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Los geht's

depechemode

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Dave Gahan

In den 1980er Jahren hat Depeche Mode im gesamten Ostblock eine riesige Fangemeinde - ganz besonders in Ostdeutschland. Doch ein Konzert der englischen Synthie-Popper in Ost-Berlin? Im Jahr 1988 ist das für die vielen tausend Fans in der DDR unglaublich.

Aber es ist wahr.

Die DDR-Führung spürt zu dieser Zeit einen wachsenden Unmut bei der Jugend im Land und nickt eine geniale Idee ab: Ein Konzert der britischen Synthie-Popper getarnt als Geburtstagsfeier der FDJ.

Am 7. März 1988 - genau vor dreißig Jahren - geben die Musiker aus Basildon ihr erstes und einziges Konzert in der DDR.

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Während die geteilte Stadt im März 1988 ihren ganz normalen Alltag erlebt, versucht die Künstleragentur der DDR mit wenig Geld und noch weniger Zeit, das Depeche-Mode-Konzert in der Werner-Seelenbinder-Halle zu organisieren.

Als Kultursekretär der FDJ ist Rainer Börner mitverantwortlich für das Großereignis. Für ihn stellen sich vor allem zwei Fragen: Ist die Seelenbinder-Halle groß genug für die vielen tausend Fans und wie kann er die DDR-Führung überhaupt von Depeche Mode überzeugen?



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Angeblich erhalten Depeche Mode 5.000 Westmark für das Konzert im Osten - für die Weltstars schon damals ein Witz-Honorar.

Doch die Musiker sind neugierig auf ihre treuen Fans hinter der Mauer. Zudem verspricht ein Konzert in Ost-Berlin eine Strahlkraft auch in den Westen - perfekte Promotion für das neue Album "Music for the Masses".

Und so geht am Ende alles ganz schnell für den damaligen DDR-Konzertveranstalter Gerald Ponesky.

Depeche Mode: "People Are People" (1984)
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Depeche Mode in Berlin

Karten für das Konzert gibt es nicht frei zu kaufen - zumindest nicht legal. Den Verantwortlichen ist klar, dass die Nachfrage das Angebot bei weitem übertreffen wird. Also verteilt man die Karten über die FDJ an den Schulen, ausschließlich in Berlin.

Thilo Schmied ist einer von 6.500 glücklichen Schülern, der auf diesem Weg eines der begehrten Tickets erhält.

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Der reguläre Preis für ein Ticket beträgt 15 Ostmark. Auf dem Schwarzmarkt werden allerdings ganz andere Preise aufgerufen. Es soll sogar jemand einen Trabi gegen eine Konzertkarte getauscht haben.

Auch der 14-jährige Schüler Sascha Lange zahlt einen hohen Preis, um seine Idole live zu erleben.

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Kurz bevor Depeche Mode ihr legendäres Konzert geben, wird noch ein exklusives Interview mit dem DDR-Fernsehen organisiert.

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Das Konzert feuert den Depeche-Mode-Hype im Land nochmal ordentlich an. Die düster-melancholische Musik und die kühle Bildsprache der Synthie-Popper treffen die Gefühlswelt der DDR-Jugend.

Depeche Mode: "Never Let Me Down" (1987)
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Sie sind die "Great Fans" aus Zwickau: Torsten, Anja, Enrico, Tom, Ingo und Andreas sammeln in den 1980ern alles über ihre Idole.

Sie stylen sich wie Gore, Fletcher, Gahan oder Wilder, experimentieren mit Frisuren und Klamotten und veranstalten eigene Depeche-Mode-Partys im FDJ-Jugendclub "Hauptstraße".

Der damalige Jugendclubleiter Detlef Bergmann filmt die "Great Fans" 1989 mit seiner VHS-Videokamera.

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Bis heute ist die Anziehungskraft von Depeche Mode im Osten Deutschlands ungebrochen. Konzerte - wie im letzten Sommer in Leipzig, Berlin oder Dresden - ziehen Hunderttausende Fans.

Die Verbundenheit zu einer Band, die allen Widerständen und Schwierigkeiten zum Trotz ein Konzert in Ostberlin gegeben haben, ist bis heute ungebrochen. 

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