst pachten und dann zurückkaufen.

Von einst 20.000 Hektar gehören ihnen heute wieder 2.200 Hektar Wald und Land. 


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Fürst Heinrich XIV. Reuß kämpft um den Familienbesitz

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Einst teilte die Grenze als Todesstreifen das Land. Heute steht sie als "Grünes Band" unter Naturschutz.

30.000 Flurstücke sind betroffen. Naturschützer versuchen so viele wie möglich davon zu kaufen.

Einige der Besitzer hatten Sorge, erneut enteignet zu werden.


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Karin Kowoll vom B.U.N.D. verhandelte mit den Eigentümern

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Bis 2014 wurden insgesamt 64.520 Hektar aus dem Bestand der BVVG an Naturschutzorganisationen übergeben.

Insgesamt stehen in Ostdeutschland
485.000 Hektar unter Naturschutz,
das entspricht etwa 5 % der Fläche.






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... vor allem in den Städten.
 
Unmittelbar nach der Wiedervereinigung kauften vor allem Westdeutsche Immobilien und Flächen im Osten, denn sie hatten das nötige Kapital. Außerdem wurden Investitionen in den Neuen Ländern großzügig steuerlich gefördert.

Noch heute zeigt sich das in der Eigentümerstruktur ostdeutscher Städte.




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In Binz auf der Insel Rügen ist beispielsweise nicht einmal mehr die Hälfte der Flurstücke in ostdeutscher Hand.
In Dresden gehören noch 61 % Ostdeutschen und in Halle 77 %.



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Zwei Ostdeutsche sind es auch, die derzeit das Leipziger Stadtbild maßgeblich verändern. 

Die Immobilien-Projektentwickler
Holger Krimmling und Jörg Zochert wollen die alte Hauptpost sanieren. Dort sollen unter anderem eine Luxusklinik und noble Studentenapartments entstehen.

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Ostdeutsche realisieren Leipziger Großprojekt

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Krimmling und Zochert haben neben der Post noch ein anderes Projekt in Leipzig:
die Luxussanierung einer ehemaligen Karosseriefabrik. 

Die Wohngemeinschaft, die dort seit Jahren lebt, muss sich nun ein neues Zuhause suchen.





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Wenn Mieter weichen müssen

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Bis heute ist die Frage "Wem gehört der Osten?" nicht einfach zu beantworten.

Die Städte sind von den westdeutschen Großinvestoren geprägt, das Land hingegen von den ostdeutschen Nachfolgern ehemaliger DDR-Genossenschaften.

Das Privateigentum fühlt sich wohl im einstigen Land ohne Kapital.

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Wem gehört der Osten?
Eine Film-Reihe von Ariane Riecker

Die Dokumentation wirft einen sehr gegenwärtigen Blick auf Ostdeutschland 25 Jahre nach der Wiedervereinigung.
Die Stadt, das Land, die Heimat - wem gehört im Osten eigentlich was?

Eine Koproduktion der Hoferichter & Jacobs GmbH und des MDR Fernsehens.

www.wem-gehoert-der-osten.de

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