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Schafft Sachsen das?

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Die religiöse Vielfalt in Deutschland nimmt zu und das nicht zuletzt auch wegen der zugezogenen Flüchtlinge, von denen viele dem Islam angehören. Während 1950 rund 95% der in Deutschland lebenden Menschen katholisch oder evangelisch waren, gehört heute die Mehrheit mit rund einem Drittel keiner Religion an. Fast genauso viele Menschen gehören der Katholischen Kirche (24,2 Mio.) oder den Evangelischen Landeskirchen (23 Mio.) an. Die drittstärkste Religionsgemeinschaft in Deutschland ist mit 4 Mio. Angehörigen tatsächlich der Islam.

Die Einstellungen der Deutschen zu den verschiedenen Religionsgemeinschaften gehen teilweise weit auseinander. Laut einer Umfrage im Auftrag der Antidiskriminierungsstelle des Bundes geben 92% der Befragten an, eine positive Haltung gegenüber Christen zu haben. 84% der Befragten nennen eine positive Haltung gegenüber Personen jüdischen Glaubens. Die Haltung gegenüber Muslimen fällt dagegen deutlich kritischer aus. Zwar ist auch hier eine Mehrheit, nämlich 64% positiv eingestellt, aber ein Drittel gibt offen zu, ein eher oder sogar sehr negatives Bild von Menschen muslimischen Glaubens zu haben. Bei 50% überwiegt die Sorge vor Konflikten.

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Professor Karlheinz Ruhstorfer ist Religionswissenschaftler und Inhaber des Lehrstuhls für Systemische Theologie an der TU Dresden. Für ihn stellt sich nicht die Frage, ob der Islam zu Deutschland passt oder nicht. Er plädiert dafür, zu akzeptieren, dass es aufgrund der weltgeschichtlichen Veränderungen mehr Muslime in Deutschland gibt, die integriert werden müssen.

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Salam Aleikum, (arabisch) „der Friede sei mit euch“– das ist der Gruß der Muslime. Der Islam kam vor rund 1440 Jahren in die Welt. Der Prophet Mohammed verbreitete den Glauben unter den Menschen. Islam bedeutet „Unversehrtheit“ oder „Frieden“. Der Islam ist nach dem Christentum die zweitgrößte Weltreligion. Rund 1,6 Milliarden Menschen bekennen sich zum Islam. Diese Religion ist monotheistisch, das heißt, die Anhänger des Islam, die Muslime erkennen nur einen allumfassenden Gott an: Allah. Gleichwohl ist der Islam mit dem Judentum und dem Christentum verwandt. Der von Mohammed verfasste Koran ist die wichtigste Grundlage des Islam.

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Der Begriff „Moschee" leitet sich vom arabischen „masdschid" ab und bezeichnet einen „Ort, an dem man sich niederwirft.
Der Bedarf an Moscheen steigt mit der Zuwanderung von Muslimen an. In Sachsen gibt es bislang 13 gemeldete Moscheen. In Leipzig fünf, in Dresden und Chemnitz drei, in Zwickau und Freiberg jeweils eine. Gleichwohl äußern sich viele Deutsche skeptisch über die religiöse Praxis, viele wünschen keinen Neubau von Moscheen. 52% aller Befragten sprechen sich gegen eine Erleichterung beim Bau von nichtchristlichen Gotteshäusern und Gebetsräumen aus.
Auch in der Al-Mustafa Moschee im Marwa Elsherbiny Kultur- und Bildungszentrum in Dresden kommen immer mehr Muslime zu den Gebeten. Bei der Gründung der Moschee 2009, kamen nicht mehr als 60 Männer. Mittlerweile sind es an die 700.

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Ahmed Menanne stammt aus Marokko.
Der gläubige Muslim kam vor etlichen Jahren zum Studium in die Elbestadt. Seit seinem Studium arbeitet er als Ingenieur. Längst fühlt er sich hier in Dresden zu Hause. Auch wegen der Glaubensgemeinschaft. Der Marokkaner ist eines der knapp 3500 Mitglieder, die regelmäßig die Moschee im Marwa Elsherbiny Kultur-und Bildungszentrum in Dresden besuchen.

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In Am Sayad Mahmood ist vor 20 Jahren aus dem Irak nach Dresden geflüchtet. Heute bietet sie Flüchtlingen in Dresden unter anderem als Vorstandsvorsitzende im Ausländerrat und Mitarbeiterin im Ökumenischen Informationszentrum ihre Hilfe an. Ihren Glauben hat sie auch in ihrem Alltag fest integriert.

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In Deutschland gilt der Salafismus als die zur Zeit dynamischste islamistische Bewegung. Ihr werden derzeit deutschlandweit 3600 Anhänger zugerechnet. Salafismus ist nicht mit Extremismus oder Terror gleichzusetzen. Er ist eine religiös-fundamentalistische Strömung des Islam. Salafisten geben vor, ausschließlich nach dem Koran und streng nach den vom Propheten Mohammad überlieferten Aussagen und Handlungen zu leben. Sie bezeichnen sich selbst als die wahren Gläubigen. Anpassungen der Islamauslegung werden durch sie als „unislamische Neuerungen“ stigmatisiert und führen zum Unglauben. Das heißt auch, dass sie alle anderen Religionen und muslimischen Glaubensrichtungen zu ihrem Feindbild erklären. Viele Salafisten sehen Gewalt als Mittel der Verteidigung und gegen islamfeindliche Mächte als legitim an. 

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Nach salafistischem Glauben ist die Scharia von Gott gesetztes Gesetz. Die Scharia wird als Regelwerk verstanden und enthält alle Bestimmungen, die im Koran und in der Prophetenüberlieferung niedergelegt sind. Das Handeln eines Muslims soll ausschließlich darauf gerichtet sein. Für bestimmte Vergehen wie Alkoholgenuss, Ehebruch, Unzucht, schwerer Diebstahl und Raubmord sind aus Überlieferung übernommene drakonische Strafen zu verhängen. Nach der strengen Lehre sind Männer und Frauen vor Gott zwar gleichwertig. Dennoch lehnen Salafisten die Gleichberechtigung der Geschlechter ab. Sie begründen dies mit konkreten Textstellen im Koran und in der Sunna und damit, dass Männer und Frauen eine unterschiedliche körperliche und geistige Konstitution aufweisen und somit unterschiedliche Rollen in der Gesellschaft ausfüllen. Frauen werden einseitig auf die Rolle der Hausfrau und Mutter festgelegt. Männer dagegen gelten als Vormund ihrer Frau, ihnen wird die Rolle des „Beschützers“ und „Versorgers“ zugeschrieben. Damit wird ihnen auch ein Züchtigungsrecht gegenüber „ungehorsamen“ Frauen eingeräumt. Die Scharia ist – so die salafistische Auffassung – unabwandelbar und unaufhebbar. Sie untersteht keinem weltlichen Gericht und kann nicht menschlichen Erwägungen unterworfen oder hinterfragt werden. Gleichwohl sollen Staat, Rechtsordnung und Gesellschaft nach salafistischen Regelwerk - als von Gott gewollte Ordnung - angesehen und propagiert werden.  

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Die ultrakonservative Strömung des Islam ist in Sachsen vergleichsweise klein. Zu den 170 Anhängern, die der Verfassungsschutz derzeit beobachtet, gibt es noch 80 bis 100 weitere Islamisten. Für den Verfassungsschutz sind Salafisten dann interessant, wenn sie öffentlich - ob in Moscheen, ob im sozialen Netzwerk - die Abschaffung der freiheitlichen demokratischen Grundordnung anstreben und damit in einen Gegensatz zur Verfassung der Bundesrepublik Deutschland geraten. Zentrum der salafistischen Szene in Sachsen ist die Leipziger Al-Rahman-Moschee. Man beobachte den steigenden Zulauf der Besucher, so Martin Döring, Sprecher des Sächsischen Landesamtes für Verfassungsschutz.

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Auch in der Israelitischen Religionsgemeinde in Leipzig beobachtet man die neuen muslimischen Nachbarn in Deutschland sehr aufmerksam. Zsolt Balla hat lange Zeit in Israel gelebt. Der Rabbiner kennt die Sorgen der Jüdischen Gemeinden in Westeuropa und nimmt sie sehr ernst. Immer häufiger gibt es weltweit Angriffe von Muslimen auf Juden. Gleichwohl setzt der Rabbiner auf Dialog.

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Diese jungen Männer flüchteten über die Balkanroute aus dem Iran. Sie haben sich bewusst für Deutschland entschieden, für ein Land, in dem Freiheit und Demokratie hochgehalten werden. Fast alle Iraner hier haben sich im Januar taufen lassen - in der St. Nicolaikirche in Döbeln. Jetzt treffen sie sich regelmäßig zum Bibellesen. Auf Farsi natürlich. Die Gemeinde reagiert aufgeschlossen auf die 13 Konvertierten.

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Arndt Kretzschmann ist Bezirksjugendwart im Kirchenbezirk Leisnig-Oschatz. Er leitet den Bibelkreis mit den iranischen Flüchtlingen in Döbeln. Für ihn stellt sich nicht die Frage, ob die Iraner mit der Taufe nur ihr Asylverfahren beschleunigen wollen.

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Kapitel 2 Religion

Koran 2

Ruhstorfer

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Kapitel 4 Weitere Reportagen aus der Reihe "Schafft Sachsen das?"

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