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Los geht's

Grenzenlose Forschung II

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INTRO

T E I L  II
INTERNATIONALITÄT ALS HINDERNIS

Ein Einblick von Lisa Hentschel
MDR Wissen


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TEIL I unseres Projekts "Grenzenlose Forschung" hat gezeigt, dass internationale Zusammenarbeit in Mitteldeutschland Alltag ist. Zumindest bei denen drei Institutionen, die uns einen Einblick in ihren Forschungsalltag gewähren:

Die Global Young Academy in Halle
mit ihrem Ziel, jungen WissenschaftlerInnen auch in wirtschaftlich benachteiligten Kontinenten wie Afrika den Berufseinstieg zu vereinfachen.

Die Evolutionäre Anthropologie des Max-Planck-Instituts in Leipzig, die die besten ForscherInnen aus der Welt nach Sachsen holen.

Der Transcampus der TU Dresden, dessen Partnerschaft mit dem King's College über eine strategische Zusammenarbeit hinausgeht.

Alltag bedeutet allerdings nicht, dass die Vernetzung in Halle, das tägliche Treffen in Leipzig oder der Austausch nach London problemlos vonstatten gehen. Internationalität in der Forschung zeigt uns Hürden - gemacht, verstärkt, verringert, gelebt durch Politik und Gesellschaft. Das beginnt im täglichen Dialog, geht über die Chancenungleichheit der beteiligten Länder hinaus und lässt Treffen über Ländergrenzen hinaus platzen. 

Was sind die Herausforderungen?    




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Internationale Forschung über Länder- bis Kontinentalgrenzen hinweg bedeutet also Mehraufwand.

Und nun? Internationale Forschung internationale Forschung sein lassen, zurückrudern, sich lediglich auf Deutschland konzentrieren? Diese Frage stellt sich für die Beteiligten erst gar nicht. Weder in Halle noch in Leipzig noch in Dresden.

Vielmehr nehmen die ForscherInnen die Patzer im Alltag gerne in Kauf. Und sagen zugleich, was sich dringend ändern sollte.

Los geht's mit denen, deren Baustellen bei Kommunikations-Patzern beginnen.
 
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KOMMUNIKATION

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Die internationale Forschungssprache ist Englisch. Sich auch fachspezifisch austauschen zu können, ist für Mitglieder beispielsweise der Abteilung für Evolutionäre Genetik des Max-Planck-Instituts in Leipzig Grundvoraussetzung.

Egal, ob das Ursprungsland des AG-Mitglieds Deutschland ist, wie bei Marie-Therese Gansauge; die junge Forscherin direkt aus den USA stammt, wie Elena Zavala; oder der junge Forscher, wie Diyendo Massilani, der in Zentralafrika geboren wurde.






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Diyendos Massilanis Erfahrungen bestätigen sich rund 150 Kilometer weiter südöstlich. An der TU Dresden setzt auch Prof. Dr. Stefan R. Bornstein voraus, dass die Mitarbeiter des Transcampus Englisch als Wissenschaftssprache der Welt perfekt beherrschen. Doch auch sprachlicher Perfektionismus ändere nichts an den kulturellen Unterschieden.

Der größte Unterschied zwischen ForscherInnen aus Großbritannien und Deutschland ist für Stefan Bornstein die Deutlichkeit der Wortwahl:



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ZUSAMMENKOMMEN

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Die Mitglieder der Global Young Academy schaffen es erst gar nicht, sich regelmäßig zu treffen. Marie Luise Neumann leitet das so genannte Global State of Young Scientists - Projekt, kurz GloSYS. Das dreht sich um die Chancenungleichheit junger ForscherInnen in afrikanischen Ländern (s. TEIL I).

Die Präsenz einiger Teammitglieder vor Ort ist einzige logische Konsequenz, bedeutet zugleich aber auch großen räumlichen Abstand zur Zentrale nach Halle, die viel zu selten überwunden werden kann.







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Einreisen, Ländergrenzen überfliegen, verstärkte Kontrollen: Das sind aktuelle Konflikte, die auch die GloSYS-Projektmitglieder zu spüren bekommen. Für sie ist das ein riesiges Problem, denn wer grenzenlos forschen möchte, muss Ländergrenzen überfliegen oder -schiffen, ohne das geht es nicht.  




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Warum ist digitale Kommunikation kein Ausweg aus der Misere? Weil diese persönliche Gespräche nicht ersetzen könne, darin sind sich alle Beteiligten einig.

Das fängt beim fehlenden Breitbandausbau an. Die große Mehrheit der afrikanischen Länder hat ein massives Defizit im WLAN-Zugang, ist abgeschottet von der GYA-Zentrale in Halle. Zum Vergleich: In Deutschland hatten 2016 von 100 Einwohnern knapp 40 einen Internetanschluss. In der Schweiz und Monaco sogar fast jeder zweite Staatsbürger. In Afrika hingegen gab es 2016 in rund der Hälfte aller Länder noch nicht einmal einen Einwohner von 100, der WLAN-Zugang hatte.

Aber damit nicht genug.

Denn in Afrika sind die Sorgen nicht nur die des fehlenden Internetzugangs. Viele junge ForscherInnen bekommen erst gar nicht die Chance, Zugang zu qualifizierten Universitäten zu erhalten. Die Folge: Sie wandern aus, machen die Karriere in Europa, die ihnen Zuhause nicht geboten wird. Auch Professorenstellen sind rar. Die wenigsten kehren zurück. Ihr Talent bleibt außerhalb des Kontinents.

Ein Teufelkreis, den das GloSYS-Projekt unterbrechen möchte.
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POLITIK

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Für die östlichen Regionen Afrikas ist Fridah Kanana Erastus verantwortlich. Eine Berufsentscheidung, die die Kenianerin bewusst und aus eigenen Erfahrungen gewählt hat.

Anna Coussens sitzt ihr heute zum ersten Mal gegenüber. Die gebürtige Australierin ist für die südlichen Länder Afrikas beim GloSYS-Projekt verantwortlich.

Hinter ihrem Treffen im September 2017 steckt die Motivation der beiden, die Chancenungleichheit für Menschen wie sie beide - junge Forscherinnen - zu minimieren.


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Internationale Forschungsteams in Mitteldeutschland können sich noch so sehr anstrengen - was mit den Ergebnissen geschieht, welchen Einfluss sie auf unseren Alltag haben, liegt in den Händen der Politik. Weitere Hürden sind vorprogrammiert.

Für Prof. Dr. Stuart Parkin fehlt in Deutschland die Möglichkeit, den Erfolg grundlegender Forschungsarbeiten aus dem Labor auf die Straße zu holen. Sprich: Der Schritt aus der Theorie in die Praxis. Gingen wir den, könnte der Einfluss der Forschung auf die Gesellschaft wie in den USA und Großbritannien viel höher sein, sagt der Wissenschaftler mit den mehr als 90 Patenten im Nacken.

Auf welche Probleme Prof. Dr. Stuart Parkin anspielt, zeigen die Arbeiten am Klinikum III der TU Dresden.


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Das deutsche Transplantationsgesetz und dessen Handhabe mit Inselzellen macht ein effektives Forschen für Frau Dr. Barbara Ludwig kaum möglich. Zu verworren sind die Regelungen, zu praxisfern die Paragraphen. 

Woran liegt das? Das gehen wir mit Frau Dr. Barbara Ludwig durch. Schritt für Schritt.




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Fortsetzung folgt...

Die Kommunikation, das Zusammenkommen, die Politik: Drei Schlagworte, die die Reichweite der Probleme aufzeigen, mit denen internationale Forschung kämpft.

Dass sich das Kämpfen lohnt, zeigt TEIL  III  unserer Serie "Grenzenlose Forschung".

In diesem Sinne: Immer noch kein Schluss, keine Grenze, Fortsetzung folgt. 
https://reportage.mdr.de/grenzenlose-forschung-iii

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