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Naechste Generation – Nicole Scheller

Naechste Generation – Nicole Scheller

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Seit dem NSA-Skandal und dem damit verbundenen Aufschrei ist in Sachen Datenschutz nicht viel passiert, findet die Leipziger Modedesignerin Nicole Scheller. Sie versucht, mit ihrem Label "IP/PRIVACY" wieder stärker auf das Thema aufmerksam zu machen.
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Zunehmend werden persönliche Daten für wirtschaftliche und politische Zwecke genutzt: Bargeldloses Bezahlen nimmt zu, im Kopenhagener Nahverkehr werden Tickets personalisiert und beim Ein- und Ausstieg gescannt, sodass die Wege jedes einzelnen nachvollzogen werden können, in China wird per Gesichtserkennung an Ampeln erfasst, wenn jemand bei Rot über die Straße geht.

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Dieses Muster hat Nicole entwickelt, um die automatische Gesichtserkennung auszutricksen. Wie genau das funktioniert, erzählt sie im Video.

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Ihren Kreationen geht viel Recherchearbeit voraus: Sie schaut sich um, wie Überwachungstechnik genau funktioniert, wie beim Militär getarnt wird, und stieß beispielsweise auch auf den Künstler Adam Harvey, der sich bereits damit beschäftigt hat, wie man Gesichter defragmentieren kann: Durch kontrastreiche Make-Up-Punkte und schräg ins Gesicht gestylte Haare.
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Mit diesem Mantel wird sein Träger von keiner Nachtsichtkamera erkannt. Er ist aus einem schweren Material gefertigt, das sonst beim Militär für Rucksäcke genutzt wird. Es verhindert, dass die Kamera ein Wärmebild erzeugen kann - statt einer rötlichen Kontur von der Körperwärme, erkennt sie nur einen Schatten. Und auch das Gesicht wird unsichtbar - wie, erklärt Nicole im Video.

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Häufig wird Nicole die Frage gestellt, ob sie mit ihrer Mode nicht Kriminelle unterstützt – aber das sei nicht ihr Ziel, wie sie im Ton erklärt.

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Die gebürtige Dresdnerin hat Modedesign im sächsischen Schneeberg studiert, wo sie gern mal mit Freunden durch verlassene Häuserruinen streunte. Einmal fand ein Freund diese Armbanduhr ohne Ziffernblatt und Zeiger. Nicole hat sie behalten, weil sie Zeitlosigkeit ausdrückt. Die strebt sie auch mit ihren Designs an.
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Für ihre Datenschutzmode wurde Nicole u.a. vom Kultur- und Kreativpiloten Deutschland e.V. ausgezeichnet: "Wir sind immer wieder auf der Suche nach ganz besonderen Unternehmerpersönlichkeiten, die Dinge anders machen und dabei gar nicht so sehr an die Entwicklung ihres Unternehmens, sondern auch an eine gesellschaftliche und weiterführende Zielsetzung denken", begründet Lisa Ratering vom Kultur- und Kreativpiloten Deutschland e.V. die Auszeichnung.
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Bevor sie ihre Datenschutzmode verkauft, will sie diese noch perfektionieren. Das kann noch mindestens ein Jahr dauern. Zunächst will Nicole ihre Handytaschen auf den Markt bringen: Das Material lässt keinen Anruf und auch sonst keine Daten durch. Wenn man erreichbar sein möchte, steckt man das Handy in ein zweites Fach aus durchlässigem Material.
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In Zukunft will die 26-Jährige auch noch mit "Vantablack", dem schwärzesten Schwarz, experimentieren. Denn ein Stoff in dieser Farbe kann auch dreidimensionale Objekte flach wirken lassen, sodass man ihre Konturen gar nicht mehr erkennen kann.
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Einen Menschen vor der Kamera ganz unsichtbar werden zu lassen, das werde sie wohl nie schaffen, sagt Nicole Scheller, aber ihr geht es mit ihrer Mode ohnehin vorrangig darum, auf das Thema Datenschutz aufmerksam zu machen.

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