Seit 2008 entstehen im Rahmen der ARD-Märchenreihe „Sechs auf einen Streich“ Neuverfilmungen klassischer Märchen, die jedes Jahr zur Weihnachtszeit ausgestrahlt werden. Die Vorlagen stammen unter anderem von den Brüdern Grimm, Hans Christian Andersen und Ludwig Bechstein. Produziert von den ARD-Landesrundfunkanstalten, erzählen die rund 60-minütigen Filme bekannte Geschichten für ein modernes Publikum neu.
„Die Prinzessin aus Glas“ ist der 59. Film der Märchenreihe. Inspiriert von Motiven aus Ludwig Bechsteins Märchen „Die verzauberte Prinzessin“ erzählt die Verfilmung die Geschichte für ein heutiges Publikum neu. Erstmals steht mit Hans ein tauber Held im Mittelpunkt der Reihe. Gespielt wird er von dem tauben Moderator und Schauspieler Jason Giuranna („Sehen statt Hören“), die Rolle der Prinzessin Anna übernimmt Olivia Papoli-Barawati („In aller Freundschaft – Die jungen Ärzte“).
Bei ihrer ersten Begegnung im Wald erkennt Hans (Jason Giuranna) nicht, dass er gerade die Prinzessin Anna (Olivia Papoli-Barawati) getroffen hat.
Der Film verbindet klassische Märchenelemente wie Abenteuer und Magie mit einer zeitgemäßen Perspektive und erzählt von Geschwisterliebe, Anderssein und dem Mut, den eigenen Fähigkeiten zu vertrauen. Die Geschichte zeigt, dass wahre Stärke oft dort entsteht, wo Menschen ihre Unterschiede nicht überwinden, sondern als Bereicherung begreifen.
Die Neuverfilmung wurde im Herbst 2025 in Thüringen gedreht: auf Schloss Burgk, im Freilichtmuseum Hohenfelden, in der Marienglashöhle Friedrichroda und in Bad Tabarz. Mit dem Glasbläserhandwerk greift der Film zugleich eine traditionsreiche Thüringer Handwerkskunst auf, für die insbesondere Lauscha als Geburtsort des gläsernen Christbaumschmucks bekannt ist.
Hans (Jason Giuranna) mit dem Vater (Prodromos Antoniadis) in der Werkstatt.
Hans lebt mit seinem Bruder Helmerich und seinem Vater in einer kleinen Glasbläserwerkstatt. Die Arbeit ist hart: Feuer, Hitze und Geldsorgen bestimmen den Alltag. Der Vater tut sich schwer damit, seinen tauben Sohn Hans in die Arbeit und das Familienleben einzubeziehen. Er setzt all seine Hoffnung in dessen Bruder Helmerich – einen übermütigen Heißsporn, der lieber handelt, als zuhört. Hans dagegen besitzt Fähigkeiten, die in der Welt seines Vaters zunächst wenig zählen: eine feine Wahrnehmung, ein Gespür für das Verborgene und eine tiefe Verbundenheit mit der Natur.
Auch im Königshaus herrscht Sorge: Als Prinzessin Anna den Heiratsantrag eines mächtigen Herzogs zurückweist, rächt dieser sich grausam: Er entführt sie und hält sie in einer gläsernen Hülle gefangen. Zahlreiche Versuche, die Prinzessin zu befreien, scheitern. Auch Helmerich macht sich auf den Weg, bleibt jedoch erfolglos. So geht Hans auf die Suche nach seinem Bruder und kommt dem Bann, der die Prinzessin festhält, immer näher.
Trailer zum Märchen "Die Prinzessin aus Glas"
Inklusion ist bei „Die Prinzessin aus Glas“ sowohl Teil der Geschichte als auch des Angebots: Erstmals steht mit Hans ein tauber Protagonist im Mittelpunkt eines ARD-Weihnachtsmärchens, gespielt vom tauben Moderator, Schauspieler und Künstler Jason Giuranna.
Auch bei der Umsetzung der Produktion spielte das Thema Inklusion eine zentrale Rolle: Gebärdensprachdolmetscherinnen und -Dolmetscher begleiteten das Projekt von den Castings über Drehbuchbesprechungen und Proben bis hin zu den Dreharbeiten und ermöglichten so die reibungslose Zusammenarbeit aller Beteiligten. Darüber hinaus wurde eine Gebärdensprachdolmetscherin in der Rolle der „Hofgelehrten“ bewusst in die Handlung integriert. Die Figur fügt sich wie selbstverständlich in die Erzählung ein und macht erfahrbar, wie wertvoll eine solche Brücke ist, wenn man die Gebärdensprache nicht beherrscht: Sie verhindert Missverständnisse und löst kommunikative Blockaden.
Gebärdensprach-Übersetzung für die ARD-Märchenreihe
Auch Anregungen von Behindertenverbänden und der Gehörlosen-Community wurden bei der Produktion berücksichtigt. Sie gehen auf den regelmäßigen Austausch des MDR mit Verbänden, Politik und Wissenschaft zurück, der 2026 bereits zum 14. Mal stattfand. Gemeinsam werden dort neue Wege für mehr Inklusion und Barrierefreiheit entwickelt.
Viele Produktionen des MDR werden deshalb heute von Beginn an barrierefrei konzipiert und in voll barrierefreier Ausstattung umgesetzt, mit Untertiteln, Deutscher Gebärdensprache und Hörbeschreibung. Damit setzt der MDR innerhalb der ARD wichtige Maßstäbe für Inklusion und Teilhabe. Seit 2020 hat der MDR weit über 100 Märchenfilme für die ARD Mediathek und das Fernsehen barrierefrei aufbereitet, darunter Klassiker wie „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“, „Frau Holle“ und „Rübezahl, Herr der Berge“.
Warum sollte man sich das Märchen „Die Prinzessin aus Glas" anschauen?
Ich freue mich, dass wir ein unbekannteres Märchen erzählen, das viele Menschen noch nicht kennen. Es ist eine wundervolle Geschichte mit einer tollen Message: Du bist genau richtig, so wie du bist. Du musst dich nicht verstellen, um dein Glück finden.
Was hat Sie an der Rolle gereizt?
Als die Anfrage kam, stand ich gerade für „In aller Freundschaft - Die jungen Arzte" in Erfurt vor der Kamera. Ich habe mich riesig gefreut, weil ich schon immer einmal in einem Märchen mitspielen wollte. Und dass ich ausgerechnet eine Prinzessin spielen darf, hätte ich mir nie träumen lassen.
Besonders begeistert hat mich, dass Anna keine klassische Märchenprinzessin ist. Sie lebt nicht nur in der Welt des Schlosses, sondern fühlt sich insbesondere in der Natur zu Hause, interessiert sich für Pflanzen und Tiere und hat auch keine Angst davor, sich dreckig zu machen. Vor allem aber lässt sie sich nicht vorschreiben, wie sie ihr Leben zu führen hat, sondern bleibt sich selbst treu.
Welches ist Ihr Lieblingsmärchen?
Eines meiner Lieblingsmärchen ist die chinesische Legende der Mulan. Schon als kleines Mädchen habe ich diese Rolle total geliebt, weil es um eine junge Frau geht, die sich emanzipiert und zeigt, dass sie als Frau genau das machen kann, was ein Mann tut. Das fand ich schon als Kind sehr bestärkend.
Und dann liebe ich Peter Pan. Die Geschichte eines Kindes, das für immer jung bleiben und spielen will. Das ist ja im Prinzip das, was ich mit meinem Beruf mache. Aber auch im Alltag finde ich es wichtig für immer spielerisch zu bleiben und das Kindliche zu bewahren.
Wie hat die Zusammenarbeit mit Ihrem tauben Schaupielkollegen Jason Giuranna Ihren Blick auf Kommunikation verändert?
Vor unserem ersten Zusammentreffen hatte ich etwas Sorge davor, dass ich mich ihm gegenüber nicht so ausdrücken kann, wie ich möchte und dass die unterschiedlichen Sprachen uns im Gespräch hemmen würden. Die Sorge ist direkt verflogen, als wir uns kennenlernten. Da Jason auch sehr gut Lippen lesen kann, war die Kommunikation sehr gut möglich. Neben seiner Tätigkeit als Schauspieler macht Jason auch wichtige Aufklärungsarbeit für die Gehörlosen-Community und ich bin ihm sehr dankbar für die Einblicke und die Perspektive, die er mir eröffnet hat.
Am Ende finden Anna und Hans eine gemeinsame Sprache. Wie haben Sie diese Erfahrung erlebt, und welche Bedeutung hatte sie für Ihr Spiel und die Beziehung zwischen Anna und Hans?
Ich glaube, die Schluss-Szene mit der gemeinsamen Sprache ist ein gutes Sinnbild dafür, dass wir Menschen auch mit unterschiedlichen Wörtern und Ausdrucksformen zusammen kommen können, wenn wir aufeinander eingehen und uns zuhören. Die gemeinsame Sprache in der Szene ist tatsächlich auch nicht die gewöhnliche deutsche Gebärdensprache, sondern eine spezifische, lautmalerische Kunstform der Gebärdensprache, namens Visual Vernacular. Es ist eine Fusion aus Gebärden und Pantomime und mit meinem langjährigen Tanz-Hintergrund konnte ich mit Jason da gut eintauchen und eine gemeinsame Körpersprache finden. Für mich war der Dreh des Moments sehr berührend.
Warum ist das Märchen „Die Prinzessin aus Glas“ aus Ihrer Sicht besonders sehenswert?
Es ist noch immer selten, dass ein tauber Charakter die Hauptrolle in einem Film übernimmt. Besonders spannend finde ich, dass die Geschichte in einer Zeit spielt, in der es die Gebärdensprache in ihrer heutigen Form noch nicht gab. Ich freue mich, dass das Märchen einen neuen Blick auf Taubsein und Gebärdensprache eröffnet und zeigt, wie selbstverständlich ein tauber Held eine Geschichte tragen kann.
Ich hoffe, dass taube Kinder sich in Hans wiederfinden.
Jason Giuranna
Was hat Sie an der Rolle des Hans gereizt?
Als die Anfrage für „Die Prinzessin aus Glas“ kam, wusste ich sofort: Diese Chance möchte ich nutzen. Für mich als tauben Schauspieler war die Rolle etwas ganz Besonderes. Ich habe mich mit voller Überzeugung beworben und mich riesig gefreut, als ich die Zusage bekam.
Wie haben Sie sich auf die Rolle vorbereitet?
Die Vorbereitung war intensiv. Gemeinsam mit dem Team, einem Gebärdensprachcoach und einer Sensitivity Readerin haben wir die Figur und ihre Ausdrucksformen genau entwickelt. Mir war wichtig, Hans möglichst authentisch darzustellen und glaubhaft zu zeigen, wie ein tauber Mensch in dieser Zeit kommuniziert haben könnte.
Welche Bedeutung haben Märchen für Sie persönlich?
Ich habe Märchen immer gern geschaut, auch wenn vieles für mich als Kind schwer zugänglich war, weil es kaum Untertitel gab. Umso mehr bedeutet es mir heute, selbst in einem Märchenfilm mitzuspielen. Ich hoffe, dass taube Kinder sich in Hans wiederfinden und erleben, dass auch ein tauber Held im Mittelpunkt eines Märchens stehen kann.
Natürlich ist es ein großer Fortschritt, dass Märchen heute häufiger mit Untertiteln oder Gebärdensprachdolmetschung angeboten werden. Noch schöner ist es aber, wenn Gebärdensprache direkt Teil der Geschichte wird. Wer ständig auf ein kleines Gebärdenfenster schauen muss, verpasst oft die Mimik, Gestik und Ausstrahlung der Schauspielerinnen und Schauspieler. Deshalb wünsche ich mir, dass künftig noch mehr taube Schauspielerinnen und Schauspieler in Märchenfilmen und anderen Produktionen zu sehen sind. Das wäre ein wichtiger Schritt hin zu mehr Teilhabe und Sichtbarkeit.
Am Ende des Films entwerfen Hans und Anna ihre gemeinsame Zukunft in Visual Vernacular (VV), einer künstlerischen Ausdrucksform der Gebärdensprache, die auch für Hörende sehr berührend und verständlich ist. Wie ist diese besondere Szene entstanden und was bedeutet sie Ihnen?
Vernacular Visual ist eine Kunstform, die tief mit der Tauben Kultur verbunden ist. Man kann es ein bisschen damit vergleichen, wie hörende Menschen auf Konzerte gehen, um ihre Lieblingsstars singen zu hören. Für taube Menschen kann VV eine ähnliche Bedeutung haben. VV kommt ganz ohne Wörter und grammatische Strukturen aus. Stattdessen werden Geschichten, Bilder und Gefühle durch Hände, Mimik und Körperbewegungen dargestellt.
Hans nimmt die Welt genauso visuell wahr wie ich selbst. Deshalb ist VV für uns beide etwas ganz Natürliches. Am Ende des Films öffnet sich Hans gegenüber Anna und zeigt ihr seine Welt auf seine eigene Weise. Dabei muss nicht unbedingt alles für Hörende verständlich sein. Vielmehr geht es darum, Hans und seine Art, sich auszudrücken, kennenzulernen.
über Märchen, Magie und Inklusion
„Die Prinzessin aus Glas“ ist Ihre erste Märchenverfilmung. Was hat Sie an diesem Stoff besonders gereizt?
Ich liebe Märchen und habe eine große Sammlung von Märchen aus aller Welt. Ich halte sie gerade für Kinder für sehr wichtig, weil sie so klar zwischen Gut und Böse unterscheiden. Märchen erzählen oft auf sehr drastische Weise vom Bösen, aber weil sie gleichzeitig das Versprechen geben, dass am Ende alles gut wird, können Kinder die Spannung gut aushalten.
Im Bild: Helmerich (Justus Johanssen), Hans (Jason Giuranna), Regisseurin Josephine Freydetzki und Vater Peter (Prodromos Antoniadis)
Ein großer Teil der Geschichte spielt in geheimnisvollen Wäldern und Höhlen. Solche Orte filmisch zum Leben zu erwecken, hat mich sofort begeistert.
Außerdem gibt es kaum ein Genre, das so viel künstlerische Freiheit bietet wie Märchenfilme. Man kann eine ganz eigene Welt erschaffen, eine eigene Sprache finden und muss sich über jedes Detail Gedanken machen. Der kreative Prozess mit dem Team und den Darstellern ist bei einer solchen Arbeit viel intensiver als bei naturalistischen Filmen. Genau das hat mich besonders gereizt.
Mit Hans steht erstmals ein tauber Held im Mittelpunkt eines ARD-Märchens. Wie hat diese Perspektive die Geschichte und ihre filmische Umsetzung geprägt?
Wir sind mit dem Anspruch an die Umsetzung gegangen, dass die Zuschauer alles verstehen können, ohne dass wir die Gebärden direkt übersetzen. Die Redakteurinnen haben dabei großen Mut bewiesen, indem sie darauf vertraut haben, dass das Publikum sich die Bedeutung selbst erschließen kann. Wir wollten, dass die Zuschauer sich schnell auf diese Erzählweise einlassen und die Erfahrung machen: Eigentlich versteht man alles. Und den Rest fühlt man.
Jason Giuranna, der selbst taub ist und unseren Helden Hans spielt, hat gemeinsam mit seinem tauben Bruder Janos Calvin und mir eine eigene Gebärdensprache für den Film entwickelt. Sie bewegt sich einerseits im historischen Kontext der Geschichte, ist andererseits aber auch besonders bildhaft und damit für Kinder leichter zugänglich als die Deutsche Gebärdensprache.
Bei all diesen Überlegungen war uns aber eines besonders wichtig: Wir wollten in erster Linie unterhalten. „Die Prinzessin aus Glas“ ist ein Familienfilm, und deshalb haben wir gemeinsam mit den Darstellern immer wieder auch humorvolle Momente entwickelt.
Wie hat die Zusammenarbeit mit Jason Giuranna Ihren eigenen Blick auf Kommunikation verändert?
Am Set hatten wir durchgehend die Unterstützung von Dolmetscherinnen und Dolmetschern, die eine großartige Arbeit geleistet und viele Kommunikationsbarrieren überwunden haben.
Die Zusammenarbeit hat uns dazu gebracht, genauer zu kommunizieren und uns mehr Zeit für die Verständigung zu nehmen. Als Regisseurin interessiert mich schon immer, was Menschen jenseits ihrer Worte erzählen: ihre Mimik, ihre Körpersprache, die Gedanken und Gefühle, die für einen kurzen Moment sichtbar werden. Kommunikation findet ständig statt, weit über das gesprochene Wort hinaus. Die Zusammenarbeit mit Jason hat mir dafür noch einmal eine ganz neue Dimension eröffnet.
Besonders schön war, dass wir die ganze Zeit miteinander gelacht haben. Humor ist wie Wasser – er findet immer seinen Weg. Mit Gebärden, mit Blicken, mit Mimik. Wir hatten wirklich eine wunderbare Zeit miteinander.
Glas spielt im Märchen eine zentrale Rolle. Welche Bedeutung hatte es für Ihre Interpretation und Inszenierung des Märchens?
Glas war unser zentrales ästhetisches Motiv. Wir wollten eine ganz besondere, fast weihnachtliche Atmosphäre schaffen und dafür die farbigen Lichtreflexe des Glases nutzen. Deshalb haben wir versucht, möglichst viel farbiges Glas in die Sets zu integrieren, durch das wir unser Licht schicken konnten.
Außerdem war es uns wichtig, Glas nicht nur als fertiges Material zu zeigen, sondern auch bei seiner Entstehung. Es ist unglaublich poetisch, wenn aus einer Kugel flüssigen Sandes durch Feuer und Luft langsam etwas Neues wächst und Form annimmt.
Gleichzeitig hat Glas in unserer Geschichte noch eine ganz andere, kältere Bedeutung: Es steht auch für Erstarrung, für eine Form, in die man gezwungen wird und aus der man sich befreien möchte. Gerade dieser Gegensatz hat mich an dem Motiv besonders interessiert.
Alles, was eine gute Märchengeschichte ausmacht
Warum sollte man sich das neue ARD-Weihnachtsmärchen „Die Prinzessin aus Glas“ unbedingt anschauen?
Dieses Märchen hat alles, was eine gute Märchengeschichte ausmacht: ein spannendes Abenteuer voller Magie, Herz, Humor und eine zeitlose Botschaft. Gleichzeitig erzählt es auf moderne Weise von Vielfalt, Selbstvertrauen und dem Mut, den eigenen Weg zu gehen – mit einem tauben Helden im Mittelpunkt. Sehenswert macht den Film außerdem die vielfältige Besetzung: vom Moderator und Künstler Jason Giuranna über „Die jungen Ärzte“-Schauspielerin Olivia Papoli-Barawati und den „SOKO Leipzig“-Darsteller Johannes Hendrik Langer als böswilligen Herzog bis hin zu den Ensemblemitgliedern des Deutschen Nationaltheaters Weimar, Krunoslav Šebrek und Nadja Robiné, sowie Alexander Schubert und Yorick Thiede, die vielen vor allem aus dem Comedy-Bereich bekannt sind.
Inklusion ist in „Die Prinzessin aus Glas“ kein Zusatzthema, sondern ein selbstverständlicher Teil der Geschichte. Warum war Ihnen dieser Ansatz wichtig?
Als uns Autor Andreas Jaschke das Bechstein-Märchen „Die verzauberte Prinzessin“ vorgestellt hat, faszinierte uns sofort ein zentrales Motiv: Einem der beiden Söhne wird weniger zugetraut als dem anderen. Darin steckt eine zeitlose Frage: Wer bekommt die Chance, seine Fähigkeiten zu entfalten?
Für uns erzählt das Märchen von Vertrauen, Teilhabe und dem Mut, über vermeintliche Grenzen hinauszuwachsen. Es zeigt, wie viel möglich wird, wenn Menschen Anerkennung und Unterstützung erfahren. Diese Botschaft passt nicht nur zur Geschichte, sondern auch zum Anspruch des MDR, mit barrierefreien Angeboten möglichst vielen Menschen Zugang und Teilhabe zu ermöglichen.
Was macht Thüringen zum idealen Schauplatz für dieses Märchen?
Die Entscheidung für Thüringen lag nahe, schließlich basiert der Film auf einem Märchen des Thüringer Märchensammlers Ludwig Bechstein. Gleichzeitig hat Thüringen mit seinen Wäldern, Dörfern und Schlössern eine lange Tradition als Drehort für Märchenverfilmungen. Hier entstanden beispielsweise die DEFA-Märchen „Das kalte Herz“, „Rapunzel oder der Zauber der Tränen“ oder die Neuverfilmungen von „Die kleine Hexe“ und „Zitterinchen“.
Und nicht zuletzt drehen wir immer wieder gern im Kindermedienland Thüringen. Die Voraussetzungen sind einfach hervorragend. Mit dem Freilichtmuseum Hohenfelden, Schloss Burgk und der Marienglashöhle Friedrichroda haben wir Partner gefunden, die uns nicht nur beeindruckende Kulissen bieten konnten, sondern auch das Drehteam herzlich empfangen und tatkräftig unterstützt haben.
Hans – Jason Giuranna
Helmerich – Justus Johanssen
Vater Peter – Prodromos Antoniadis
Prinzessin Anna – Olivia Papoli-Barawati
König Kuno – Krunoslav Šebrek
Königin Sarafina – Nadja Robiné
Herzog – Johannes Hendrik Langer
Magierin – Christine Zart
Torwache Konrinth – Alexander Schubert
Torwache Gundbert – Yorick Thiede
Königlicher Bote – Cedric Ziouech
Hofgelehrte – Laura Lippmann
Vorlage nach Motiven von Ludwig Bechsteins „Die verzauberte Prinzessin“
Drehbuch – Andreas Jaschke
Drehbuchüberarbeitung – Josephine Frydetzki
Regie – Josephine Frydetzki
Kamera – Manuel Ruge
Musik – Fabian „The Breed“ Lang
Schnitt – Mirko Scheel
Sound Design – Gregor Junghans
Mischung – Frieder Wohlfahrt
Produktionsfirma – Mideu Films GmbH
Produzent – Philipp Schall
Producerin – Tina Lenz
Redaktion – Anke Lindemann (Leitung), Sabine Scheuring (beide MDR), Dr. Stefanie Baumann, Isabel Wiemer (beide BR), Patricia Vasapollo (hr), Alexandra Fritsch (SR)
Produktionsleitung MDR – Anke Sipp
Drehzeit: 18. September bis 8. Oktober 2025 in Thüringen
Drehorte: Schloss Burgk, Freilichtmuseum Hohenfelden, Marienglashöhle Friedrichsroda, Bad Tabarz
„Die Prinzessin aus Glas“ ist eine Produktion der Erfurter Produktionsfirma Mideu Films im Auftrag der ARD unter Federführung des MDR gemeinsam mit BR, SR und HR.
Die redaktionelle Verwendung der Fotos ist unter Nennung des Quelle-/Rechte-Nachweises kostenfrei. ©MDR/Mideu Films/Michael Kremer
Weiteres Fotomaterial zum Download finden sie unter ARDFoto.de
Der Film steht für Rezensionszwecke im Vorführraum des Ersten zur Verfügung: presse.daserste.de
Weitere Informationen zum MDR finden Sie auf unserer Unternehmensseite.
Redaktion | Birgit Friedrich |
Gestaltung | Daniela Höhn |
Bildrechte | MDR/Mideu Films/Michael Kremer |
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