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Thomas Junker unterwegs – Russlands Weiten

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100 Rubel sind kein Geld, 100 Jahre kein Alter, 100 Werst keine Entfernung, 100 Gramm Wodka kein Getränk. Ist das noch so in Russland? 1996 war ich das erste Mal im größten Land der Erde. Um herauszufinden, was sich seitdem verändert hat, bin ich im August 2018 erneut dorthin aufgebrochen.

Über Asphalt und Schotter, durch sieben Zeitzonen, Hitze und den ersten Schnee: 19.000 Kilometer. Von Kostroma im Westen, durch den Altai, entlang der BAM zum Baikalsee bis nach Blagoweschensk in Fernost - eine Reise in den Alltag der Menschen.

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Wir sind in der Amur-Region angekommen. Blagoweschensk ist die Hauptstadt, liegt direkt am Fluss und damit an der Grenze zu China. Der Einfluss des Nachbarn zeigt sich auf der neuen Uferpromenade, immer mittwochs und freitags, 17 Uhr. Zumindest von Mai bis Anfang Oktober. An die 80 Rentner tanzen - mal paarweise, mal in Reih und Glied - so wie es auf der anderen Seite des Amur, in China, Tradition ist.

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Sprechen Sie chinesisch?

Chinesisch ist stark im Kommen. Nicht nur hier an der Universität in Blagoweschensk, sondern an vielen Hochschulen im Land.

Zehn Fakultäten hat die Uni - von Raumfahrttechnik bis Design. 220.000 Rubel , umgerechnet 3.000 Euro, kostet ein Studienjahr. Wer jedoch bestimmte Prüfungen erfolgreich macht, wird von den Gebühren befreit. Das schafft mehr als die Hälfte der Studenten, die teilweise auch aus China kommen.

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Die neue Uferpromenade ist das Prunkstück von Blagoweschensk. Heute leben rund 219.000 Menschen in der Stadt und spontane Ausflüge auf die andere Seite des Flusse sind nun möglich.

Gegründet wurde Blagoweschensk als russischer Außenposten im Fernen Osten, nachdem der Amur 1858 als Grenze vereinbart worden war. Im 19. Jahrhundert waren immerhin knapp die Hälfte der Einwohner Chinesen. Eine gemeinsame, aber nicht unbelastete Geschichte: Aus Angst vor einem Übergreifen des chinesischen Boxer-Aufstandes kam es am 4. Juli 1900 zu einer Strafaktion, die 5.000 Chinesen das Leben kostete.

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Chinesisch essen?

Blagoweschensk kommt an vielen Stellen reichlich chinesisch daher. Zum Beispiel in den Restaurants. Auch Touristen aus China gibt es einige. Die Pelz- und Schmuckhändler freuen sich über die zahlungskräftigen Kunden.

Die Einheimischen gehen auf den Bauernmarkt. Dort gibt es beste frische Ware, zum Beispiel Sjerbucha, den Honig aus der zweiten Hälfte des Sommers. Zudem ist es hier meistens billiger als im Supermarkt. 

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Eine Garage in Blagowechensk

Vieles ist aber auch noch so wie überall in Russland: Die Garagenhöfe gehören dazu. Für Dolij Plutenko, mittlerweile 80 Jahre alt, ist die Garage sein Ein und Alles. Zwei Mal am Tag kommt er, um dort zu werkeln und nach dem Auto, seinem Lada zu sehen.

Stolz ist er auf sein Meisterwerk, das von außen nicht zu erahnen ist. Doli hat seine Garage unterkellert. In der Grube lagert er Gemüse: "Nichts friert hier ein!", sagt er. Auch nicht im Winter bei Minus 40 Grad.

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Einst waren sich Russland bzw. die Sowjetunion und China nicht wirklich gut gesonnen. Inzwischen scheint das anders zu sein. Das waren zumindest die Eindrücke auf unserer Reise. Die Orientierung geht weg von Deutschland und Europa hin zum Reich der Mitte. Politisch und wirtschaftlich sowieso. Das chinesische HeiHe am anderen Ufer wuchs in den letzten beiden Jahrzehnten vom Provinznest mit Lehmhütten zur Metropole mit Skyline. Auch dank des Grenzhandels mit Russland.

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Wir sind angekommen in der Teilrepublik an der Grenze zur Mongolei. 44 buddhistische Klöster gibt es dort. Das Zentrum bildet Iwolginsky Dazan. Das Kloster unterhält auch eine buddhistische Universität.

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Ein großer Tag für die Kleinen: Schulanfang ist in Russland immer am 1. September. Gefeiert wird mit Ansprachen,Tänzen und Liedern. Was nicht fehlen darf: Blumen für die LehrerInnen.

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Schulstart in Irkutsk

Wir sind mit dabei an der 19. Schule in Irkutsk, eine der größten und modernsten in ganz Sibirien. Bürgermeister Dimitri Berdnikow freut sich. Ein Mädchen rezitiert: "Es ist interessant zu lernen, man möchte alles erfahren, alle Sterne im Himmel zählen!" Dann geht es hinein und die auch von weither angereisten Verwandten warten draußen. Heute spielen Noten noch keine Rolle.

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Bildung ist ein hohes Gut in Russland. Bücher auch, findet Jewgeni Gintow. Er hat ein Herz für alte Schmöker: Rund 1.000 werden jeden Monat bei ihm angeliefert. Inzwischen ist seine Sammlung auf 60.000 Bücher angewachsen.

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Vor drei Jahren eröffnete Jewgeni Gintow eine Sammelstelle für Altpapier. "Und die Leute brachten Bücher!" Sie zu vernichten, brachte er nicht übers Herz. "Also haben wir das erste Regal gebaut." 

Daraus entstand die Idee zum Heim für Bücher, die er nun nicht nur sammelt, sondern auch verkauft. Zum Preis für umgerechnet 60 Eurocent. Sehr zur Freude seiner Kunden. Von Poesie über Krimis bis hin zu wissenschaftlicher Literatur reicht sein Angebot. 

Eine Mutter freut sich über das Buch zur russischen Sprache, das sie gefunden hat, noch aus Sowjetzeiten: "Da war die Ausbildung besser." In keinem Geschäft in der Stadt sei so etwas zu finden.

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Jewgeni katalogisiert die Bücher, stellt sie mit System in die Regale. "Es gibt Exemplare aus der Zeit vor der Revolution, einige sogar aus dem 18. Jahrhundert!" Und das alles mehr oder weniger unter freiem Himmel, bei Wind und Wetter?

Er selbst diente einst bei den Luftlandetruppen, im Winter bei Minus 40 Grad wirft er sich seinen Armee-Schafspelz über - oder borgt ihn auch mal den Kunden. Doch im Sommer setzt der Regen den Büchern zu, im Frühling fressen die Vögel daran oder nutzen sie als Baumaterial für ihre Nester, erzählt er.

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Marx' Kapital hat ausgedient und landete bei Jewgeni. Er verkauft nur an Menschen, die wirklich lesen wollen, sagt er. Auch wenn er Geld braucht, um seinen Traum zu verwirklichen.

Er möchte ein festes Haus für seine Bücher einrichten. Ich denke, er wird das schaffen. Inzwischen bekommt er schon finanzielle Unterstützung von Menschen, die seine Idee teilen.

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Neue Siedlung in Irkutsk

Ja, es gibt sie nun auch im tiefen Sibirien: Neubaugebiete für die Mittelschicht. Die ersten Mehrfamilien-, Doppel- und Einzelhäuser stehen im Parkovi-Viertel südöstlich von Irkutsk. 500 Menschen wohnen hier rund sieben Kilometer vor den Toren der Stadt. Zum Baikalsee braucht man nur eine halbe Stunde. Eine attraktive Lage. In fünf Jahren werden 3.000 Leute hier leben. Schule, Kindergärten und zwei Supermärkte sind auch geplant. Die Preise für ein Haus liegen zwischen 50.000 und 250.000 Euro - je nach Ausbaustufe.

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Lilja und Anatoli kamen aus Ust-Kut - rund 700 Kilometer nördlich - und kauften sich ein Haus mit vier Zimmern in der neuen Siedlung. Außen war es fertig, innen haben sie alles selbst gemacht. So war die Finanzierung möglich. Den Garten nutzen Lilja und Anatoli komplett für den Anbau von Gemüse, und eine Banja - eine russische Sauna - haben sie sich auch eingerichtet.

Doch warum zur Rente weggehen aus der Heimat? Lilja, die Psychologin bei der Bahn war, und Anatoli, der einst Deutsch studierte, sagen, Ust-Kut - das sei der hohe Norden. In Irkutsk aber gebe es mehr Sonnentage als in Sotchi am Schwarzen Meer! 

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Unterwegs in Irkutsk

Der Baikal-See ist nicht weit. Doch der Omul, die berühmte Spezialität, darf zurzeit nicht gefangen werden. Eine Schutzmaßnahme gegen die illegale Fischerei, die der kleinen Manufaktur Irkutska Fischka vor den Toren der Stadt allerdings zusetzt. Und dann ist da noch das Problem mit den Supermärkten, die Chefin Larissa Aksenowa belieferte. Sie zahlen inzwischen so wenig, dass es nicht mehr lohnt. Also verkleinerte sie ihren Betrieb, beliefert nur noch lokale Geschäfte und Kantinen - und widmet sich ihrer neuen Aufgabe.

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Feuer-Massage

"Diese Prozedur heißt Feuerdrache. Eine chinesische Massage, die alle Verspannungen lockert und die Nervenwurzeln befreit", verspricht Larissa.

Als junger Mensch, erzählt sie, wollte sie Psychologie studieren. Nun lernte sie im Alter bei einer chinesischen Meisterin, wie man Körper und Seele in Einklang bringt. Ein feuriger Akt, aber kein Spiel mit dem Feuer, sagt sie. Und eine Alternative, falls das mit dem Fisch nichts mehr wird.

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Flug über den Baikalsee

Am Morgen brechen wir von Irkutsk nach Port Baikal auf. Dort entwässert der See in die Angara. Rund 100 Kilometer Fahrt, Als wir ankommen herrscht großartiges Wetter: Sonne pur, Tempraturen an die 20 Grad. Doch schon in wenigen Tagen könnte es schneien. 

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Ein Segelschiff im Wald? Mein alter Freund Sergej Tschikulajew hat es gebaut in Jasowo. Nur noch eine Schotterpiste führt in das kleine Dorf, rund 100 Kilometer von Barnaul, der Hauptstadt der russischen Region Altai in Westsibirien, entfernt. Ein Magazin, also einen kleinen Supermarkt gibt es, mehr nicht. Dafür Wald - und einen Fluss nicht weit weg.

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Eigentlich liegt Jasowo nicht auf meiner geplanten Route durch Russlands Weiten. Aber meinen Freund Sergej wollte ich unbedingt wiedersehen.

Bis Ende der 1980er-Jahre fuhr er als Seemann über die Weltmeere. Dann kehrte er in seine sibirische Heimat zurück - mit Schiff! - und begann, ein Feriendorf zu errichten: "Das Russische Haus".

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Alles aus Holz, davon gibt es ja genug. Die Gäste des Feriendorfes kommen vor allem aus Barnaul und Nowosibirsk, inzwischen aber auch aus Moskau oder St. Petersburg, erzählt Sergej.

Ein bisschen sieht es bei ihm aus wie in der Märchenwelt der Baba Jaga-Filme, auch wenn die Holzhäuschen nicht auf Hühnerbeinen stehen ... Im Schiff findet übrigens die Versorgung der Gäste statt - da sich der Boden bewegt, hat man das Gefühl, man speise auf hoher See.

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... und ein Walfisch strandete auch.

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Am nahen Fluss hat Sergej sich und seinen Gästen ein kleines Badeparadies errichtet. Die schwimmenden Häuschen steigen und fallen mit dem Wasserpegel. Eine Banja, eine russische Sauna gibt es darin übrigens auch. Selbst bei Außentemperaturen von 30 Grad in diesem immer noch heißen Sommer erfreut sie sich bei manchen Gästen großer Beliebtheit.

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Einer von Sergejs Enkeln beim Fototermin.

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Strohballen und Heu haben sie in Jasowo schon im August gemacht. Auch wenn der Klimawandel eingesetzt hat und es gerade noch heiß ist, herrscht hier immer noch sieben Monate Winter mit Temperaturen von Minus 40 Grad. Eine lange Zeit, für die alle Vorsorge treffen - mit dem Anbau von Obst und Gemüse im eigenen Garten.

Sergej betreibt neuerdings nicht nur sein Feriendorf, sondern auch Landwirtschaft - mit 100 Rindern und doppelt so vielen Schafen!

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Flug über Jasowos Ferienhaussiedlung

Es gäbe noch viel zu erzählen, doch wir müssen weiter auf der Route, die eigentlich 400 Kilometer weiter nordöstlich an Jasowo vorbeiführt nach Nowokusnezk - vom Märchendorf aus Holz in die Stadt aus Stahl.

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Den Kosmos erobern - und Elche domestizieren. Warum nicht? Vor fünf Jahrzehnten schien in der Sowjetunion vieles möglich. Nahe Kostroma - rund 350 Kilometer nordöstlich von Moskau - liegt eine der Elchfarmen aus dieser Zeit. 38 Tiere, darunter acht ganz junge, werden hier heute noch gehegt und gepflegt. 

Nicht mit Forschung oder Fleischproduktion wird nun Geld verdient, sondern mit der Elchmilch. Bis auf die Insel Sachalin im fernen Osten wird sie geliefert. Gegen Magengeschwüre soll sie helfen. Abgesehen davon bringen Aufzucht und Verkauf der Jungtiere, die in Naturschutzgebiete kommen, sowie die Touristen Geld in die Kasse.

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Was Fluss und was See ist, lässt sich hier nicht so genau unterscheiden. An dieser Stelle speist die Angara den Baikal. Wir sind am nördlichsten Punkt angekommen - keine 30 Kilometer von Sewerobaikalsk und doch nochmal in einer völlig anderen Welt.

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Zu Besuch bei Viktor in Nischniangarsk

Wir treffen Viktor Kusnetzow, der ein alter Seebär ist. Er wohnt im wohl schönsten Haus des Ortes, der schon im 16. Jahrhundert gegründet wurde. Das Leben hier scheint in ruhigen Bahnen zu verlaufen - ganz anders als im keine 30 Kilometer entfernten Sewerobaikalsk, der Stadt vom Reißbrett. Doch manchmal kann einem auch hier das Herz schwer werden ... Dann trommelt Viktor und tanzt - ein bisschen wie ein Schamane.

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Einfach mal abzuheben, davon hat Viktor lange geträumt. In seiner Garage steht ein selbstgebautes Flugzeug! "Es muss den Himmel einmal sehen!", sagt er. Wenn auch nicht mehr unbedingt mit ihm. Er würde es verkaufen, allerdings: "Ich garantiere keine Landung, aber es muss aufsteigen!"

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Viktor liebt den See: "Der Baikal ist das Erbe der ganzen Menschheit, man muss ihn schützen". sagt er. Schiffsbau hat Viktor einst studiert, acht Kähne gebaut. Im Sommer arbeitet er auf diesem Kutter der Seenotrettung. Er ist ständig unterwegs und zufrieden. Obwohl der Baikal, den er so liebt, zugleich der Ort seines größten Verlustes ist. 

In seiner Armeezeit diente Viktor als Taucher auf einem U-Boot. Auch später, nach seiner Rückkehr an den Baikalsee ging er weiter tauchen. Einmal folgte ihm unbemerkt seine kleine, dreieinhalbjährige Tochter ans Wasser - und ertrank. Als Engel diene sie jetzt dem Baikal, sagt er:"Sie flüstert im ins Ohr, damit er mein Boot nicht schüttelt."

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"Wenn dein Gewissen rein ist, wiegt der Baikal dein Boot wie ein Baby. Wenn es jedoch beschmutzt ist, sei bereit es zu säubern", sagt uns Viktor Kusnetzow zum Abschied.

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Zwei gigantische Stahlwerke gibt es in der größten Industriestadt im Kuzbass am Rande des Altai-Gebirges. Wir sind zum Dreh bei EVRAZ, eine heiße Angelegenheit bei zum Teil 60 Grad.

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"Bei uns arbeiten echte Männer", sagt Iwan Sokolow, der erklärt, eine Schicht dauere zwölf Stunden und man rackere durch ohne Mittagspause.

EVRAZ gehört heute zu den 25 größten Stahlproduzenten der Welt. Die Sanktionen von EU und USA stören die Geschäfte wenig. Riesige Kohle- und Eisenerzvorkommen liegen sozusagen vor den Werkstoren und verkauft wird auf dem russischen Binnenmarkt sowie nach Südostasien.

Heute hat EVRAZ rund 17.000 Beschäftigte.

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Die Hochhöfen laufen 24 Stunden am Stück. Das ganze Jahr hindurch. Nur alle sieben Jahre wird die Produktion zur Wartung stillgelegt. Alle 17 Jahre werden die Öfen ausgetauscht. Das allein dauert 100 Tage. Immer volle Last, um "Energie zu sparen" und die vielen Aufträge zu bedienen.

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Nahezu alle Schienen für den russischen Markt kommen aus Nowokusznezk. Aber auch Rohstahl wird produziert.

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Der Name des Ortes - Kuznec bedeutet Schmied - steht für die ganze Geschichte der Stadt mit heute fast 570.000 Einwohnern. Bereits die zu den Schorzen gehörenden Ureinwohner beherrschten die Erzschmelze und das Schmiedehandwerk.

Mit Stalins Industrialisierung wurde aus dem Provinznest am Fluss Tom ein Zentrum der Metallurgie. Außer den zwei Stahlwerken, gebaut 1933 und 1964, gibt es eine Aluminiumhütte und Kohlebergbau in der Umgebung, die Arbeit bringen, nicht ohne Folgen für die Umwelt.

EVRAZ versichert, sich mehr als früher um Umweltbelange zu kümmern.

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Es sind Schwester Michaela und viele gute Geister, die in Omsk am Wirken sind. Sie sorgen mit 30 Mitarbeitern der Caritas dafür, dass es denen, die am Rande der Gesellschaft leben, zumindest ein bisschen besser geht. Sie bringen Obdachlosen einmal am Tag Essen und Tee, versorgen sie medizinisch, betreiben eine Armenspeisung und Kleiderkammer im Herzen der Stadt, kümmern sich um Kinder aus sozial schwachen Familien und um TBC-Kranke nicht nur in Omsk, sondern auch weit außerhalb der Stadt.

2006 war ich schon einmal bei den Franziskaner-Schwestern. Neu ist, dass ihre Arbeit inzwischen auch vom Staat unterstützt wird.

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Hilfe der Caritas in Omsk

Zentrum des Hauses der Caritas ist die Küche. Zur Mittagszeit wird gekocht. Auch für jene, die keine feste Bleibe haben.Täglich werden die großen Behälter zur selben Stelle bei den Fernwärmerohren gebracht - sommers wie winters. Da liegen die Durchschnittstemperaturen bei Minus 20 Grad.

Die Bedürftigen können heute besser  versorgt werden, weil die regionale Regierung und Putins Präsidentenstiftung intensiver hilft in
der zweitgrößten Stadt Sibiriens, die nach dem Zweiten Weltkrieg ein Zentrum des Militärisch-Industriellen-Komplexes und "geschlossen" für Ausländer war.

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Maria-Entschlafenskirche in Omsk

Seit 2007 hat die Stadt ihre Seele zurück, sagen viele. Denn die 1935 zerstörte Himmelfahrtskathedrale erlebte als Mariä-Entschlafens-Kathedrale ihre Wiedergeburt. 

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Wir haben Palech erreicht. Ein kleiner Ort mit gerade 5.000 Einwohnern, rund 500 Kilometer entfernt von Moskau. Seit das religiöse Leben in Russland eine neue Bedeutung erlangt hat, nimmt das alte Zentrum der Ikonen- und Lackminiaturmalerei einen Aufschwung. 

Bei meinem letzten Besuch 2006 gab es in der Manufaktur Ikonostasis noch 30 Mitarbeiter, heute sind es 150.

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Am Computer oder am Zeichenbrett entstehen die Entwürfe, Kunstschnitzer "erwecken sie zum Leben". Aus Linden-, Erlen- oder Zypressenhölzern werden Engel, Ornamente und Rahmen für Altäre.

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"Ich mag meine Arbeit, sagt Andre Anikin: "Ich schaffe was Eigenes und leiste mit meinen Werkzeugen einen Beitrag zum großen Werk." 

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In allen Landesteilen werden Kirchen restauriert oder neu gebaut. So wie in Minsk - oder in Irkutsk, wie wir später auf unserer Reise sehen werden.

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Von Hand wird eine jede Ikone gemalt - im Atelier im dritten Stock der Manufaktur in Palech. Bis weit ins Mittelalter reicht diese Kunst zurück. In der Zeit der Sowjetunion war sie verpönt. Nun erfährt sie eine Renaissance. Alte Techniken werden neu belebt. Nicht nur große Werke entstehen, sondern auch kleine, oft mit Gravuren versehene Familienikonen etwa zur Geburt eines Kindes. Und ja, auch alte Stücke werden in Palech liebevoll restauriert.

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Ikone im Palecher Museum

Ikonen gelten als Mittler zwischen Diesseits und Jenseits. Sie sind fest im russisch-orthodoxen Glauben verankert, so werden sie weder als Kunstgegenstände noch als Dekoration angesehen. Gleichwohl gibt es seit 2014 ein Museum in Palech, in dem Ikonen aus den vergangenen 600 Jahren ausgestellt sind.

Auch die berühmte Lackminiaturmalerei von Palech geht auf die Ikonen zurück. Der Hauptwerkstoff, Pappmaché wird mit vielen Lackschichten versehen und dann mit leuchtenden Temperafarben bemalt.

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... ist auf dem Weg vom einstigen Bergarbeiterdorf zum beliebten Wintersportort. Mit dem Bus braucht man rund 3,5 Stunden von Nowokusznezk, wo wir eben noch einen heißen Dreh im Stahlwerk hatten.

Hier im Altai-Gebirge fällt schon im September der erste Schnee - und der soll aufgrund des besonderen Mikroklimas einer der besten der Welt sein: leicht, pulverig, trocken. Außerdem gibt es besonders viel davon.

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Scheregesch startet durch

Trotz der weiten Anreise - vier, fünf Flugstunden von Moskau nach Nowosibirsk und dann nochmal weiter mit Bus oder Bahn - kommen die Touristen auch schon über die Region hinaus.

Von einer Million Gäste im Jahr ist die Rede! 30 zumeist neue Hotels gibt es schon. Das Geschäft gedeiht, der Verdrängungswettbewerb auch. Zur Entspannung gibt es Bier von der Zapfstelle - dunkles, helles und ungefiltertes.

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Früher kamen die Profisportler, um auf dem Grünen Berg - Zeljonaja Gora - für den alpinen Abfahrtslauf zu trainieren. Heute laufen ein paar Lifte auch im Sommer. Touristen und sogar Hochzeitsgesellschaften reisen an. Selfies und Posen vor herrlicher Kulisse sind angesagt.

Noch sind nicht alle Anlagen auf dem neuesten Stand. Doch mehr als 100 Millionen Euro sollen in den nächsten fünf Jahren in die Entwicklung von Ort und Skigebiet investiert werden. Das liegt nur zwischen 500 und 1.500 Metern, gilt aber von November bis April als schneesicher.

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Wer zu Nikolai Karyschew in die Jurte kommt, nimmt Platz im wohl gemütlichsten Café vor Ort. Seine Frau Ekaterina verrät mir zum Abschied noch ein Geheimnis: Der Winter hier sei nicht so kalt wie in Nowokusnezk. Dort könnten es Minus 40 Grad sein, in Scheregesch "nur" Minus 15. Deswegen heiße es: "Komm' nach Scheregesch und wärm' dich auf!"

Zu Saisonbeginn werden in Scheregesch übrigens auch Schamanentänze aufgeführt, zum Grelka-Fest, mit dem der Winter verabschiedet wird, gibt es inzwischen eine Massenabfahrt in Badehose und knappen Bikinis.

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Fakt ist, wer das ganze Skigebiet nutzen will, muss vier Tagesskipässe zum Gesamtpreis von umgerechnet mehr als 60 Euro kaufen.

Wer 35 Kilometer weiter reist, sichtet vielleicht den sibirischen Yeti. In der Azasskaja-Höhle wurden 2011 Spuren eines sehr berühmten Zeitgenossen, des Schneemenschen, ausgemacht. Scharen von Wissenschatlern und Yeti-Jägern kamen.

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Nun sind wir endlich angekommen am Baikalsee, der für mich magisch ist. Nirgendwo sonst in der Welt gibt es mehr Trinkwasser in einem See, der mit seinen 1.642 Metern auch tiefer ist als alle anderen. Dabei noch 600 Kilometer lang und bis zu 82 Kilometer breit. Oben im Norden liegt die Stadt Sewerobailkalsk, die ich besuchen will.

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Gegründet wurde die Stadt Sewerobaikalsk erst 1974 - wegen des Baus der Baikal-Amur-Magistrale, der BAM. Der Takt der Bahn bestimmt bis heute das Alltagsleben.

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Viktor und sein Flugzeug

Durch den Bahnhof fahren jede Woche um die 35 Züge in die östliche Richtung, genauso viele in die westliche. Einen internationalen Flughafen gibt es nicht. Wer kommen und gehen will, muss die mitunter schwierigen Pisten nehmen - oder eben den Zug. Der ist beliebt.

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Stopp in Sewerobaikalsk

Rund 3.000 Angestellte arbeiten für die Bahn. Ein Drittel davon sind im Lokomotivwerk am Rande der Stadt beschäftigt.

Vor jeder Abfahrt wird nicht nur der Zug geprüft, sondern auch der Lokführer und der Maschinist: Blutdruck, Puls und Alkoholtest gehören dazu. Erst danach geht es zur Vorbereitung auf die Fahrt an den PC, um die aktuellen Informationen zur Strecke abzurufen. Dann geht es auf die Reise mit Güterzügen, die bis zu 60 Waggons fahren-.

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Thomas Junker unterwegs: Tajury

... liegt tief in der Taiga Sibiriens und ist nur per Wasserweg über den Fluss Lena zu erreichen.

Mit dem Luftkissenboot sind wir am Morgen in Ust-Kut gestartet. Nach rund 90 Minuten Fahrt kommen wir an in dem 12-Seelen-Dorf. Bei meinem ersten Besuch 2002 waren es noch fast 50, zu Sowjetzeiten 200. Zu den letzten Bewohnern gehören Galina und Rudolf.

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Der eigentliche Grund, warum ich unbedingt wieder nach Tajura wollte, sind Galina und Rudolf. Als Rentner kamen sie aus Ust-Kut in den abgelegenen Weiler. Inzwischen sind sie über 80 und wollen nicht mehr weg.

Obwohl die Bedingungen hart sind: Strom gibt es erst ab 17 Uhr. Erst dann gibt es Kontakt zur Außenwelt. Wer telefonieren möchte, muss allerdings geduldig sein und zuhören können: Eine Stunde funktioniert die Leitung in die eine Richtung, eine Stunde in die andere.

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Sibirische Idylle?

Das sehen Galina und Rudolf beim Blick aus ihrem Fenster: den Garten, in dem sie alles anbauen, was sie an Gemüse brauchen - und den Tajura, einen Nebenfluss der Lena. Rudolf geht immer noch seiner alten Profession als Fischer nach. Überhaupt spielt sich das Leben in den wenigen schneefreien Monaten vor allem draußen ab, schon um den großen Garten zu bewirtschaften.

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Thomas Junker unterwegs: Tajura

Ein Kätzchen gibt es und draußen ein paar Hühner. "Früher hatten wir auch Ferkel", erzählt Galina. Wenn sie nun Fleisch wollen, müssen sie in die Stadt. Auch Mehl und Zucker kaufen sie dort. Vieles wird eingelegt oder eingekocht, um damit über den Winter zu kommen.


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Netze und Dämmung

Ein Bad und fließendes Wasser haben sie nicht, dafür eine Banja, sagt Galina, die hart im Nehmen ist.

Auf die Frage, wie man im Winter bei 50 Grad Minus das Außenklo benutzen kann, sagt sie: "Das ist doch gut für die Gesundheit, wenn der Hintern ein bisschen einfriert."

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Jetzt Anfang September gilt der Kampf den Mücken, im Winter gilt es, Kälte und Abgeschiedenheit auszuhalten. Wie lange wollen und können die beiden noch so leben?

"So lange wir Kraft genug haben, Holz für den Winter zu schlagen und gesund bleiben", sagt Galina. Denn der Sohn sei zu weit weg, um zu helfen. Der Arzt auch. Bisher habe sie sich selbst heilen können: "Mit Gebeten!" 


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Auf die Gesundheit!

Rechtzeitig zum Essen gesellen sich immer ein paar Leute dazu, um auf die Gesundheit anzustoßen und dem Paar beim Gesang zu lauschen.

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Galina und Rudolf verabschieden uns am Fluss.

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Eigentlich wollte er Historiker oder Archäologe werden, nun ist er Pfarrer! Wir treffen Vater Wjatscheslaw Karaulow in Schigulowsk am Stadtrand von Togliatti, das immer bekannt war für seine Lada-Werke. Wir durften Karaulow beim morgendlichen Gottesdienst filmen und besuchten ihn anschließend privat.

"Meine Omas, die schon vor der Revolution gelebt haben, gaben mir all die alten Bücher, etwa mit Psalmen, zur Aufbewahrung. Sie hatten Angst, dass ihre Kinder oder Enkel sie verkaufen. Sie wussten, dass eine neue Generation kommt und der Glaube für eine Zeit nicht mehr so wichtig sein wird." 

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Das mit dem Glauben ist nun anders - überall im Land werden Gotteshäuser restauriert und gebaut. Oder improvisiert: Karaulows Kirche ist eine ehemalige 3-Zimmer-Wohnung mit 50-Quadratmeter-Anbau in einem Sechzehn-Geschosser. Schon seit 2000 wird am Neubau gearbeitet.
Das dauert noch, meint er. Doch wichtig ist ihm, dass die Gottesdienste stattfinden. Und das tun sie: Jeden Werktag um sechs Uhr am Morgen. Dauer: Drei Stunden. Weitere gibt es am Wochenende und zu besonderen Anlässen. Vor allem Frauen kommen. 

Was er sich wünscht: In den Himmel kommen. Was er liebt: Abends entspannen bei Pop- und Rockmusik.

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Thomas Junker unterwegs - Russlands Weiten

Swetlana Markowa lebt in der Nachbarschaft von Vater Wjatscheslaw Karaulow. Für dreistündige Andachten scheint sie keine Zeit zu haben, obwohl sie Rentnerin ist. Seit 14 Monaten betreibt sie einen Youtube-Kanal rund ums Gärtnern und Kochen, erzählt sie. Rund 6.500 Follower habe sie schon: "Inzwischen verdiene ich dadurch etwas zu meiner Rente dazu."

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Wjatscheslaw Ljoginski ist Schmied - und vor allem Künstler. Ich besuche ihn in seinem Atelier in einem Hinterhof in Tschita, Hauptstadt der Region Transbaikalien in Südostsibirien, gelegen an der Transsibirischen Eisenbahn und im Jablonowygebirge. Ein Ort mit rund 300.000 Einwohnern nicht mehr weit von der mongolischen und chinesischen Grenze - und einst Synonym für Tristesse.

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Wenn der 33-Jährige mit dem Trennschleifer zu Werke geht, dreht er die Musik vorher ein bisschen lauter ... 

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Eisen über Eisen liegt in seinem Hof. Was die anderen Schrott nennen, ist für Wjatscheslaw der Grundstoff seiner Kunst.  Kann er davon leben? Wjatscheslaw sagt, er arbeite für die Leute: "Die meisten Figuren stehen einfach so irgendwo in Tschita. Meine zahlenden Kunden sind meistens Wohlhabende." 

Die Schmiede und der Hof sind sein zweites Zuhause: "Mein Hobby, meine Arbeit, mein Leben", sagt er.
  

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Bier aus Tschita

Wodka ist auch im Jahre 2018 noch das beliebteste Getränk in Russlands Weiten. Doch Bier wird immer populärer. Ich besuche die Kluchi Brauerei zu Tschita. Pro Jahr produzieren sie allein hier 10 Millionen Liter Bier. Abgefüllt wird in Plastikflaschen, Glas zu reinigen, das sei zeit- und kostenintensiv, höre ich.

Dabei wurde der Betrieb zur Jahrtausendwende modernisiert, v.a. mit deutscher Technik. Das wäre heute angesichts der EU-Sanktionen nicht mehr denkbar. Braumeister Gareev Danil erklärt, China sei nur 500 Kilometer entfernt. Da sei eine Zusammenarbeit einfacher. 

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Sie dehnen und verbiegen sich. In Russland hat der Zirkus große Tradition. Vor 22 Jahren wurde in der Hauptstadt der Teilrepublik Burjatien eine staatliche Schule gegründet. Seitdem werden Akrobatik, Gymnastik, Jonglieren, Drahtseil und Beweglichkeit unterrichtet, erzählt uns die Leiterin Natalja Afanasjewa.

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Heute besuchen 60 Kinder und Jugendliche die Zirkusschule. Die Jüngsten sind gerade mal sechs Jahre alt und trainieren drei Mal in der Woche, die Älteren bis maximal 17 Jahre kommen täglich. Der Unterricht ist kostenlos.

Wer aus dem Hobby einen Beruf machen will, muss an der Fachhochschule sein Diplom als Zirkusartist machen, um dann vielleicht beim Staatlichen Zirkus der Republik Burjatien anzufangen. 

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Für die Buddhisten in Burjatien ist dieser Ort ein heiliger: Iwolginsky Dazan, nur rund 40 Kilometer von der Hauptstadt Ulan Ude entfernt und nicht mehr allzu weit weg von der Grenze zur Mongolei.

Nachdem Stalin erst alle buddhistischen Tempel zerstören ließ, genehmigte der Diktator 1949 den Bau dieses Klosters durch buddhistische Geistliche, die ihre Gefangenschaft überlebt hatten. Seit 1991 unterhält das Kloster auch eine buddhistische Universität, die rund 100 Studenten besuchen. In ganz Burjatien gibt es heute wieder 44 Tempelanlagen.

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Landschaft in Burjatien

Die Landschaft in Burjatien ist anders, als das, was wir bisher gesehen haben. Die Wälder sind nicht mehr endlos, sondern unterbrochen von kargen, steppenartigen Hügeln.

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Stippvisite in der Stadt, in der einst Lenin geboren wurde: 1648 unter dem Namen Sinbirsk gegründet, im 19. Jahrhundert eine der reichsten Städte des Zarenreiches, nach der Oktoberrevolution umbenannt nach dem eigentlichen Nachnamen des Revolutionsführers. Und heute?

Das Museum gibt es noch. In diesem heißen Sommer spielen die Kinder lieber davor unter den Wasserfontänen. Einer der größten Arbeitgeber in der heutigen Industriestadt ist das UAZ-Automobilwerk. 6.000 Menschen stehen in Lohn und Brot. Zum Ende der UdSSR waren es über 25.000.

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Tanja in Uljanowsk

Der Großteil der Einwohner lebt in Plattenbauten - auch Tanja, die uns die Stadt gezeigt und zum Essen eingeladen hat. Mit der ganzen Familie sitzen wir später beisammen. Auch wenn die Wohnung mit 42 Quadratmetern nicht viel Platz bietet.

Dass sie sich heimisch fühlt, dafür hat Tanja viel getan: Selber renoviert, für neue Fenster und Fußböden gesorgt, eine neue Innenausstattung in drei Quadratmeter Bad gezaubert. Für den Kauf hat sie einen Kredit genommen. Immerhin, der Zinssatz liegt nicht mehr bei 20 Prozent wie vor 15 Jahren, sondern "nur" noch bei elf, sagt sie.

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Am westlichen Rand der Stadt sehen wir den Stolz des Landes auf seine flugtechnische Vergangenheit am Boden. Juri Walkin, einst Direktor, hat das Open-Air-Museum mit seinen Giganten der Luftfahrt vor dem sprichwörtlichen Versinken im Morast bewahrt: mit einem guten Team, viel Mut und Einsatz.

Zu bestaunen sind deswegen immer noch das historische Modell, mit dem der jungen Sowjetunion 1929 der erste Flug von Moskau über den Nordpol und die Westküste der USA nach New York gelang. Außerdem: das erste Überschall-Passagierflugzeug der Welt: Die Tupolev 144 (Video).

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Thomas Junker unterwegs - Russlands Weiten - Drohnenflug über Sonnenblumen

Noch viele Kilometer liegen vor uns. Auf dem Weg zur nächsten Station passieren wir dieses Feld, das allein schon eine Ahnung bekommen lässt von den Weiten Russlands: Sonnenblumen - подсолнечник - so weit das Auge reicht.

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