Hinweis

Für dieses multimediale Reportage-Format nutzen wir neben Texten und Fotos auch Audios und Videos. Daher sollten die Lautsprecher des Systems eingeschaltet sein.

Mit dem Mausrad oder den Pfeiltasten auf der Tastatur wird die jeweils nächste Kapitelseite aufgerufen.

Durch Wischen wird die jeweils nächste Kapitelseite aufgerufen.

Los geht's

Hirndoping - Erfolg um jeden Preis

Logo https://reportage.mdr.de/gehirndoping

Die Sucht

Vorankommen, weitermachen, besser werden: Auch dann noch, wenn Körper und Geist ermüden, das Optimale aus sich herausholen.

Kaffee macht wach, und hält wach. Erst einmal. Doch was, wenn der Kaffee nicht mehr reicht? Was, wenn die Arbeit nicht weniger wird?



Zum Anfang
Cornelia Walter* will ihre Geschichte erzählen. Nur erkannt werden möchte sie nicht.

Sie will ihre Kinder schützen und sich selbst.

Denn ihre Geschichte ist die Geschichte ihres Mannes, dem der Leistungsdruck zum Verhängnis wurde.


(*Name von der Redaktion geändert)
Zum Anfang
0:00
/
0:00
Video jetzt starten
Wir treffen Cornelia Walter zum Interview in einem Krankenhaus am Stadtrand von Frankfurt.

Hier hat ihr Mann als Krankenpfleger gearbeitet - in der Psychiatrie.

Ein Job, den er geliebt, der ihm aber auch viel abverlangt hat.

Video öffnen

Zum Anfang

Druck im Arbeitsleben

Drogen in der Arbeitswelt - Ein Problem vor allem da, wo die Arbeitstage lang sind. Wo in Schichten gearbeitet wird. Wo aber auch viel Leid ertragen werden muss - zum Beispiel in der Pflege.

Nach dem DAK-Gesundheitsreport 2015 kann sich ein Drittel der Befragten vorstellen, seine Leistung mithilfe von Pillen zu optimieren.
Zum Anfang

Cornelia Walter erzählt, wie sich ihr Mann unter dem Eindruck der Medikamente zunehmend verändert hat.

0:00
/
0:00
Video jetzt starten
Für Cornelia Walters Mann wird es einfach zu viel. Frei verkäufliche Tabletten reichen ihm nicht mehr.

Er greift zu Speed, Cannabis und zu starken, verschreibungspflichtigen Medikamenten, zu denen er als Pfleger jederzeit Zugang hat.

Das macht ihn unberechenbar.

Video öffnen

Zum Anfang
Cornelia Walters Mann ist kein Einzelfall.

"Doping am Arbeitsplatz" hat die DAK ein Kapitel in ihrem ihrem Gesundheitsreport 2015 überschrieben.

Den Zahlen der Krankenkasse zufolge hat jeder 14. Arbeitnehmer mindestens einmal verschreibungspflichtige Medikamente genommen, um sich für den Job aufzuputschen.

Schaut man auf die Dunkelziffer, ist es sogar jeder Achte.

Tendenz: steigend.
Zum Anfang

Prof. Klaus Lieb ist Chefarzt an der Uniklinik Mainz. Er hat die bisher größte Studie zu Hirndoping unter Studenten durchgeführt.

0:00
/
0:00
Video jetzt starten
Jeder fünfte Studierende in Deutschland putscht sich mit leistungssteigernden Mitteln auf.

Und die Bereitschaft ist noch viel größer!

Vier von fünf können sich vorstellen, Pillen zu nehmen, wenn diese keine Nebenwirkungen haben.

Video öffnen

Zum Anfang

Medikamentenmissbrauch und wo die Pillen herkommen

Medikamentenmissbrauch ist nach Tabak- und Alkohol inzwischen das drittgrößte Suchtproblem in Deutschland.

1,4 Millionen Menschen in Deutschland gelten als medikamentenabhängig.

Alle Berufsgruppen sind betroffen, sagen Suchtmediziner: im Besonderen aber Studenten, Angestellte, Mitarbeiter in leitenden Positionen und Pfleger.



Zum Anfang

Andreas Brendtner ist Allgemeinmediziner in Gardelegen. Er kennt die Tricks seiner medikamentenabhängigen Patienten. Doch viel tun kann er nicht.

0:00
/
0:00
Video jetzt starten
Koffeinpulver gibt es problemlos in großen Mengen im Internet, auch viele Medikamente sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.

Und auch verschreibungspflichtige Präparate lassen sich recht leicht beschaffen - viele Betroffene holen sich die nötigen Rezepte einfach von verschiedenen Ärzten.

Das macht es schwer, Medikamentenabhängige zu erkennen.

Video öffnen

Zum Anfang

Cornelia Walters Mann stirbt an den Folgen seiner Sucht.

0:00
/
0:00
Audio jetzt starten
Wenn Kaffee und Koffeintabletten nicht mehr reichen, helfen Pillen auf Rezept oder Drogen.

Kein Schlaf, trotzdem konzentriert - alles scheint zu gelingen. Ein Trugschluss.

Denn irgendwann macht der Körper einfach nicht mehr mit.

Audio öffnen

Zum Anfang

Der Entzug

Wo ist die Grenze? Wo ist Schluss?

Ein Entzug kann helfen. Aber er setzt voraus, dass die Sucht erkannt wird.

Im Fall von Cornelia Walters Mann kam jede Hilfe zu spät.

Sie fragt sich bis heute, was sie hätte anders machen können.

Zum Anfang
Zum Anfang
Scrollen, um weiterzulesen Wischen, um weiterzulesen
Wischen, um Text einzublenden