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Stadtseegeschichten

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Eine Webreportage von Damaris Diener



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1971 wurde der Grundstein für das Plattenbauviertel Stendal-Stadtsee gelegt. Das Viertel war Wohnort für Arbeiter, die ein Kernkraftwerk in der Nähe von Stendal erbauen sollten. In kurzer Zeit wurde viel Wohnraum benötigt. Plattenbauten zu bauen war günstig und ging schnell.

Stadtsee bot den Bewohnern viel: Schulen, Kindergärten, eine Kaufhalle, eine Post und sogar eine eigene Bahnanbindung direkt zur Baustelle des Kernkraftwerkes. Eine Stadt in der Stadt.

Insgesamt wurden in 15 Jahren fast 10.000 Wohnungen gebaut.

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Werner Hahn war Chef des Plattenwerkes, dass die Teile für die Plattenbauten herstellte. Er selbst lebte über 20 Jahre in Stadtsee.

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In der DDR galt Stadtsee als attraktives Wohnviertel. Nach der Wende sah das ganz anders aus. Viele Menschen zogen aus Stendal weg oder in die sanierte Altstadt. In der  „Platte" zu wohnen war nicht mehr attraktiv. Hinzu kam die Schließung der Baustelle des Kernkraftwerkes und der Wegzug vieler Arbeiter.

Wegen des hohen Leerstands wurde im Jahr 2000 - fast genau 29 Jahre nach der Grundsteinlegung - der erste Plattenbau wieder abgerissen. 3.000 weitere Wohnungen folgten.

Lebten damals noch 30.000 Bewohner in Stadtsee, sind es heute noch rund 10.000.

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Renate Dewindenat, 75

wünscht sich Gesundheit im Alter.

Uwe Ullrich, 57

träumt vom Karneval in Rio.

Evi Hofmann, 26

will auf einen Bauernhof ziehen.

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Bis zum Jahr 2025 sollen noch viele weitere Plattenbauten in Stendal-Stadtsee abgerissen werden. So soll dem Leerstand entgegengewirkt werden und das Viertel grüner werden.

Viele Plattenbauten wurden schon saniert, um das Viertel attraktiver zu machen und weitere Wegzüge und eine Ghettoisierung zu verhindern.

Aber egal wie es in Zukunft weitergeht, Stadtsee ist und bleibt das zu Hause von vielen Menschen mit Zielen, Träumen und Wünschen.



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Evi Hofmann ist von Baden-Württemberg nach Stendal gezogen, um mit sozial benachteiligten Kindern zu arbeiten. Im Kidsclub „Eckstein" in Stadtsee III betreut sie Kinder und Jugendliche.
 
Evi ist nach Stadtsee III zu den Kindern gezogen, um immer für sie da zu sein und deren Alltag besser zu verstehen. Die Kinder können immer zu ihr kommen.

Ihre Hündin Nora möchte Evi zum Therapiehund ausbilden und mit in den Kidsclub „Eckstein" nehmen, um den Kindern so zu helfen.

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„Ich liebe es mit den Kindern jeden Tag Zeit zu verbringen, für sie da zu sein und sie mit meiner Arbeit positiv prägen zu können."

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„Ich will noch ein paar Jahre in Stadtsee wohnen und arbeiten. Aber irgendwann würde ich gerne auf einem Bauernhof leben."

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Renate Dewindenat lebt seit 1978 in Stadtsee. Nachdem ihr Mann verstarb, war die Wohnung für sie alleine zu groß. Als dann auch noch ihre Hüfte wegen Osteoporose brach, zog sie von Stadtsee II nach Stadtsee III in einen der wenigen barrierefreien Plattenbauten mit Aufzug und einer Rampe am Eingang.
 
Die Eingewöhnung in ihrem neuen zu Hause fiel der Rentnerin sehr schwer. Die 75-Jährige hat nur wenig Kontakt zu den anderen Hausbewohnern.

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„Wenn ich mich einsam fühle, dann fahre ich in meinen Garten zu meiner Katze Minki. Den Garten habe ich vor 54 Jahren mit meinem Mann gekauft."

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Uwe Ullrich wohnt seit 2012 in Stadtsee. Er wollte neu anfangen und einen Weg aus der langjährigen Alkoholsucht finden. Weil es viele Anlaufpunkte für Alkoholiker in Stadtsee gibt und seine Schwester in Stendal lebt, ist Uwe von Wernigerode hierher gezogen. 

Mit Hilfe der Organisation „Internationaler Bund", der Begegnungsstätte „Saftladen" und der Unterstützung von Sozialarbeitern in Stadtsee ist es Uwe gelungen von seiner Sucht loszukommen.

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„Mein Traum ist es einmal zum Karneval nach Rio de Janeiro zu fliegen. Ich bin ein fröhlicher Mensch. Das einmal mitzuerleben würde mir sehr gefallen. Leider fehlt mir das Geld. Nicht einmal, wenn ich hundert Jahre spare, kann ich mir das leisten."

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