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Sonnenroute des Ostens

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Die Sonnenroute des Ostens führte DDR-Bürger rund 2.000 Kilometer durch die Tschechoslowakei, Ungarn, Rumänien und Bulgarien bis zu den Stränden am Schwarzen Meer. Dort lag das ostdeutsche Mallorca. Neben Polen und die UdSSR waren diese Oststaaten die einzigen europäischen Länder, in die touristische Auslandsreisen für den Otto-Normal-Ostdeutschen relativ unkompliziert möglich waren.

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Die Reisewelt der DDR-Bürger war eingeschränkt. Aber wenn man wollte, konnte man von Dresden direkt ans Schwarze Meer - etwa 2000 Kilometer lang ist diese Strecke. Reisen in Richtung Bulgarien war richtiger Abenteuer-Urlaub. Egal ob man mit dem eigenen Auto, als Tramper oder mit dem Zug unterwegs war. Durch vier andere Länder führte diese Strecke. Der Tourex-Zug brauchte dafür 50 Stunden. Die Noacks aus Cottbus waren unter den 6000 Reisenden pro Saison.

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 Ab 1963 wurde zwischen Dresden und Varna ein Schlaf- und Liegewagenzug eingesetzt, der sogenannte Touristenexpress TOUREX. In den siebziger Jahren konnte man sogar sein eigenes Auto mitnehmen. In drei Tagen fuhr der TOUREX von Dresden-Neustadt bis ans Schwarze Meer. Auf der Rückfahrt gab es zudem Aufenthalte in Bukarest und Budapest. Die insgesamt 21tägige Pauschalreise war oft nur mit Beziehungen zu erstehen, denn sie war stets ausgebucht. Anfang der Achtziger beispielsweise kamen rund 6.500 DDR-Bürger in den Genuss dieser Reise.        

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Etwa 52 000 DDR-Bürger machten sich in den Achtziger Jahren auf den Weg nach Bulgarien, nicht nur per Zug, auch mit dem eigenen Auto oder sogar mit dem Moped! Und alle mussten mitten durch Prag: selbst ein beliebtes Reiseziel oder auch nur eine Zwischenstation.

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Reisen in die sozialistischen Bruderstaaten der DDR konnte man zum einen auf eigene Faust mit seinem Auto und auf Campingplätzen machen. Diese organisierte man sich inklusive der Unterkunft vor Ort selbst. Das Problem war allerdings der limitierte Umtausch an Landeswährung: Pro Tag durfte nur ein bestimmter Betrag an DDR-Geld getauscht werden. Der musste dann für Übernachtung und Verpflegung ausreichen. Deshalb nahmen viele Urlauber Konserven und weiteres Proviant von zu Hause im Auto mit. Schließlich musste das Geld auch noch für eine Jeans oder Schallplatte reichen.

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In Ungarn bekam man ganz oft Artikel, die es in der DDR nicht zu kaufen gab. 

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Reisen minimal: Den Schlafsack im Bahnhofs-Schließfach verstaut und den Tag in der großen Stadt genossen: so sah das Reiseleben der DDR-Tramper aus. Das Geld war knapp und wurde lieber für Schallplatten und Jeans ausgegeben statt für Übernachtung oder Transport.

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Wer über das staatliche Reisebüro der DDR buchen wollte, der musste frühzeitig dafür anstehen und die Reise vorab bezahlen. Untergebracht waren solche Urlauber in Hotels oder bei Privatleuten. Für die Verpflegung gab es sogenannte Coupons, die vor Ort von den Ost-Touristen in bestimmten Restaurants für ein Mittag- oder Abendessen eingelöst werden konnten.

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Wolfgang Martin aus Gera hat als Jura-Student sein Herz für Rumänien entdeckt. 1969 hat er auf seiner Zugreise nach Varna den Rumänen "Puju" kennengelernt, der ihn nach Hermannstadt eingeladen hat. Im nächsten Jahr ist er der Einladung gefolgt und dann bis Mitte der Siebziger gern im wildromantischen Karpatengebirge gewandert.

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Karin und Lothar Lehniger aus Finsterwalde waren die „bunten Hunde“ auf der Sonnenroute. Denn sie waren mit einem Rallye-Wartburg unterwegs, weil Lothar Lehniger in der DDR auch Rennen fuhr. Zwischen 1979 und 1986 sind sie mehrfach nach Rumänien und Bulgarien gefahren.

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Wem der Balaton zu klein war, fuhr noch weiter: Sehr beliebt waren die Ferienziele direkt am Schwarzen Meer: Sonnenstrand, Goldstrand, Varna, Sossopol oder Nessebar. Die Tramper campierten gleich am Strand, andere im Ferienlager oder im Plattenbau-Hotel. So genossen die Urlauber das Gefühl der Freiheit in der Fremde.

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 Ab 1975 konnten junge Leute mit „Jugendtourist“, dem Jugendreisebüro der Freien Deutschen Jugend, verreisen. Mit dem Zug oder dem Flugzeug ging es direkt in die Ferienlager am Schwarzen Meer. Dort hatten junge Urlauber die Möglichkeit, anderen Jugendlichen aus aller Welt, nicht nur den Ostblockstaaten, zu begegnen.

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Manche DDR-Urlauber wollten nur mal Mallorca-Feeling verspüren, andere genossen am Schwarzen Meer ein Stückchen Westen. Und wieder andere haben tatsächlich nicht nur mit dem Gedanken gespielt, abzuhauen. Der ehemalige Leipziger Harald Stutte wollte im Sommer 1984 mit zwei Freunden aus der DDR fliehen – und zwar über die Grenze von Bulgarien in die Türkei. Leider scheiterte der Fluchtversuch. Stutte landete im DDR-Gefängnis und wurde anderthalb Jahre später vom Westen freigekauft.

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