Hinweis

Für dieses multimediale Reportage-Format nutzen wir neben Texten und Fotos auch Audios und Videos. Daher sollten die Lautsprecher des Systems eingeschaltet sein.

Mit dem Mausrad oder den Pfeiltasten auf der Tastatur wird die jeweils nächste Kapitelseite aufgerufen.

Durch Wischen wird die jeweils nächste Kapitelseite aufgerufen.

Los geht's

Ronya Othmann Naechste Generation

Logo https://reportage.mdr.de/ronya-othmann-naechste-generation

Ronya Othmann schreibt Texte, die zutiefst persönlich und gleichzeitig überaus politisch sind. In Geschichten und Gedichten bearbeitet die Tochter eines kurdisch-jesidischen Vaters Themen wie Flucht, Krieg und kulturelle Identität.
Zum Anfang
0:00
/
0:00
Audio jetzt starten
Ronya studiert am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig "Literarisches Schreiben". Die 24-Jährige schreibt sowohl kunstvolle Lyrik als auch erzählerische Prosa. Und keines davon möchte sie missen.

"In der Prosa transportiert die Sprache die Geschichte, in der Lyrik ist sie das Material."

Audio öffnen

Zum Anfang
0:00
/
0:00
Video jetzt starten
Zum Anfang
Ronya hat väterlicherseits kurdisch-jesidische Vorfahren. Starke Themen, wie Migration und kulturelle Identität, bestimmen ihre Texte.

"Ich bin dieses Exil angetreten wie ein Erbe. Weil man ihn dort gefoltert hatte, für ein paar Musikkassetten von Şivan und Gulistan, bin ich, obwohl hier geboren und aufgewachsen, mit deutschem Pass und deutscher Mutter, Kurdin." (Ronya Othmann: "Eine Blume, rot, grün und gelb")

Nüchtern und unaufgeregt erzählt sie Geschichten von Flucht, Vertreibung und Krieg. Dabei verstricken sich ihre persönlichen Erinnerungen mit den Familiengeschichten des Vaters und ihren literarischen Einfällen.





Zum Anfang
0:00
/
0:00
Audio jetzt starten
Ronya wächst auf zwischen dem - wie sie es nennt - privilegierten Leben in Deutschland und Sommern bei den kurdischen Großeltern in Syrien, die so ganz anders sind. Das Gefühl, dass beide Welten auseinanderdriften, ist besonders in den letzten Jahren mit dem syrischen Bürgerkrieg stärker geworden.

Audio öffnen

Zum Anfang
0:00
/
0:00
Video jetzt starten
Die Biografien Ronyas jesidischer Vorfahren sind gezeichnet von Flucht und Vertreibung. Im Jesidentum gibt es zudem keine heilige Schrift. Geschichtenerzählen ist daher ein wichtiger Bestandteil der jesidischen Kultur.

Video öffnen

Zum Anfang
Zurzeit schreibt Ronya an ihrem ersten Roman, "Leyla". Darin entschließt sich eine junge jesidisch-kurdische Deutsche dazu, in Syrien Soldatin zu werden und gegen den IS in den Krieg zu ziehen.

"Als der Krieg in Syrien ausbricht, verschwindet die Welt, die sie kannte."

Zum Anfang
0:00
/
0:00
Video jetzt starten
Zum Anfang
0:00
/
0:00
Audio jetzt starten
2014 überfällt der IS das jesidische Siedlungsgebiet Şingal in der Autonomen Region Kurdistan im Norden des Iraks. Tausende Menschen werden eingekesselt, verschleppt und ermordet. Erst im November 2015 kann das Gebiet zurückerobert werden. Für die Romanfigur Leyla ist der Angriff ausschlaggebend für ihren Entschluss, kämpfen zu gehen. Das Ereignis hat auch für die junge Schriftstellerin viel verändert.

"Nicht nur für mich, sondern für alle Jesiden, die ich kenne, war das eine Katastrophe. In vielen Familien gibt es diese Geschichten von Verfolgung und Mord. Und dann passiert es 2014 - im 21. Jahrhundert -  nochmal."

Audio öffnen

Zum Anfang
0:00
/
0:00
Audio jetzt starten
Vieles, was die Romanfigur Leyla erlebt, kommt aus Ronyas eigener Familiengeschichte. Beide sind in Deutschland geboren und aufgewachsen, haben eine deutsche Mutter und einen kurdisch-jesidischen Vater. Unterschiede gibt es dennoch.

Audio öffnen

Zum Anfang
"Leyla wollte nicht über den Tod nachdenken. Berxwedan jiyan ê. Widerstand ist Leben, sagte sie sich." (Aus "Leyla")

Ronya ist nicht in den Krieg nach Syrien gegangen – sie schreibt darüber. Aber darüber nachgedacht hat sie schon:

"Wenn Menschen, die deine Geschwister sein könnten, so etwas angetan wird, spürt man eine Hilflosigkeit. Und dann ist es ziemlich naheliegend, kämpfen gehen zu wollen."


Zum Anfang
Noch ist der Roman nicht fertig. Erste Manuskripte hat Ronya an Literaturagenten geschickt, die einen Verlag für sie finden wollen. Schon jetzt verdient Ronya etwas durch Lesungen, kleinere Veröffentlichungen und Stipendien.

"Vom Schreiben zu leben, ist nicht so einfach."
Zum Anfang
0:00
/
0:00
Video jetzt starten
Mit ihren Texten möchte Ronya fast Verlorenes konservieren und Geschichten aus einer in Europa bisher wenig berücksichtigten Perspektive erzählen.

"Mit dem Geschichtenerzählen kann man etwas bewahren, was sonst verloren gehen würde, wie die kurdisch-jesidischen Dörfer."

Video öffnen

Zum Anfang
Zum Anfang
Scrollen, um weiterzulesen Wischen, um weiterzulesen
Wischen, um Text einzublenden